Bei der Verpackung der empfindlichen Blätterteigwaren steht der Anbieter vor einem Problem: Häufig gelangen Produktbestandteile in die Siegelnähte der Schalen.

Bild: iStock, AlasdairJames

Aufbackware Sicherheitsrisiko Blätterteig

02.12.2016

Empfindliche Blätterteigwaren zum Aufbacken machen das Verpacken unter Schutzatmosphäre zur Herausforderung, weil sie zum Zerbröseln neigen. Ein neu entwickeltes Inline-System hilft bei der Detektion von Leckagen.

Die Ofen Schnecken des Thüringer Backwarenherstellers M-Back sind Kleingebäcke aus Blätterteig, angeboten in zwei Sorten, die mit einer Kombination aus Hirtenkäse und frischen Kräutern oder Spinat gefüllt sind. Verpackt werden die Aufback-Produkte, die M-Back für den Markenartikler Meggle produziert, in Tiefziehschalen mit jeweils zwei oder drei Stück Inhalt und Füllgewichten von 180 und 300 gr.

Seit dem Frühjahr 2016 sind die Ofen Schnecken auf dem deutschen Markt erhältlich. Bei der Verpackung der empfindlichen Blätterteigwaren steht der Anbieter vor einem Problem: Häufig gelangen Produktbestandteile in die Siegelnähte der Schalen. Die Produktbestandteile in der Versiegelung können undichte Stellen verursachen, durch die womöglich Schutzgas entweicht und Feuchtigkeit einzieht. In seltenen Fällen treten durch äußere Einflüsse zudem Löcher in der Folie auf. Werden solche fehlerhaften Verpackungen nicht aus dem Verkehr gezogen, beeinträchtigt das mitunter Haltbarkeit und Erscheinungsbild der Kühlprodukte.

Produktbestandteile in den Siegelnähten

„Früher machten wir bei den kleineren Chargen eine Sichtkontrolle“, erklärt Marcel Schwebler, Abteilungsleiter Verpackung bei M-Back. „Dieses Verfahren war angesichts des stark gesteigerten Ausstoßes nicht mehr praktikabel. Also haben wir nach einer vollautomatischen Lösung für die Qualitätskontrolle gesucht, die absolut zuverlässig ist.“ Da traf es sich gut, dass ungefähr zeitgleich Ishida AirScan die Marktreife erlangte, ein vom Verpackungshersteller Ishida neu entwickeltes System für die Leckdetektion bei MAP-Verpackungen.

Ishida AirScan erfasst mit Lasertechnologie austretendes Kohlendioxid (CO2), welches in den meisten MAP-Verpackungen für Lebensmittel enthalten ist. Das Hochleistungssystem prüft jede einzelne Schale in weniger als 20 ms auf Spuren von entweichendem CO2. Zuverlässig gefunden werden sogar Löcher von nur 0,3 mm Durchmesser und das bei Geschwindigkeiten von bis zu 180 Verpackungen pro Minute. Die Anwender reduzieren zugleich die Materialkosten, denn das Prüfverfahren arbeitet anders als Siegelnahttester ohne Druckausübung und daher völlig zerstörungsfrei. Binnen weniger Minuten kann das Inline-System in bestehende Verpackungslinien integriert werden, wofür keine Modifikationen der Förderanlagen erforderlich sind.

Völlig zerstörungsfreies System

M-Back installierte Ishida AirScan im April 2016. Ihren Platz fand die Maschine am Ende der Verpackungslinie eingefügt zwischen weiteren Kontrollsystemen und der Etikettierung. Seitdem hat sich die Qualitätssicherung deutlich verbessert. Rund drei Prozent der Verpackungen werden als undicht erkannt, mittels einer Luftdüse ausgeschieden und in eine Sammelkammer befördert, um anschließend neu verpackt zu werden. Die Vorgabe von M-Back war die sichere Identifikation von Leckagen ab 0,4 mm Durchmesser, und die Einhaltung wird regelmäßig überwacht, indem Verpackungen mit einer entsprechenden Nadel angestochen und getestet werden. „Wir finden aber definitiv sogar noch kleinere Löcher“, berichtet Marcel Schwebler. „Zur Veranschaulichung: Beim Eintauchen der beanstandeten Verpackungen im Wasserbad ist kein Gas­austritt zu beobachten. Im Labor können wir aber die veränderte Zusammensetzung der Gasmischung nachweisen.“

30 m pro Minute scannen

Im Zweischichtbetrieb kontrolliert Ishida AirScan 3.500 Schnecken-Rollen-Verpackungen pro Stunde, was einer Bandgeschwindigkeit von 30 m pro Minute entspricht. „Bei der Geschwindigkeit gibt es keine Alternative zum AirScan System“, so Schwebler, der auch die Anwenderfreundlichkeit und Verfügbarkeit hervorhebt. Die Bedienung des weitgehend wartungsfreien Systems sei extrem einfach und sicher. Für Produktwechsel sind keine Änderungen der Einstellungen erforderlich, einzig der höhenverstellbare Kontrollarm mit dem Sensorkopf muss mitunter den unterschiedlichen Verpackungshöhen angepasst werden. Die Trockenreinigung vor und nach jeder Produktionscharge ist binnen zehn Minuten erledigt.

Die gesammelten Produktionsdaten lassen sich als Schichtberichte ausdrucken. Künftig will M-Back das System Ishida AirScan auch anbinden an eine Produktionsauswertungssoftware. Das Qualitätsplus geht einher mit deutlich reduzierten Arbeitskosten, weil die beiden ehemals für die Sichtkontrolle eingesetzten Mitarbeiter nun für andere Aufgaben zur Verfügung stehen.

Bildergalerie

  • Das Ishida AirScan-System erkennt kleinste Leckagen und verbringt Ausschussprodukte in eine Sammelkammer.

    Bild: Ishida

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