Mit grünem Antrieb durchs blaue Nass: Die MS Innogy läuft mit klimaneutralem Methanol-Motor.

Bild: Innogy
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Greenfuel in der Schifffahrt Innogy präsentiert Alternative zum Öl

28.08.2017

Die Energiewende nimmt Fahrt auf – jetzt auch auf dem Wasser. In einer feierlichen Zeremonie am Essener Baldeneysee ist am 24. August 2017 die MS Innogy getauft und in den regulären Fahrgastbetrieb übergeben worden. Das Ausflugsschiff ist das erste Schiff in Deutschland, das mit einer umweltfreundlichen Methanol-Brennstoffzelle angetrieben wird.

Die nötige Energie für den gesamten Betrieb des Schiffes stammt ausschließlich aus regenerativen Quellen, die Belastung für das Klima soll gegen Null gehen. Mit dem Projekt stellt das Energieunternehmen Innogy im Rahmen der „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017“ erstmals die gesamte Wertschöpfungskette dar: von der Produktion des klimaneutralen Treibstoffs mithilfe erneuerbarer Energien bis zur Anwendung in einer Brennstoffzelle in einem Schiff. „Wir holen die Hightech-Forschung aus dem Labor und zeigen ganz praktisch, wie die saubere Energiezukunft ohne Öl aussehen kann“, erklärt Peter Terium, Vorstandsvorsitzender von Innogy. Mit erneuerbaren Energien werden grüne Treibstoffe wie Methanol produziert und damit klimafreundlich Schiffe, Flugzeuge und Schwertransporte angetrieben, fährt er fort.

Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, zeigt sich freudig über den Neuzugang in der Weißen Flotte Baldeney GmbH: „Es kommt sicher nicht alle Tage vor, dass wir ein neues Fahrgastschiff auf unserem Baldeneysee taufen können. Jährlich nutzen rund 100.000 Gäste das Angebot der Weißen Flotte. Sie ist damit ein touristischer Anziehungspunkt unserer Stadt, der jetzt noch attraktiver wird. Denn die künftige MS Innogy ist das erste Fahrgastschiff Deutschlands, das mit einer hochmodernen Methanol-Brennstoffzelle als Antriebssystem fährt.“ Zudem ist das Schiff Teil des Pilotprojekts greenfuel, im Zuge dessen aus Wasser, CO2 und grünem Strom ein klimaneutraler Energieträger entstehen soll.

Klimaneutraler Antrieb - wie funktioniert es?

Energieträger des klimafreundlichen Fahrgastschiffs ist Methanol, ein flüssiger Alkohol mit hoher Energiedichte. Erzeugt wird dieser direkt am Baldeneysee im Innogy Wasserkraftwerk am Stauwehr. In einer zwei mal zwei Meter großen Anlage wird Kohlendioxid aus der Umgebungsluft gefiltert und mit Hilfe von Strom und Wasser zu Methanol umgesetzt. Eine Brennstoffzelle nutzt das Methanol wiederum zur Stromerzeugung auf dem Schiff und speist einen batteriegepufferten Elektromotor. Der Clou: Das ganze Verfahren ist CO2-neutral, belastet also nicht das Klima. Im Betrieb setzt der Schiffsmotor nur so viel CO2 frei, wie zuvor für die Herstellung des Methanols aus der Luft gefiltert worden ist.

Saubere Treibstoffe, die sogenannten greenfuels, sind ein wesentlicher Beitrag, um die Verkehrswende zu beschleunigen. Der Weg soll weg von klimaschädlichen Treibstoffen wie Benzin und Diesel führen, und hin zu umweltfreundlichen Alternativen wie „grünem“ Methanol oder reinen Elektromobilen. PKW lassen sich schon heute problemlos rein elektrisch fahren. In vielen Bereichen der Logistik, etwa bei Schiffen, LKW und Flugzeugen, kann es jedoch noch relativ lange dauern, bis sich auch diese rein elektrisch betreiben lassen. Hier kann die greenfuel-Lösung schon heute eine Übergangslösung sein, um den Ausstoß von klimaschädlichen Emissionen im Verkehrssektor schnell und effizient zu senken.

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