Modularisierung ermöglicht eine höhere Flexibilität in der Produktion.

Nachgefragt: Worauf kommt es bei der Modularisierung an? Module werden digital

26.07.2018

Die Zukunft in der Fertigung heißt flexible Produktion für Losgröße 1. In diesem Zuge müssen sich sowohl Maschinen als auch ganze Fertigungslinien durch Modularisierung schnell umrüsten lassen. Die Vorteile wie mehr Flexibilität und Wiederverwendbarkeit von Modulen liegen auf der Hand. Doch werden diese auch genutzt oder erwarten Anwender bei der Modularisierung etwas ganz anderes als austauschbare Software- und Hardware-Komponenten?

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  • Wer effizient für kleine Stückzahlen fertigen will, kommt an modularen Fertigungskonzepten nicht mehr vorbei. Ihr Potenzial geht jedoch über einzelne Maschinen oder Produktionslinien hinaus. In unserer Vorstellung von der Fabrik der Zukunft sind nur noch Boden, Wände und das Dach unveränderlich. Alle Maschinen und Anlagen sind mobil und können jederzeit flexibel zu neuen Fertigungslinien zusammengestellt werden. Sie tauschen drahtlos Informationen aus, die wahlweise in der Maschine, an der Fertigungslinie oder in der Cloud verarbeitet werden. Voraussetzung dafür ist eine standardisierte Kommunikation zwischen allen Maschinen und der IT. Hier zeichnet sich OPC UA mit der Echtzeiterweiterung TSN als übergreifender Standard ab. Gleichzeitig kommt mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G genügend Bandbreite und Stabilität für eine zuverlässige drahtlose Kommunikation.

    Dr. Heiner Lang, Leiter Business Unit Automation & Electrification Solutions, Bosch Rexroth

    Bild: Bosch Rexroth

  • Durch die Digitalisierung erfährt die Industrie eine umfassende Transformation. Damit Maschinenbauer auf der Welle der Zukunft surfen und nicht von ihr überrollt werden, bietet Keba eine zukunftssichere Gesamtlösung an. KeControl FlexCore ist ein vollumfängliches Automatisierungssystem im Baukastenformat, das aufgrund seiner Offenheit flexibel mit den Anforderungen mitwächst. Auf Basis eines Standard-Linux-Steuerungs­systems ermöglichen wir es unseren Kunden, bereits jetzt mit der digitalen Fertigung zu beginnen. Durch Modularisierung, effiziente Kommunikation mit Cloud- und ERP-Systemen sowie durch intelligente Wizards können schnelle Umrüstzeiten bei gleichzeitiger Einhaltung der Security-Anforderungen realisiert werden.

    Dietmar Berlesreiter, Produktmanager für KeControl FlexCore, Keba

    Bild: Keba

  • Im Anlagenbau ist Losgröße 1 immer schon Tagesgeschäft gewesen. Dieses Prinzip auf die industrielle Massenproduktion zu übertragen, bedeutet viel Aufwand in der Konzipierung des Fertigungsablaufes. Die Wirtschaftlichkeit muss immer noch die Prämisse sein. Dazu müssen Produktionseinrichtungen sehr flexibel einsetzbar sein. Optionale Hardwaremodule sind in den Topologien bereits Standard. Die einfache Wiederverwendbarkeit von Softwaremodulen wird zum entscheidenden Faktor. Als Pionier des object oriented Programming in der Automatisierungsbranche bietet Sigmatek hier das Tool Lasal. Zum Dreh- und Angelpunkt der Fertigungstransformation werden das ERP/MES sowie einheitliche Schnittstellen und Protokolle zum Datenaustausch zwischen den sich auf den nächsten Produk­tionsauftrag adaptierenden Anlagen. Kunden verwenden dazu verstärkt OPC UA.

    Alexander Melkus, Geschäftsführer, Sigmatek

    Bild: Sigmatek

  • Modularisierung ist in Produktionsunternehmen sowie bei Anlagen- und Maschinenbauern ein großes Thema. Deren Ziel ist es, Maschinen so zu modularisieren und zu standardisieren, dass nicht für jede Anwendung eine individuelle Variante nötig ist. Aus vorgefertigten Modulen und Standardbauteilen lassen sich Maschinen und Anlagen schnell zusammensetzen und umbauen, die Flexibilität erhöhen und Kosten sparen. Daneben ist für unsere Kunden auch eine geeignete, modulare Automatisierungslösung notwendig, welche eine einfache Integration von automatisierten Packed Units zu Anlagen ermöglicht und den Anforderungen von IIoT gerecht wird. Ihnen bietet Rockwell Automation eine modulare und skalierbare Automatisierungsplattform sowie Standards und Funktionen für flexible modulare Produktionsanlagen.

    Norbert Nohr, Sales Manager Process Automation Systems, Rockwell Automation

    Bild: Rockwell Automation

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