Nextbike verleiht in 80 Städten weltweit Fahrräder; an rund 400 Ausleihstationen in Deutschland bilden Vodafone-SIM-Karten die Schnittstelle zwischen den Nextbike-Terminals und dem zentralen Server des Unternehmens.

Bild: iStock, tunart

Stadtkonzepte Mobilität als Service

04.10.2016

Kommunikations- und Verkehrsnetze wachsen zusammen und ermöglichen neue Konzepte für die Mobilität in Städten. Möglich macht das der mobile Datenverkehr und neue Technik für die Vernetzung, Kommunikation und automatische Steuerung von Fahrzeugen.

Noch sind sie in der Minderheit: Car-Sharing-Fahrzeuge im Stadt- und Überlandverkehr, Leihfahrräder für die Kurzstrecke durch die Stadt, Parkplatz-Apps, die den günstigsten freien Parkplatz finden. Doch je flexibler und attraktiver solche Konzepte werden, desto größer die Zielgruppe, die statt mit dem eigenen Auto vor der Tür lieber auf Mobilität als Service setzt und von den Vorteilen der vernetzten Mobilität profitiert. Viele Beispiele, von Sharing-Services bis zu Smart-City-Projekten für flexiblere Verkehrsführung, zeigen auf, wohin die Entwicklung geht.

Die technische Basis dafür liegt in einer leistungsfähigen Infrastruktur für den mobilen Datenverkehr und in neuer Technik für die Vernetzung, Kommunikation und die automatische Steuerung von Fahrzeugen und der Mobilitätsinfrastruktur. Konkret müssen vier Techniken zusammenspielen, damit Mobilität als Service funktionieren kann.

GPS ermöglicht es, Autos, Fahrräder und andere Fahrzeuge, aber auch Dinge wie Parkplätze oder freie E-Zapfsäulen zuverlässig zu lokalisieren.

Machine-to-Machine(M2M)-Technik sorgt für den automatischen Austausch von Daten und Informationen. Dieser Austausch erfolgt in aktuellen Anwendungen häufig noch zwischen Maschinen und einer zentralen Anwendungsplattform. Bei Car-Sharing-Angeboten beispielsweise ermittelt das System automatisch, welche Fahrzeuge wie lange und auf welcher Strecke benutzt werden, und gibt diese Information an das zentrale IT-System weiter. Künftig werden Anwendungen zunehmend auch auf den direkten Austausch von Informationen zwischen den angeschlossenen Maschinen setzen. So können beispielsweise Autos automatisch Daten über die aktuelle Verkehrslage untereinander austauschen und dem Fahrer Empfehlungen zur Routenwahl geben.

Smartphones und mobile Apps sind derzeit der wichtigste Zugangspunkt für die Nutzer der Services. Erst die Ausstattung der Geräte mit schnellem Internetzugang, GPS, Nutzer-Authentifizierung und weiterer Basistechnik schafft die Möglichkeit, von unterwegs auf Mobilitäts-Services zuzugreifen. Und die fast flächendeckende Verbreitung der Geräte sorgt für eine ausreichende Basis potenzieller Nutzer.

Konnektivität in Form schneller und flächendeckender Mobilfunkverbindungen bildet das Rückgrat der neuen Service-Angebote. Denn diese Services beruhen fast immer darauf, dass Nutzungsdaten und Informationen zum Status von Fahrzeugen und Maschinen aus der Ferne erfasst werden und in Echtzeit zur Verfügung stehen – und nicht in einem Report, der erst kommende Woche verfügbar ist. Bei Free-Floating-Sharing-Konzepten für Fahrzeuge beispielsweise müssen die Nutzer immer aktuell wissen, wo das nächste freie Fahrzeug steht. Umgekehrt muss auch der Betreiber möglichst aktuell erfahren, wer ein Fahrzeug wie lange nutzt. Denn darauf beruhen die hohe Flexibilität und die intuitive Nutzung der Dienste. Heutige Mobilfunkstandards wie LTE bieten für viele Anwendungen bereits ausreichende Bandbreite und Geschwindigkeit. Mit der nächsten Mobilfunkgeneration 5G wird es künftig einen Standard geben, der Daten mit äußerst geringen Latenzzeiten in Echtzeit überträgt – und damit beispielsweise auch für neue Anwendungen in vernetzten Fahrzeugen geeignet ist.

