Alfa Laval Mid Europe GmbH

Mikroplastik im Wasser – klein, aber alles andere als fein!

Bild: iStock, Anna Kim

Nachgefragt: Wie lässt sich Mikroplastik aus dem Wasser entfernen? Kleine Partikel mit großen Folgen

15.11.2021

Kunststoff ist vielseitig und praktisch - gleichzeitig aber auch hoch problematisch. Denn durch Kosmetikartikel, Reifenabrieb und Kleidung gelangen kleinste Partikel, sogenanntes Mikroplastik, über das Abwasser zum Teil in die Umwelt. Das Problem wird viel diskutiert: Wie kriegen wir das Mikroplastik aus dem Wasser?

Das sagen die Experten:

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  • Christian Garbers, Division Manager Food & Water, Alfa Laval Mid Europe: In dem dänischen Forschungsprojekt „Plastic Free Roskilde Fjord” hat ein Membranbioreaktor von Alfa Laval bewiesen, dass er eine hochwirksame Technologie zur Entfernung von Mikroplastik aus Abwasser ist. Der Membranbioreaktor filtert dort bis zu 0,2 μm – ein Tausendstel des Durchmessers der Netze oder Filter, die in Standard-Plastikschleppnetzen eingesetzt werden. Alfa Laval hat den Membranbioreaktor für die kommunale und industrielle Abwasserbehandlung entwickelt. Seine Membranen in Form von Hohlraumplatten sind genau passend für die speziellen Anforderungen von Kläranlagen und stellen für Mikroplastik eine undurchlässige Barriere dar. Das behandelte Wasser enthält weniger als 3 mg Schwebstoffe pro Liter, damit ist diese Ultrafiltration deutlich wirksamer als herkömmliche Technologien.

    Bild: Alfa Laval

  • Peter Krause, Geschäftsführer, Wolftechnik: Die Abtrennung von Feststoffen aus Flüssigkeiten ist genau unser Ding. Schon lange beschäftigen wir uns deshalb auch mit der Thematik zur Abtrennung von Mikroplastik aus Flüssen, Seen oder Meerwasser zu Analysezwecken. Hier hat sich in Zusammenarbeit mit diversen Instituten ein Standard etabliert, wie die Probenahme und Konservierung zur anschließenden Untersuchung im Labor erfolgt. Dabei wird bei der Beprobung ein Filtergehäuse mit einer eingebautem MS-Edelstahlgewebekerze mit entsprechender Filterfeinheit verwendet, um die Mikropartikel an der Oberfläche des Edelstahlgewebes anzureichern. Die so abgetrennten Mikropartikel können sehr eindeutig auf der Oberfläche des Edelstahlgewebes erkannt und zur anschließenden Analyse einfach entfernt werden.

    Bild: Wolftechnik

  • Leonie Wechler, Marketingkoordinatorin Deutchland, Xylem Water Solutions Deutschland: Wasseraufbereitungssysteme werden als hoch wirksam im Kampf gegen Mikroplastik in unserem Wasserkreislauf eingeschätzt. Studien ermittelten eine Wirksamkeit von über 90 Prozent, wobei die tertiäre Reinigungsstufe der Filtration den höchsten Nutzen aufweist. Xylem ist eines der führenden globalen Wassertechnologie-Unternehmen, das mit seinen Produkten und Dienstleistungen insbesondere Filteranlagen zur Bewältigung der Mikroplastikproblematik beiträgt und mit Hochdruck an innovativen Lösungen arbeitet, um noch den kleinsten Teil Plastik aus unserem Wasserkreislauf zu Filtern. Vor allem ein wachsendes Bewusstsein bei den Verbrauchern und deren Forderung nach Nachhaltigkeit stärken die Branche. Aus der Industrie hat die Nachfrage sehr stark zugenommen. Abwasseraufbereitungsanlagen müssen weltweit mit diesem Aufbereitungsschritt ausgestattet werden, der sicherstellt, dass Mikroverunreinigungen und beseitigt werden.

    Bild: Xylem

  • Dr. Ilka Gehrke, Head of Environment and Resources, Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits-, unnd Energietechnik: Mikroplastik kann sich oft jahrzehntelang in der Umwelt akkumulieren. Reifenabrieb zum Beispiel, der als unvermeidbar gilt, erscheint auf den ersten Blick als ein unlösbares Umweltproblem. Doch mittlerweile zeigt sich, dass traditionelle Kläranlagen mehr als 90 Prozent des Mikroplastiks zurückhalten. Filtereinsätze in Gullys und Sedimentationsbecken für Straßenabläufe helfen ebenfalls. Trotzdem werden Jahr für Jahr noch tausende von Tonnen Reifenabrieb in die Gewässer gelangen, vor allem in den Städten. Wir sind der Meinung, dass nachhaltiges Handeln heißt, Schäden vorzubeugen. Jetzt sind Autofahrer und Verkehrsplanung gefragt. Die beste Möglichkeit, Reifenabrieb zu vermeiden, ist eine umsichtige Fahrweise und fließender Verkehr in Innenstädten.

    Bild: Fraunhofer UMSICHT

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