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Modulares Steckverbindersystem Immer die passende Steckverbindung

15.08.2018

Die breite Palette modularer Steckverbindersysteme bietet Möglichkeiten, innerhalb eines Systems flexibel auf die Anforderungen neuer Applikationen zu reagieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass verschiedene Funktionen in einem Steckverbindergehäuse integriert sind.

Trends muss man folgen, wenn man den Anschluss nicht verpassen will. Dessen waren sich auch die Hersteller schwerer Industriesteckverbinder bewusst, als sich vor etwa 25 Jahren die Produktionsanlagen der großen Industrieunternehmen in vollautomatisierte Fertigungslandschaften zu verwandeln begannen. Die Vernetzung einzelner Maschinen und Förderanlagen zu einer reibungslos funktionierenden Produktionseinheit beinhaltete die Verteilung von Energie und Signalen, die Datenübertragung und nicht zuletzt die Implementierung sicherheitstechnischer Systeme.

Für alle genannten Funktionen hielt der Markt eine Vielzahl von Steckverbindersystemen bereit, die parallel zu­einander eingesetzt werden konnten. Die Auswahl der Bauteile stellte für die Konstrukteure eine ebenso große Herausforderung dar, wie die praktische Handhabung der verschiedenartigen Komponenten für das technische Fachpersonal bei der Erstellung einer Anlage beziehungsweise in deren laufendem Betrieb.

Steckverbinder bleiben unverzichtbar

Hinzu kamen Aspekte der Kostenentwicklung und des Beschaffungsaufwands, die vielerorts zu der durchaus naheliegenden Überlegung führten, auf den Einsatz von Steckverbindern weitestgehend zu verzichten und Anlagenteile mittels Festverdrahtungen miteinander zu verbinden. Ein Gedankenspiel, das sich nach näherer Betrachtung indes als praxisuntaugliche Alternative herausstellen sollte. Denn natürlich war die schnelle Austauschbarkeit einzelner Anlagenteile und damit die Vermeidung von Stillstandszeiten ein von Seiten der industriellen Anlagenbetreiber aufgestelltes oberstes Gebot. Der Steckverbinder durfte nicht nur in den Anlagen bleiben, er musste es sogar.

Ein Muss war nun allerdings, dass er sich den neuen Gegebenheiten und den damit verbundenen Erfordernissen anpasste. Aus diesem Grund wurden modulare Steckverbindersysteme entwickelt. Mit deren Hilfe können nun verschiedene Funktionen in einem Steckverbindergehäuse untergebracht werden.

Schneller Konfektionieren

Ilme legte von Beginn an ein besonderes Augenmerk auf eine schnelle und einfache Montage der modularen Steckverbinderserie Mixo. Hierfür sorgen starre Modulrahmen, die für ein bis sechs Module erhältlich sind. Mittels seitlicher Schwalbenschwanzprofile werden die Module zunächst zu einem festen Block zusammengefügt, dann als solcher in den Rahmen eingesetzt und mit einem Befestigungsclip sicher fixiert. „Gerade für Anwender, die viele modulare Steckverbinder bestücken und montieren, etwa Konfektionäre, ist dies ein wichtiges Merkmal,“ sagt Patrick Rieckhoff, technischer Leiter bei Ilme. „Denn die Zeit an der Werkbank hat nun einmal entscheidenden Anteil an der Projektkalkulation.“

Den Fokus auf einfachen und zugleich sicheren Anschluss richtete Ilme auch bei der Konzeption der Module für hohe Ströme 100 und 200 A. Anstelle der am Markt ebenfalls angebotenen Axialschraubtechnik setzt der Mailänder Hersteller hier auf den soliden Crimp-Anschluss. Hierzu erklärt Patrick Rieckhoff: „Vielen unserer Kunden ist eine gasdichte und vibrationssichere Verbindung äußerst wichtig. Die Crimp-Technik ist in diesen Punkten allen anderen Anschlussarten deutlich überlegen. Außerdem kann sie in kontrollierbarer und stets gleichbleibender Qualität reproduziert werden. Die Rückmeldungen zu diesem Thema, die wir von Anwendern erhalten, bestätigen uns, dass dieses Konzept richtig ist.

Über 50 verschiedene Modultypen

Aus intensiven Gesprächen mit Ingenieuren und Technikern zieht Ilme Anregungen und Ideen, die in die Optimierung bestehender oder in die Entwicklung neuer Produkte fließen. So ist die Mixo-Serie in den vergangenen Jahren auf 55 Modultypen gewachsen. Und das Programm wird analog der technischen Entwicklung am Markt kontinuierlich erweitert werden. Den Kern der Mixo-Baureihe bilden die Standardmodule zur Leistungs- und Signalübertragung für Nennströme von 5 bis 200 A und eine Bemessungsspannung von 50 V bis 2.900/5.000 V. Mit diesen Leistungsmodulen – aber natürlich auch ohne sie – lassen sich die verschiedenen Module für zum Beispiel Datenübertragungen kombinieren. Etwa zur Überwachung von Produktionseinheiten mit Hilfe von BUS-, USB-, D-Sub-, RJ45- oder Fast-Ethernet-Modulen.

Daten EMV-sicher übertragen

Wer hochsensible Daten EMV-sicher über Lichtwellenleiter (Glasfaser, HCS, POF, MOST, SC-Standard) transportieren möchte, wird in den LWL-Modulen die optimale Lösung finden. Zur zusätzlichen Reduzierung der Dämpfungswerte hat Ilme hierfür Keramikbuchsen aus Zirkonia entwickelt, die optional verwendet werden können. Der Einsatz dieser Technologie macht die Verwendung spezieller EMV-Gehäuse verzichtbar, sodass sich – etwa kombiniert mit den robusten Thermoplastgehäusen T-Type – die Kosten für den Steckverbinder insgesamt deutlich minimieren lassen.

Zur Übertragung von Druckluft bis 8 bar bietet das Mixo-Programm zwei Varianten an: Zum einen gibt es Steckverbinder mit Einsätzen für Pneumatikkontakte mit drei Kammern für Schläuche mit Innendurchmesser von 1,6 bis 4,0 mm. Daneben gibt es solche mit zwei Kammern für Schläuche mit einem Innendurchmesser von 6,0 mm. Optionale Buchsenkontakte mit Absperrung sorgen dafür, dass der Druckluftstrom beim Trennen des Steckverbinders sofort unterbrochen wird. Die Modulpalette von Mixo bietet dem Anwender also die Möglichkeit, innerhalb eines Systems flexibel auf geänderte Anforderungen zu reagieren.

Bildergalerie

  • Mit einem Befestigungsclip lassen sich die zusammengefügten Module sicher in einem Rahmen fixieren.

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  • Dank des Bausteinprinzips der Mixo-Serie lassen sich verschiedene Module miteinander kombinieren – zum Beispiel Leistungs- und Datenübertragungsmodule.

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