Hygienisches Design sorgt dafür, dass eine Produktionsanlage allen gängigen Hygieneanforderungen genügt.

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Hygienisches Design in der Lebensmittelindustrie Kompromisslos sauber

15.02.2018

Der Röntgeninspektionsprofi Eagle lebt vor, dass sich strenge Hygienevorschriften bei der Herstellung von Lebensmitteln und der Einsatz von Inspektionstechnologien nicht gegenseitig ausschließen. Hygienisches Design heißt das Zauberwort.

Wenn es um das Thema Sicherheit geht, steht die Lebensmittelindustrie ständig im Blickpunkt. Angesichts der Forderungen von Verbrauchern, Regierungen und Händlern nach einer immer strengeren Überwachung der Herstellungsprozesse gewinnt das hygienische Design von Produktionsanlagen zunehmend an Bedeutung. Viele Lebensmittel durchlaufen sekundäre Prozesse wie beispielsweise Kochen oder die Aufbereitung der Rohmaterialien, bevor das Endprodukt zum Verbraucher gelangt. Einige dieser Prozesse dienen der Sterilisierung des Produkts.

Bei der Verarbeitung von Fleisch und Geflügel hingegen wird zwar die Form der Produkte verändert (zum Beispiel beim Wolfen von Fleisch in der Burger-Produktion), doch es erfolgt in der Regel keine sekundäre Verarbeitung, das heißt ein Großteil der Produkte gelangt in rohem Zustand zum Endverbraucher. Aus diesem Grund sind hygienegerechte Produktionsanlagen in der Fleisch- und Geflügelindustrie besonders wichtig. Doch mittlerweile rüsten auch in anderen Branchen immer mehr Hersteller auf hygienegerechte Anlagen um. Die neuen Systeme sollen in erster Linie die Lebensmittelsicherheit erhöhen und damit das Vertrauen der Kunden stärken, aber auch das Risiko potenzieller Produktrückrufe minimieren.

Was ist hygienisches Design?

Das North American Meat Institute (NAMI) veröffentlichte 2002 erstmals einen Leitfaden, in dem erklärt wird, was hygienisches Design für Kunden und Hersteller bedeutet. Das Dokument erwies sich für Systemanbieter als nützliches Hilfswerkzeug, um zu entscheiden, ob das Design eines gegebenen Systems den Hygieneanforderungen genügt und für den vorgesehenen Einsatzzweck geeignet ist.

Im Hinblick auf die extremen Betriebsbedingungen in der Lebensmittelindustrie sollten hygienegerechte Systeme für eine lange Nutzungsdauer ausgelegt sein. Auch die Robustheit des Systems ist von entscheidender Bedeutung. Diese Kriterien stehen jedoch in scheinbarem Widerspruch zu einer weiteren Anforderung, die vor allem bei der Produktinspektion eine wichtige Rolle spielt: Präzision. So liefert zum Beispiel Präzisions-Röntgentechnologie zur Überwachung der Produktqualität eine optimale Leistung, wenn sie unter wohldefinierten und kontrollierten Bedingungen eingesetzt wird.

Robustheit und Präzision gehen nicht notwendigerweise Hand in Hand, schließen sich aber auch nicht gegenseitig aus. Vielmehr müssen sie sorgfältig aufeinander abgestimmt sein. Röntgeninspektionssysteme verfügen beispielsweise über einen Generator, der Röntgenstrahlen erzeugt. Dieser durch ein Fenster geleitete Strahl durchquert das Produkt, das Transportband und schließlich den Detektor. Um ein Austreten von Röntgenstrahlung zu verhindern, ist das System durch ein Gehäuse geschützt. Das Konzept des hygienischen Designs sieht nun vor, dass die zugehörigen Maschinen zwar jeden Tag sowohl außen als auch innen gründlich gereinigt werden, dabei aber stets der Schutz der Technologie berücksichtigt wird und der sichere Systembetrieb niemals gefährdet ist. Werden diese unterschiedlichen Anforderungen unter Verwendung anerkannter Konstruktionsverfahren gebührend berücksichtigt, entsteht ein System, das allen Ansprüchen in Bezug auf Hygiene, Langlebigkeit und Inspektionspräzision gerecht wird.

