Trinkwasser auf Umwegen: Damit die Bewohner einer polnischen Stadt künftig weiterhin sauberes Trinkwasser erhalten, wurde die Versorgungsleitung der Wasserwerke auf engstem Raum und mit Hilfe von Kunststoff erneuert.

Bild: Littlehenrabi/iStockphoto

Smart Water & Resources Neue Wege für Trinkwasser

01.09.2015

Sauberes, trinkbares Wasser aus dem Hahn – in vielen Teilen der Erde ist das ganz selbstverständlich. Dass dahinter meist eine komplexe Infrastruktur steckt, zeigt ein Projekt in Polen. Dort liefern nun Kunststoff- statt Stahlrohre sauberes Trinkwasser für 150.000 Menschen.

Große Städte mit Trinkwasser zu versorgen ist keine leichte Aufgabe. Veraltete Rohrleitungssysteme sind verantwortlich für Leckagen und Trinkwasserverunreinigungen. Um auch in der Zukunft Wasser sicher, wirtschaftlich und nachhaltig zu liefern, entschieden sich die Wasserwerke Lublin in Polen dazu, einen Teil des alten Stahlrohrleitungssystems zu erneuern. Das polnische Unternehmen Molewski hat das Projekt von Mai bis November 2014 für die Wasserwerke Lublin umgesetzt und dabei verschiedene Probleme bei der Installation gelöst.

Die Versorgungsleitung der Wasserwerke führt direkt durch das Stadtzentrum. Das Projekt musste also auf engem Raum durchgeführt werden. Hinzu kam, dass die mögliche Anzahl der Abzweigungen des Rohrleitungssystems beschränkt war. Das Re-lining-Verfahren war deshalb die optimale Installationstechnik, da es besonders platzsparend sowie umweltschonend ist. Im Gegensatz zur konventionellen offenen Verlegetechnik werden beim diesem Verfahren Kunststoffrohre in die bestehende Rohrsubstanz eingezogen.

Trinkwasser aus Kunststoffrohren

Nahezu die Hälfte der 350.000 Einwohner der Stadt werden über ein neues Polyethylen-System, das GF Piping Systems lieferte, mit Trinkwasser versorgt. Verglichen mit Metallen sind Kunststoffe korrosionsfrei und abriebfest. Sie verfügen außerdem über eine stets glatte Innenoberfläche. Eine lange Lebensdauer der Rohrleistungssysteme ist damit gewährleistet: Erwartet werden können 100 Jahre bei fachgerechter Verarbeitung.

Zudem erleichtern sie aufgrund ihres geringen Gewichts vor allem Transport und Verarbeitung. Durch optimale Dimensionierung bei der Planung – für eine konstante Durchflussrate – werden Energiekosten eingespart. Außerdem weisen Kunststoffprodukte eine deutlich geringere CO2-Bilanz auf als traditionelle Materialien. Dies ist besonders in der Planung von nachhaltigen und zukunftsorientierten Rohrleitungssystemen ein wichtiger Faktor.

Neuartige Muffen für sichere Verbindungen

Für das Projekt in Polen nutzte die Installationsfirma neben weiteren Komponenten auch Elektroschweißmuffen für Wasser- und Gasanwendungen von GF Piping Systems. Sie stellen eine schnelle und verlässliche Verbindung von Rohren und Fittingen mittels aktiver Armierung sicher.

Die Funktionsweise hat ihren Ursprung im Herstellungsverfahren. Hier wird der Armierungsring mit hohen Kräften über den Innenring gepresst. Während des Schweißprozesses, entfaltet die aktive Armierung ihre volle Wirkung: Die Wärme in der Schweisszone verringert die Steifigkeit des inneren Rings und der Armierungsring drückt aktiv von außen auf den Innenring. So können größere Spalten schneller geschlossen werden und die Ausdehnung der Muffe wird gehemmt.

Während des Abkühlprozesses bewirkt der konstante Druck von außen, dass die Muffe förmlich auf das Rohr schrumpft. Das patentierte Prinzip sorgt für ein perfektes Schweißergebnis und die Muffen bieten auch unter schwierigen Umgebungsbedingungen Langlebigkeit und eine sichere Verbindung.

Bildergalerie

  • Sichere Verbindung: In Lubin wurden Elektroschweißmuffen installiert, die dank einer speziellen Armierung besonders robust sind.

    Bild: GF Piping Systems

  • Patentierte Technik: Die Elektroschweißmuffen werden vor Ort mit einer Schweißmaschine angebracht.

    Bild: GF Piping Systems

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