Mehr als jedes dritte mittelständische Unternehmen in Deutschland kennt kein Förderprogramm für Investitionen in die eigene Energieversorgung. Das zeigt eine repräsentative Studie der Meistro Gruppe. Selbst der KfW-Förderkredit 270 ist lediglich gut einem Drittel der Unternehmen bekannt. Dabei ist das Interesse an einer unabhängigen Energieversorgung groß. 40 Prozent der Unternehmen berichten, dass sie innerhalb der vergangenen zwölf Monate Probleme bei ihrer Energieversorgung erlebt haben. Entsprechend verfolgt fast jedes zweite Unternehmen (44 Prozent) das Ziel, sich unabhängiger vom klassischen Strombezug aufzustellen.
Die Investitionsbereitschaft ist vorhanden. So plant rund jedes dritte Unternehmen Investitionen von bis zu 250.000 Euro in die eigene Energieversorgung, während weitere 23 Prozent mit Investitionen zwischen 250.000 und 500.000 Euro kalkulieren.
Eigenversorgung bleibt oft punktuell
In der Praxis setzen jedoch nur wenige Unternehmen auf eine konsequente Eigenversorgungsstrategie. Zwar erzeugen bereits 39 Prozent eigenen Strom – überwiegend mithilfe von Photovoltaikanlagen –, doch nur 13 Prozent decken ihren Energiebedarf systematisch über selbst erzeugte Energie. Weitere 26 Prozent planen entsprechende Projekte innerhalb der kommenden zwölf Monate.
Ein Blick auf die größten Hürden zeigt, warum viele Vorhaben nicht umgesetzt werden: 27 Prozent der Unternehmen nennen regulatorische Vorgaben als wesentliches Hindernis, 26 Prozent beklagen fehlende Investitionssicherheit. Hinzu kommt die geringe Bekanntheit bestehender Förderprogramme. Die Studienergebnisse legen nahe, dass fehlende Orientierung Investitionsentscheidungen ebenso bremst wie regulatorische Unsicherheit.
Energiepolitik wird kritisch bewertet
Auch die energiepolitischen Rahmenbedingungen werden kritisch bewertet. Fast jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) beurteilt die Energiepolitik der Bundesregierung negativ. „Die Investitionsbereitschaft im Mittelstand ist vorhanden – viele Unternehmen wollen ihre Energieversorgung unabhängiger und widerstandsfähiger aufstellen“, sagt Niels Keunecke, CEO der Meistro-Gruppe.
„Unsere Studie zeigt jedoch, dass zahlreiche Unternehmen bestehende Fördermöglichkeiten gar nicht kennen und gleichzeitig mit komplexen regulatorischen Anforderungen konfrontiert sind. Der Industriestrompreis verdeutlicht zwar, wie wichtig wettbewerbsfähige Energiekosten für Unternehmen sind. Für den überwiegenden Teil des Mittelstands bleibt jedoch die eigene Energieversorgung der entscheidende Hebel, um Energiekosten langfristig zu steuern und die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, transparente Förderangebote und praxisnahe Unterstützung.“