Systeme, deren Bauweise den NAMI-Prinzipien für hygienisches Design entspricht, erfüllen eine Reihe branchenspezifischer Kriterien mit konkreten Vorgaben bezüglich der Hygiene­tauglichkeit. Hierzu zählen beispielsweise Typ und Beschichtung der zu verwendenden Werkstoffe. Auch wird Wert darauf gelegt, dass Bereiche, in denen sich Produktreste ansammeln und somit mikrobiologische Verunreinigungen entstehen können, eliminiert werden. Darüber hinaus gibt es konkrete Spezifikationen bezüglich des eigentlichen Systembetriebs in Form anerkannter Verfahren für die Inspektion, Wartung und Reinigung.

Hersteller müssen immer wieder aufs Neue abwägen, welches Maß an Hygiene und Sauberkeit für die jeweilige Betriebsumgebung nötig ist, um den Schutz der Verbraucher und des Markenrufs zu maximieren, die Konformität mit gesetzlichen Bestimmungen zu gewährleisten und gleichzeitig die Rentabilität zu wahren.

IP69 und hygienisches Design

In der Lebensmittelindustrie eingesetzte Produktionssysteme müssen sich vor allem durch einfachen Zugang und hohe Reinigungsfreundlichkeit auszeichnen. Insbesondere ist darauf zu achten, dass vor, während und nach der Systemreinigung schnell überprüft werden kann, ob das Verfahren ordnungsgemäß und vollständig ausgeführt wurde. Systeme mit hygienischem Design weisen weitestgehend glatte Oberflächen für eine schnelle Sichtprüfung auf, was zu kürzeren Reinigungszyklen beiträgt.

Hygienegerechtes Design wird häufig fälschlicherweise mit der Schutzart IP69 gleichgesetzt. IP69 gibt jedoch lediglich den Grad des Eindringschutzes an. IP69-konforme Systeme sind nicht automatisch hygienegerecht, und umgekehrt müssen hygienegerechte Systeme nicht notwendigerweise in der Schutzart IP69 ausgeführt sein. Mit Blick auf die vorgeschriebene Nassreinigung in der Lebensmittelindustrie wird aber häufig eine Kombination beider Merkmale gefordert, um eine langjährige Nutzungsdauer sicherzustellen.

Die Schutzart gewährleistet, dass während der Nassreinigung weder Wasser noch Fremdkörper in die Schaltschränke und Gehäuse eindringen. Einige Eagle-Systeme sind in der Schutzart IP69 ausgeführt, entsprechen aber nicht den Standards für hygienisches Design. Umgekehrt weisen aber alle hygienegerechten Eagle-Systeme die Schutzart IP69 auf. Das Verständnis dieses feinen, aber bedeutsamen Unterschieds ist überaus wichtig.

Hygiene von Anfang an

Beim Design von Systemen, die speziell für den Einsatz in höchst anspruchsvollen Umgebungen und Anwendungsbereichen vorgesehen sind, verfolgt Eagle einen eigenen Ansatz. Während viele Anbieter versuchen, Systeme, die in allgemeinen Verpackungsanwendungen eingesetzt werden, so anzupassen, dass sie sich auch für den Betrieb unter rauen Umgebungsbedingungen eignen, entwickelt Eagle seine Systeme ganz bewusst von Grund auf in Übereinstimmung mit den NAMI-Richtlinien für hygienisches Design. Auf diese Weise erhält der Kunde ein robustes Produkt, das exakt auf seine individuellen betrieblichen Anforderungen abgestimmt ist.

Ein nachträglich angepasstes System mag zwar in der Anschaffung günstiger sein. Dafür zeichnen sich speziell für einen gegebenen Einsatzzweck entwickelte Systeme durch deutlich geringere Gesamtbetriebskosten aus, haben eine längere Lebensdauer und bieten dem Endnutzer ein wesentlich höheres Wertschöpfungspotenzial.

Zuweilen herrscht die vorgefasste Meinung, dass Produktinspektionssysteme nur dann optimale Resultate liefern können, wenn der Hersteller erhebliche Kompromisse im Hinblick auf hygienisches Design eingeht. Dies ist keineswegs der Fall. Systeme, die von Beginn an unter hygienischen Gesichtspunkten entwickelt wurden, erfüllen sämtliche Anforderungen in Bezug auf einen hygienegerechten Betrieb. Die Tatsache, dass es sich um Inspektionstechnologie handelt, bedeutet nicht zwangsläufig, dass deshalb geltende Standards aufgeweicht oder Erwartungen heruntergeschraubt werden müssen.

Bildergalerie

  • In der Lebensmittelindustrie eingesetzte Produktionssysteme müssen leicht zugänglich und gut zu reinigen sein.

    Bild: Eagle

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