Florian Haspinger ist CEO und einer der vier Gründer von Holo-Light. Das AR-Startup zeigt mit seinen Augmented-Reality-Lösungen neue Wege auf, Engineering Workflows zu optimieren. Haspinger hat einen Engineering-Hintergrund. An der Technische Universität München spezialisierte er sich auf Luft- und Raumfahrttechnik im Bereich Maschinenbau.

Bild: Holo-Light

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Smart Development Volle Digitalisierung von Engineering Workflows

18.11.2020

Keine analogen Schritte mehr. Mit Augmented Reality können wir Arbeitsabläufe im Engineering komplett digitalisieren. Welche neuen Möglichkeiten bieten sich dadurch? Und wie werden Ingenieure in Zukunft arbeiten?

Florian Haspinger ist mit diesem Beitrag im A&D-Kompendium 2020 als einer von 100 Machern der Automation vertreten. Alle Beiträge des A&D-Kompendiums finden Sie in unserer Rubrik Menschen .

Urteilsvermögen, Kreativität, Erfahrung, Intuition und Überblick. Im Engineering –
von der Prototypenentwicklung bis hin zur Fabrikplanung – sind menschliche Fähigkeiten gefragt. Und wie bei der kollaborativen Robotik lassen sich diese mit den Vorteilen einer innovativen Technologie verbinden.

Im jetzigen Workflow arbeiten Ingenieure mit 3D-Modellen in CAD-Systemen wie CATIA oder AutoCAD: auf 2D-Bildschirmen und im verkleinerten Maßstab. Die Überprüfung von Konzepten und der Abgleich mit der Realität erfolgen dabei meist per Hand. Ingenieure lassen Prototypen anfertigen, drucken Papierpläne aus, zeichnen Daten aus dem CAD-System ein und prüfen anschließend – mit dem Klemmbrett ausgerüstet – die Entwürfe im Feld. Das ist zeitintensiv und vor allem fehleranfällig. In einen eigentlich digitalen Prozess schleichen sich analoge Lücken ein. Und so banal es klingt, bereits eine handschriftliche Notiz führt zu Effizienzverlusten. Der Arbeitsablauf lässt sich so nur erschwert in eine automatisierte Prozesskette einbinden.

Augmented Reality schließt analoge Lücken

Mit Augmented Reality können wir diese analogen Lücken schließen. Unser Augmented Reality Engineering Space (ARES) etwa schafft einen digitalen Kommunikationsraum und interaktiven AR-Arbeitsplatz. Ingenieure können CAD-Daten als Hologramme in realer Umgebung visualisieren, manipulieren und in einer virtuellen Sitzung gemeinsam bearbeiten. Alle in der Arbeitssitzung vermerkten Informationen beziehungsweise am digitalen 3D-Modell notierten und markierten Anpassungen sind dann lückenlos in Automatisierungssysteme der weiteren Workflows integrierbar.

Engineering-Arbeitsabläufe in der Planung, Entwicklung und Produktion werden so vollständig digitalisiert und weiter optimiert. Über eine AR-Brille wie Microsofts HoloLens 2 lassen sich beispielsweise Varianten oder finale Konzepte in 3D sowie Originalgröße darstellen. Unstimmige Details beziehungsweise leicht übersehbare Konstruktionsfehler des Modells sind deutlich sicht- und modifizierbar. Auch geplante Maschinen oder Baugruppen können direkt an ihrem vorgesehenen Zielort visualisiert und manipuliert werden.

So lässt sich anhand eines digitalen AR-Zwillings die Produktentwicklung deutlich beschleunigen und schnell feststellen, ob Planung und Realität vereinbar sind. Konzept­aussagen können im Vergleich zu einem Projekt ohne AR-Unterstützung bis zu 15 Monate früher getroffen werden.

Gute Engineering-Tools sparen Zeit

Wie bei vielen Veränderungsprozessen sind es in großem Maße die Mitarbeiter, die über Erfolg oder Scheitern einer Technologie entscheiden. Es muss für sie erkennbar sein, wie die Digitalisierung altbekannter Arbeitsprozesse ihre konkreten Anforderungen und Bedürfnisse im Einsatz adressiert.

Gute Engineering-Tools helfen dem Ingenieur oder Maschinen- und Anlagenplaner, trotz Personal- und Kapazitätenknappheit, den Wettlauf gegen die Zeit und Budgetvorgaben zu gewinnen. Die passende Augmented Reality Software ist dabei nicht nur ein Tool, das Vorteile auf Unternehmensebene generiert, sondern dem direkten Anwender die Mehrwerte der Digitalisierung in seinem Arbeitsalltag aufzeigt und erlebbar macht.

Die Digitalisierung ist im Engineering sowie der Maschinen- und Anlagenplanung eine der wichtigsten und zugleich zukunftssichernden Aufgaben. Nur wer schon heute die richtigen Schritte unternimmt, wird sich in einem hoch kompetitiven Marktumfeld beweisen können. Die vollständige Digitalisierung von Engineering Workflows mit Augmented Reality ist einer dieser Schritte.

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