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Die wiederverwendbaren Turbinenblätter sind ein Schritt auf dem Weg hin zu vollständig recycelbaren Windkraftanlagen.

Bild: Søren Nielsen, Siemens / Video: Siemens

Kreislaufwirtschaft in der Energie Siemens führt erstes recycelbares Rotorblatt für Windkraftanlagen ein

08.09.2021

Das RecyclableBlade soll das erste Windturbinenblatt der Welt sein, das sich am Ende seines Lebenszyklus recyceln lässt. Sechs der neuen Rotorblätter hat Siemens bereits im dänischen Aalborg hergestellt. Bis 2040 will das Unternehmen dann ganze Turbinen recycelbar machen.

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Siemens Gamesa hat das weltweit erste recycelbare Rotorblatt für den kommerziellen Einsatz auf See eingeführt. Mit dieser Technologie ist es möglich, die Materialien im Rotorblatt am Ende von dessen Lebensdauer zu trennen und für neue Anwendungen zu nutzen. Die ersten sechs RecyclableBlades mit einer Länge von 81 m hat Siemens bereits in seiner Rotorblattfertigung im dänischen Aalborg produziert.

„Die Zeit ist überreif, den Klimanotstand ehrgeizig und ganzheitlich zu bekämpfen“, sagt Andreas Nauen, CEO von Siemens Gamesa. „Das RecyclableBlade ist ein weiteres konkretes Beispiel dafür, wie Siemens Gamesa bei der technologischen Entwicklung und dem Schutz unserer Lebensgrundlagen voranschreitet. Als Pionier der Kreislaufwirtschaft in der Windindustrie feiern wir heute diesen wichtigen Meilenstein.“

Erste Einsätze mit drei Partnern

Siemens hat bezüglich seiner RecyclableBlades bereits Vereinbarungen mit drei Partnern getroffen. Mit RWE arbeitet das Unternehmen zusammen, um die wiederverwertbaren Rotorblätter erstmals im Offshore-Windpark Kaskasi in Deutschland an ausgewählten Anlagen zu installieren und zu testen. Eine Kooperation mit EDF zielt darauf ab, mehrere Sätze der RecyclableBlades in einem zukünftigen Offshore-Projekt einzusetzen. Und gemeinsam mit WPD will Siemens mehrere Sätze der Turbinenblätter in einem ihrer Offshore-Windkraftwerke verbauen.

Neuartiges Harz als Schlüssel

Für viele Komponenten einer Windturbine, wie den Turm und das Maschinenhaus, gibt es bereits etablierte Recyclingverfahren. Die Verbundwerkstoffe in den Rotorblättern sind allerdings schwieriger zu recyceln.

Das RecyclableBlade verwendet daher ein neuartiges Harz. Es wird wie Standardrotorblätter im sogenannten IntegralBlade-Verfahren hergestellt und dient dazu, die einzelnen Materialien der Rotorblätter zu einer starken und flexiblen Leichtbaustruktur zu vergießen.

Durch seine chemische Struktur lässt sich das Harz am Ende der Rotorblatt-Lebensdauer wieder von den anderen Komponenten trennen. Anders als bereits vorhandene Recyclingverfahren schützt die Technologie die Eigenschaften der Materialien und ermöglicht es damit, sie wiederzuverwenden.

Offshore-Kunden von Siemens können RecyclableBlades ab sofort als Option für ihre zukünftigen Projekte auswählen.

Vollständig recycelbare Windturbinen bis 2040

Siemens hat vor Kurzem seine Nachhaltigkeitsvision für das Jahr 2040 vorgestellt. Sie beinhaltet mitunter auch das ambitionierte Ziel, Windturbinen als Ganzes recycelbar zu machen.

„Unser Ziel ist es, Windturbinen herzustellen, die 20 bis 30 Jahre lang erneuerbaren Strom erzeugen können. Wenn sie das Ende ihrer Nutzungsdauer erreichen, können wir die Materialien trennen und für neue relevante Anwendungen nutzen“, sagt Gregorio Acero, Leiter des Bereichs Qualitätsmanagement, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt bei Siemens Gamesa. „Das RecyclableBlade ist ein großer Schritt in diese Richtung, den wir weit vor unserem Ziel für 2040 machen.“

Bildergalerie

  • Infografik zu Siemens’ RecyclableBlade-Technologie

    Bild: Siemens

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