Vom Leihrad bis zur Ladestation an der Straße

Vodafone stellt mit seinem Geschäftsbereich Internet of Things die Basis für vernetzte Mobilität und neue Services zur Verfügung. Zu den Kunden gehören mit Nextbike und DriveNow zwei Free-Floating Sharing-Konzepte. Nextbike verleiht in 80 Städten weltweit Fahrräder; an rund 400 Ausleihstationen in Deutschland bilden Vodafone-SIM-Karten die Schnittstelle zwischen den Nextbike-Terminals und dem zentralen Server des Unternehmens. So braucht der Kunde nur noch mit der Nextbike App einen QR-Code am Fahrrad zu scannen und die Ausleihe zu bestätigen; schon öffnet sich das Ständerschloss des Leihrads. Die nötigen Daten und Anweisungen werden automatisch über Mobilfunk zwischen Smartphone, Server und Leihstation übertragen.
Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert das flexible Car-Sharing bei DriveNow: Mittels mobiler Datenkommunikation über das Vodafone-Netz werden alle nötigen Informationen zwischen DriveNow-Auto und den dazugehörigen Datenbanken übertragen. So können die Kunden reibungslos per App Autos lokalisieren, buchen und öffnen.

Um Städte noch stärker von der Luftverschmutzung zu entlasten, setzen viele Verwaltungen auf Elektromobilität. Auch hierfür bietet die Vernetzung neue Service-Möglichkeiten: So steckt M2M-Mobilfunktechnik von Vodafone in „intelligenten“ Ladekabeln des Berliner Startups Ubitricity. Mit dem Kabel können Autofahrer überall sauberen Strom auf ihre Rechnung tanken. Die mobile Elektronik im Ladekabel übernimmt neben der Authentifizierung und Autorisierung des Ladevorgangs zur Freischaltung der Steckdose auch die Aufgabe, die Nutzungs- und Transaktionsdaten übermitteln. Die Daten werden verschlüsselt über die sichere Mobilfunkverbindung an das Backend übertragen. Mit dem Mobile-Charging-System können Städte die Ladeinfrastruktur nachfragegerecht ausbauen und sogar Straßenlaternen mit nur wenig Aufwand zu Ladepunkten umrüsten. Die Lösung von Ubitricity wird bereits im Rahmen zahlreicher Pilotprojekte eingesetzt, beispielsweise an der ADAC-Zentrale in München, am Potsdamer Platz in Berlin, bei Häusern der Hotelkette Welcome Hotels und im Londoner Bezirk Hounslow.

Auf dem Weg zur Smart City

Services dieser Art sind Bestandteile der Smart City. Sie ermöglichen es, mobil zu sein, ohne ein eigenes Auto zu besitzen; flexibel per Fahrrad durch die Stadt zu kommen, statt mit dem Auto zu fahren; oder saubere Elektrofahrzeuge zu nutzen, weil die nötige Infrastruktur bereit steht. Für die Smart City bietet die Vernetzung jedoch noch weitere Chancen, die über Mobilität als Service hinausgehen: So gibt es Pläne, Umweltsensoren und Verkehrsleitsysteme miteinander zu vernetzen. Bei starker Luftverschmutzung können solche Systeme automatisch Gegenmaßnahmen ergreifen, zum Beispiel die Geschwindigkeit begrenzen oder Nicht-Anwohner um die betroffenen Gebiete herum umleiten. Die Vernetzung bietet so die Chance, die Infrastruktur von Städten intelligenter und flexibler zu gestalten, die Lebensqualität zu steigern und das zunehmende Verkehrsaufkommen zu bewältigen.

Bildergalerie

  • In den Kabeln steckt M2M-Mobilfunktechnik von Vodafone – zur Authentifizierung und Autorisierung des Ladevorgangs.

    Bild: Daniel Meyer, ubitricity

  • Mit den „intelligenten“ Ladekabeln des Berliner Startups Ubitricity kann man sein Elekto-Auto mal eben an der Straßenlaterne aufladen.

    Bild: Daniel Meyer, ubitricity

Verwandte Artikel