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Die radioaktive Strahlung an Atomkatastrophenstätten können nicht einmal Maschinen aushalten.

Bild: iStock, tankist276
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Strahlung setzt auch Maschinen außer Gefecht Fukushima wird zum Roboterfriedhof

08.03.2017

Durch immer mehr Fehler und Ausfälle verwandelt sich das havarierte Kernkraftwerksgelände in Fukushima Daiichi zunehmend in einen Friedhof für Roboter. Ein trauriges Ergebnis der 33 Milliarden Euro teuren Aufräumarbeiten.

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Dass der Aufenthalt in dem verstrahlten Kernkraftwerk für Menschen lebensgefährlich ist, weiß jeder. Doch dass die Strahlungsbelastung auch Roboter nach wenigen Stunden in die Knie zwingt, macht das Ausmaß der Atomkatastrophe nach sechs Jahren erneut überdeutlich.

Sechs Jahre nach dem GAU

Nach dem Erdbeben und darauffolgendem Tsunami am 11. März 2011 wurden große Teile der Küste Japans überflutet. So auch das Küstengebiet Fukushima, in dessen Hafenstadt Daichii ein staatliches Atomkraftwerk stand. In diesem fiel durch die Überflutung die Kühlung aus, was in drei Reaktoren zur Kernschmelze führte.

Sechs Jahre später versucht Tokyo Electric Power Company (Tepco) immer noch, die 544 Tonnen geschmolzener Kernbrennstäbe zu finden und zu entfernen. Sie sind unter den Trümmern der radioaktiven Ruinen verloren. Doch die ferngesteuerten Roboter, die mit diesem gefährlichen Bestreben beauftragt sind, scheitern immer wieder. Naohiro Masuda, Chef des Tepco-Stilllegungsprogramms drängte angesichts der sich häufenden Roboter-Ausfälle auf mehr Kreativität und Einfallsreichtum, wenn es um die nächste Generation von sogenannten Clean-up Bots geht. „Wir sollten neue Denkansätze finden, damit wir den Boden des Kerns untersuchen können und herausfinden, wie sich geschmolzener Treibstoffschutt ausbreitet,“ sagte Masuda gegenüber Reportern.

Der Skorpion scheiterte

Toshibas Skorpion-ähnlicher Roboter wurde im Februar in den Reaktor 2 geschickt, konnte aber sein gewünschtes Ziel nicht erreichen, weil sein Weg blockiert wurde. Es wurde dann in nur zwei Stunden mehr als das Fünffache der erwarteten Strahlenbelastungsgrenze ausgesetzt. Das Strahlungsniveau in diesem Reaktor wird auf etwa 650 Sievert pro Stunde geschätzt. Das würde einen Menschen innerhalb von Sekunden umbringen.

Der Roboter war dazu ausgelegt, etwa 1000 Sievert in der Stunde auszuhalten. Nach zwei Stunden fiel er aus. Den Technikern gelang es auch nicht, den Roboter mit einem Kabel wieder aus dem Sicherheitsbehälter herauszuziehen. Obwohl er es geschafft hat, Temperaturmessungen und Strahlungsniveaus zu erhalten, war er unfähig, Bilder zu erfassen, die den Kern oder die Lage der Kernstäbe zeigen.

Für die nächsten Erkundungsversuche dürfte der steckengebliebene Roboter ein zusätzliches Hindernis sein.

Ohne die Roboter wird es nicht gelingen

„Der Plan für die Beseitigung des Treibstoffs wird noch lange andauern, vermutlich 2020 und darüber hinaus“, sagte Jacopo Buongiorno, Professor für Nuklearwissenschaft und Ingenieurwissenschaften am Massachusetts Institute of Technology. „Der wiederverfestigte Treibstoff ist wahrscheinlich an der Gefäßwand und den Behälterinnenstrukturen festgebunden. So müssen die Trümmer geschnitten, geschöpft, in einen versiegelten und abgeschirmten Behälter gegeben und dann aus der Sicherheitshülle extrahiert werden. Das alles wird von Robotern gemacht.“

Die Reaktoren 1 und 3, die ebenfalls von einer Kernschmelze betroffen waren, sind noch nicht erkundet worden. Ein Roboter von Hitachi soll Reaktor 1 im März erkunden. Wie lange dieser Roboter durchhalten wird ist unklar, weil das Strahlungsniveau in diesem Reaktor noch nicht bekannt ist.

Bildergalerie

  • Ein Roboter sollte mit einer Hochdruck-Wasserpumpe Reinigungsarbeiten unter dem Druckbehälter in Reaktor 2 durchführen und war schon nach zwei Stunden nicht mehr funktionsfähig.

    Bild: Tepco

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