In der industriellen Automatisierung müssen Produkte unterschiedlicher Form und Größe schonend und zugleich kraftvoll gegriffen, bewegt und präzise platziert werden. Weiche pneumatische Balggreifer erfüllen diese Anforderungen, stoßen aber bei schnellen Taktzyklen und begrenztem Bauraum an ihre physikalischen Grenzen. SoftGripping entwickelte im Rahmen eines durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) geförderten Kooperationsprojekts eine neuartige Fingergeometrie mit optimiertem Kraftfluss. PFIF Partner für Innovation & Förderung begleitete das Vorhaben strategisch.
Insbesondere in der Lebensmittelindustrie haben sich Balggreifer etabliert: Sie passen sich flexibel an verschiedene Produktgeometrien an und entsprechen hohen Hygienestandards. Doch bei Materialhärte und enger Einbausituation lässt die Kraftübertragung konventioneller Geometrien nach. Ein Engpass, der den Einsatzbereich der Technologie begrenzt. Gemeinsam mit einem Universitätsinstitut analysierte SoftGripping die technische Problemstellung und identifizierte gezielten Entwicklungsbedarf. Daraus entstand ein ZIMgefördertes Kooperationsprojekt mit dem Ziel, die Fingergeometrie grundlegend weiterzuentwickeln.
Präzise Kraftübertragung unter anspruchsvollen Bedingungen
Das Kooperationsprojekt lieferte ein konkretes Ergebnis: eine Fingergeometrie, die die Kraftverteilung im Balgfinger gezielt verbessert, auch bei hoher Materialhärte und enger Einbausituation. Die neue Geometrie erfüllt die Anforderungen an Langlebigkeit und Belastbarkeit in Highspeed-Anwendungen. Damit eignen sich die weichen Greifer erstmals für das schnelle Platzieren schwerer Objekte. In der Praxis eröffnet das konkrete Einsatzmöglichkeiten – etwa in der Lebensmittelindustrie, wo empfindliche Produkte wie Mozzarella, Teiglinge oder Gemüse schonend und gleichzeitig mit hoher Taktrate gegriffen werden müssen. Zusätzlich entwickelte SoftGripping ein Testsystem zur Validierung der Greifkräfte und integrierte es in bestehende Produktionsprozesse.
„Was SoftGripping hier entwickelt hat, zeigt, wie kleine und mittlere Unternehmen technologische Grenzen verschieben können – wenn Innovationspotenzial und Förderstrategie zusammenpassen. Genau diese Verbindung herzustellen, ist unser Anspruch bei PFIF“, erklärt Friederike Krüger, Innovation Consultant bei PFIF. Strategische Förderberatung durch PFIF. Damit SoftGripping dieses Ergebnis erreichen konnte, brauchte es neben technischer Kompetenz auch die passende Förderstrategie. PFIF sichtete die Ausgangslage und ermittelte das ZIM als geeigneten Förderrahmen. Die Begleitung ging weit über die reine Antragstellung hinaus: PFIF präzisierte gemeinsam mit SoftGripping die Projektidee und erstellte die förderfähige Projektbeschreibung sowie alle weiteren Antragsdokumente. Darüber hinaus übernahm PFIF das Fristen- und Dokumentationsmanagement, strukturierte das Projekt intern und koordinierte die Kommunikation mit dem Projektträger.
Auch die kaufmännische und technische Projektabwicklung einschließlich der Projektprüfung begleitete PFIF über die gesamte Laufzeit. Für SoftGripping bedeutete das eine erhebliche Zeitersparnis und Klarheit über die eigene Innovationsstrategie. „PFIF hat uns geholfen, unser Innovationspotenzial klar zu erkennen und strategisch zu nutzen. Ohne diese strukturierte Begleitung hätten wir die Fördermöglichkeiten und die technische Umsetzung nicht so zielgerichtet angehen können“, sagt Alexey Stepanyuk, Geschäftsführer bei SoftGripping.
Förderung als Hebel für technologische Entwicklung
Das Projekt zeigt: Kleine und mittlere Unternehmen können öffentliche Förderprogramme wie ZIM gezielt nutzen – vorausgesetzt, eine professionelle Begleitung ist Teil des Vorhabens. PFIF ermöglichte es SoftGripping, das Entwicklungsvorhaben von der Idee bis zum Abschluss umzusetzen. Mit der neuen Fingergeometrie eröffnen sich weitere Einsatzfelder in der Automatisierungstechnik und perspektivisch auch in angrenzenden Branchen.