Ein hochauflösender Code Reader ermöglicht, auch bei großem Abstand, eine sichere Teileidentifikation.

Bild: iStock, reinekke

Adlerauge des Handarbeitsplatzes Sicheres Codelesen

30.04.2019

Bei der Montage von Komponenten am Handarbeitsplatz braucht der Monteur Bewegungsfreiheit. Sollen die Teile vor der Montage noch durch einen Codeleser identifiziert werden, muss dieser daher in größerem Abstand über der Arbeitsfläche angeordnet werden – dies führt bei kleinen oder schlecht lesbaren Codes schnell zu Problemen. Jetzt gibt es als Lösung einen hochauflösenden Code Reader, der eine sichere Teileidentifikation auch aus größerem Abstand ermöglicht.

Handarbeitsplätze sind gerade bei komplexen und individuellen Montageprozessen nach wie vor die effizienteste Lösung, wie beispielsweise bei der Montage von Baugruppen für Kfz-Beleuchtungen. Da am gleichen Arbeitsplatz verschiedene Modelle gefertigt werden, gibt es eine potentielle Gefahr von Verwechslungen von Bauteilen. Würden falsche Bauteile verbaut, hätte dies unter Umständen aufwändige und teure Rückrufaktionen zur Folge, vom geschädigten Ruf des Zulieferers ganz zu schweigen. Daher ist auf jedem Bauteil ein Datamatrix-Code zur Teileidentifikation aufgelasert. Nur wenn alle Codes der einzelnen Bauteile korrekt sind und zum laufenden Auftrag passen, wird die Energieversorgung für den Elektroschrauber freigegeben – die Teile können montiert werden.

In der Vorgängerversion des Handarbeitsplatzes setzte der Anwender Handscanner ein, um die Codes zu überprüfen. Keine optimale Lösung: Wer schon einmal versucht hat, mit einem Handscanner einen kleinen gelaserten Code zu lesen, weiß, dass es ein gewisses Maß an Übung erfordert, um einen Code im richtigen Winkel zu treffen. Zudem stellt das Lesen der Codes mit dem Handscanner einen zusätzlichen Arbeitsschritt dar, der Zeit benötigt.

Beim Aufbau neuer Handarbeitsplätze hat man sich daher entschieden, einen neuen Weg zu beschreiten und einen oder mehrere stationäre Codeleser hoch oben im Gestell des Handarbeitsplatzes zu montieren. Auf diese Weise lassen sich die Codes sicher erfassen, ohne die Bewegungsfreiheit des Monteurs einzuschränken. Zugleich garantiert die feste Anordnung des Codelesers gleichbleibend gute Leseergebnisse. Und sie erhöht die Effizienz: Das Lesen der Codes erfolgt jetzt quasi pa­rallel zum Einlegen der Teile und nimmt damit keine zusätzliche Zeit mehr in Anspruch.

Hohe Auflösung und Brennweite

Damit die Teile-Identifikation in der beschriebenen Weise funktioniert, sollte der eingesetzte Codeleser freilich bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Insbesondere muss die Bildauflösung für die Identifikation auch kleiner Codes aus der gegebenen Entfernung ausreichend groß sein. Die Wahl fiel auf den Visor Code Reader des Herstellers Sensopart, der sich durch eine hohe Auflösung von bis zu 1,5 Megapixel auszeichnet und außerdem die Möglichkeit bietet, ein enges Sichtfeld mit großer Brennweite (Einstellung „Narrow“) vorzuwählen.

Der Vision-Sensor verfügt außerdem über eine integrierte Beleuchtung mit acht Hochleistungs-LEDs, sodass in der Regel auch bei größeren Detektionsabständen auf eine externe Lichtquelle verzichtet werden kann. Der Anwender hat dabei die Wahl zwischen weißer, roter und infraroter Beleuchtung, wobei sich in der gegebenen Anwendung die infrarote Variante anbietet. Das infrarote Licht erhöht nicht nur die Fremdlichtsicherheit, sondern vermeidet zugleich ein störendes Blitzen beziehungsweise eine mögliche Blendung des Monteurs am Arbeitsplatz. So lässt sich sehr komfortabel und ungestört arbeiten.

Zeitsparende Montage und Einrichtung

Auch bei der Einrichtung und Bedienung bietet der Visor Code Reader viel Komfort. Die Montage kann einfach und schnell über die im Sensorgehäuse integrierte Schwalbenschwanzaufnahme erfolgen. Um die Ausrichtung des Codelesers gerade bei größeren Abständen zum Prozess zu erleichtern, wurde dieser mit einem Ziellaser mit der gefahrlosen Laserklasse 1 ausgestattet. Komfortabel ist auch die motorische Fokusverstellung, mit der die aktuelle Visor-Generation serienmäßig ausgestattet ist. Zur einfachen Anbindung an die Steuerungsumgebung unterstützt der Visor Code Reader außerdem aktuelle Schnittstellenprotokolle wie beispielsweise Profinet Conformance Class B sowie sFTP für die Archivierung von Bildern und Leseergebnissen.

Zur Einstellung und Überprüfung des Sensor-Sichtfeldes stellt Sensopart darüber hinaus ein kostenloses Software-Tool namens „SensoCalc“ zur Verfügung. Damit kann der Anwender sehr einfach feststellen, ob eine sichere Detektion bei einem vorgegebenen Montageabstand gewährleistet ist.

Sichere Detektion, einfache Anwendung

Mit der Kombination von hoher Auflösung und großer Brennweite in kompakter Bauform ermöglicht der Visor Code Reader von Sensopart hohe Ortsauflösungen, wie sie sonst nur von deutlich teureren Kamerasystemen erreicht werden. Bei der hier beschriebenen Anwendung des Handarbeitsplatzes ist der Sensor somit in der Lage, kleine Datamatrix-Codes auch aus größerer Entfernung auszuwerten und so den Bewegungsfreiraum der Monteure freizuhalten. „Eine deutliche Erleichterung für unser Personal und eine weitere Verbesserung unserer Qualität“, lautete das Fazit des zufriedenen Anwenders, der nun weitere Handarbeitsplätze entsprechend aus- beziehungsweise umrüsten will.

Bildergalerie

  • Mit dem Visor Code Reader ist dank der hohen Auflösung und großen Brennweite eine sichere Teileidentifikation auch aus größerem Abstand möglich.

    Bild: Sensopart

  • Der Visor Code Reader wird oben im Gestell angebracht (roter Kreis oben rechts) und liest die Teilecodes in einer festgelegten Position auf der Arbeitsfläche (roter Kreis unten links).

    Bild: Sensopart

  • Das Tool SensoCalc ermöglicht die einfache Berechnung von Sensor-Sichtfeldern bei vorgegebenem Arbeitsabstand.

    Bild: Sensopart

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