igus GmbH

Mittels eines selbstgebauten Hochtemperatur-3D-Druckers konnte Igus ein verschleißfestes und hitzebeständiges Filament herstellen.

Bild: Lukas Gojda, Igus

Verschleißfeste Kunststoffe Hochtemperatur-3D-Drucker für die Entwicklung neuer Filamente

14.11.2018

Hohe Temperaturen machen nicht nur vielen Maschinenelementen in Anlagen, sondern auch herkömmlichen 3D-Druckern zu schaffen. Um neue Filamente für Verschleißteile in Hochtemperaturanwendungen zu entwickeln, hat Igus jetzt einen Hochtemperatur-3D-Drucker gebaut.

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Low-Cost-Automation in der eigenen Fabrik: Nach dieser Idee hat Igus mit hauseigenen Maschinenbau-Komponenten einen HT-3D-Drucker für die Entwicklung neuer Hochtemperatur-Filamente gebaut. So wurden die kompletten Linearsysteme, bestehend aus Drylin-W-Linearführungen, Dryspin-Spindeln aus Edelstahl und Schrittmotoren aus dem Igus-Standard benutzt. Durch den neuen 3D-Drucker sollen Anwender mit dem Hochleistungskunststoff Iglidur J350 auf ein schmier- und wartungsfreies Filament für die Fertigung von hitzebeständigen Sonderteilen zurückgreifen können.

Präzise Verstellung bei extremer Hitze

Für die Mechanik griffen die Ingenieure auf hitzebeständige Edelstahlkomponenten der Drylin-W-Linearführung und Dryspin-Steilgewindespindeln in der X-, Y- und Z-Achse zurück. Schmiermittelfreie Linearlagerfolien und Spindelmuttern aus den Hochleistungskunststoffen Iglidur X und Iglidur C500 sollen für eine präzise Verstellung der Bauplatte sorgen, selbst bei Bauraumtemperaturen von bis zu 200 °C.

„In dem neuen 3D-Drucker setzen wir auf die Igus-Standardkomponenten, die auch bei den hohen Bauraumtemperaturen zuverlässig funktionieren“, sagt Tom Krause, Leiter Geschäftsbereich Additive Fertigung bei Igus. „Dabei benutzen wir eine Düse, die bei einer Temperatur von bis zu 400 °C das Filament aufschmelzen kann.“ Auf diese Weise habe Igus mit Iglidur J350 ein neues Filament für Hochtemperatur-Umgebungen entwickeln und ausgiebig testen können.

Verschleißteile für bis zu 180 °C

Den schmiermittelfreien Werkstoff Iglidur J350 führt Igus bereits im Gleitlager- und Halbzeug-Sortiment. Der Hochleistungskunststoff zeichnet sich laut Hersteller vor allem durch seine sehr hohe Verschleißfestigkeit und niedrigen Reibwerte auf Stahl aus. Der Dauerläufer soll sich damit besonders gut für Rotationen eignen und besitzt eine hohe Dimensionsstabilität bei Temperaturen bis zu 180 °C.

Mittlere bis hohe Belastungen sollen für Iglidur J350 kein Problem darstellen. Mittels des Hochtemperatur-3D-Druckers lässt sich das Filament auf einer mit einer PET-Folie ausgestatteten Druckplatte gut verarbeiten. Typische Anwendungsbereiche dafür finden sich beispielsweise in der Automatentechnik, im Bereich Automotive, in der Glasindustrie sowie im Maschinenbau.

Neben Iglidur J350 sind sechs weitere Filamente bei Igus erhältlich: vom Werkstoff mit Zulassung für den Lebensmittelkontakt bis hin zum Material für Anwendungen im Umfeld von Chemikalien. Bestellbar ist das Filament Iglidur J350 über den Online-Shop von Igus.

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