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Bild: Aunt_Spray

Industrialisierung der Satelliten Die Kommerzialisierung des Orbits

20.11.2018

Bei der Nutzung des Weltalls mittels Satelliten standen bislang wissenschaftliche, kommunikative und militärische Aspekte im Vordergrund. Dies ändert sich künftig massiv. Ganze Schwärme von Kleinsatelliten sollen den Globus umkreisen und die Menschheit mit Internet aus dem Orbit versorgen.

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Am 4. Oktober 1957 starteten die Sowjets vom Weltraumbahnhof Baikonur den ersten künstlichen Erdsatelliten mit einer modifizierten Interkontinentalrakete R-7: den Sputnik 1. Der Weltraumpionier war gerade mal 83.6 kg leicht. Sein Sender hatte eine Leistung von 1 Watt. Und dennoch führte dieser Sputnik 1 zu einem veritablen Sputnik-Schock. Sein unvergessliches Piepen versetzte den Westen in Panik. Chruschtschow hatte das Rennen ins All für sich entschieden.

Tonnenschwere High-Tech-Ungetüme

Mit diesem ersten Satelliten haben die uns mittlerweile vertrauten Kommunikations-, Wetter- oder Spionagesatelliten nur mehr wenig gemeinsam. Es handelt sich um meist tonnenschwere High-Tech-Ungetüme, deren Herstellung ein Vermögen kostet. Und dabei bleibt es ja nicht. Der Satellit will in seine Umlaufbahn gebracht werden. Hierfür braucht es eine Trägerrakete. Und die sind (noch) richtig teuer! Die Preise der etablierten Modell-Familien Ariane, Atlas oder Sojus schwanken bei den nutzlaststärkeren Versionen zwischen 60 und 170 Mio. US Dollar. Umgerechnet ergibt dies einen Kilopreis von zwischen 4000 und 8000 US Dollar. Die Kosten hängen also enorm von der Masse des Satelliten, der gewünschten Orbitalhöhe und der Wahl der Trägerrakete ab.

Zuverlässigkeit und neue Player

Wer zig Millionen für den Bau eines Satelliten ausgibt, möchte diesen selbstredend nicht bereits Sekunden nach dem Start in einem Feuerball abschreiben müssen. Nicht alle Trägerraketen bieten dieselbe Zuverlässigkeit. Für den Transport von Astronauten/Kosmonauten zur internationalen Raumstation ISS wird aktuell einzig die russische Sojus verwendet. Doch neue Player sind daran, das Geschäft mit Trägerraketen für kommerzielle Satelliten zu revolutionieren: SpaceX etwa will das Feld mit der teilweise wiederverwendbaren Falcon 9 aufmischen. Zu Preisen, bei denen die Europäer und Russen nicht mithalten können.

Die Idee ist grundsätzlich jedoch weder neu, noch sind die SpaceX-Ingenieure die einzigen, die an dieser kostensenkenden Technologie arbeiten. Auch Europa, Russland und Amazon-Gründer Jeff Bezos (Blue Origin) arbeiten an ähnlichen Konzepten. Erste Gehversuche in diese Richtung machten aber bereits die Sowjets vor Jahrzehnten 2 mit ihrer Trägerrakete Energija, deren Nachfolger Energija 2 vollständig wiederverwendbar hätte sein sollen. Das Ende der Sowjetunion bedeutet aber auch das Aus für die finale Entwicklung dieser Konstruktion.

Lesen Sie diesen Text weiter im White Paper Trends bei Weltraumsicherungen.

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