Wolfgang Schenk studierte Nachrichtentechnik an der Fachhochschule für Technik in Esslingen. Seit 1986 ist er bei dem Netzwerkspezialisten Hirschmann Automation and Control, heute ein Unternehmen der Belden Gruppe. Nachdem er zunächst in verschiedenen Funktionen in den Bereichen Service, Vertrieb und Marketing tätig war, wurde er zum Vice President und Managing Director Industrial Networking berufen und verantwortet heute den Bereich Business Development der Sparte Industrial Automation von Belden. 1999 war er an der Gründung der Industrial Automation Open Network Alliance (IAONA) beteiligt und ist heute Mitglied des Arbeitskreises Cybersicherheit und des Führungskreises Industrie 4.0 beim ZVEI.

Bild: Belden

New Business Models Netzwerkbetrieb als Dienstleistung

24.09.2020

Um die Effizienz der Prozesse ständig zu steigern, müssen Unternehmen immer mehr Daten vom Sensor bis in die Cloud übertragen und analysieren. Deshalb ist ein leistungsfähiges und rundum geschütztes Netzwerk ein wichtiger Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg. Da sich die Welt der industriellen Datenkommunikation laufend verändert, kann dessen Betrieb jedoch schnell zu einer wahren Herkulesaufgabe werden. Aber es geht auch einfacher.

Wolfgang Schenk ist mit diesem Beitrag im A&D-Kompendium 2020 als einer von 100 Machern der Automation vertreten. Alle Beiträge des A&D-Kompendiums finden Sie in unserer Rubrik Menschen .

Bei Hirschmann Automation and Control hat sich von Anfang an alles um die Netzwerktechnik gedreht. Unser Unternehmen, das heute Teil der Belden Gruppe ist, gehörte zu den Pionieren bei Industrial Ethernet und war maßgeblich an der Standardisierung und Weiterentwicklung dieser Technologie im Rahmen der IEEE und der IEC beteiligt. Das reichte von einer unterbrechungsfreien und performanten Datenkommunikation durch Fehlertoleranzverfahren wie PRP und HSR über zuverlässige Cybersicherheitsmechanismen bis hin zu einer deterministischen Datenübertragung mit TSN.

Wir waren immer überzeugt, dass offene Standards der einzige Königsweg sind, da die Anwender so größtmögliche Flexibilität für den Aufbau ihres Netzwerks erhalten. Aber diese Ansicht wurde nicht von allen geteilt.

Es entstanden herstellerspezifische Lösungen wie Profinet und EtherNet/IP, die zwar das gesamte Spektrum der heutigen Automatisierung abdecken, aber weder untereinander noch mit Standard-Ethernet auf allen Leistungsebenen vollständig kompatibel sind. Außerdem stoßen diese Lösungen schnell an Grenzen, wenn es darum geht, neue Technologien zu entwickeln und umzusetzen. Denn jeder Hersteller ist mehr oder weniger auf sich allein gestellt.

Herausforderungen gemeinsam bewältigen

Mittlerweile hat sich indessen die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Herausforderungen der Zukunft nur gemeinsam bewältigt werden können. Ein Beispiel dafür ist das neue, herstellerübergreifende Kommunikationsprotokoll OPC UA, das es ermöglicht, Daten vom Sensor bis in die Cloud zu übertragen und mit speziellen IT-Systemen zu analysieren.

Hier sind wir ebenso mit von der Partie wie etwa bei der Entwicklung von Single Pair Ethernet, mit dem sich alle Geräte in der Feldebene über eine Verkabelung mit nur noch einem Adernpaar kostengünstig vernetzen und mit Spannung versorgen lassen.

Trotz offener Standards ist es jedoch nicht so einfach, ein Netzwerk aufzubauen, dass die Anforderungen der Anwender optimal erfüllt. Zwar ist das kein Buch mit sieben Siegeln, aber die Tücke steckt wie so oft im Detail. Hinzu kommt, dass Netzwerke immer wieder für zusätzliche Applikationen erweitert, gegen neue Cyberbedrohungen geschützt und last but not least laufend gewartet werden müssen. Kurzum, der Betrieb eines Netzwerks ist ein ständiger Prozess, der Know-how und erhebliche Ressourcen erfordert.

Maßgeschneiderte Netzwerklösungen

Durch eine langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der industriellen Datenkommunikation und ein umfassendes Produktportfolio kann Belden komplette, maßgeschneiderte Netzwerklösungen umsetzen, die auf dem neusten Stand der Technik sind und maximale Cybersicherheit gewährleisten.

Außerdem bauen wir an fünf Standorten in Europa, Nordamerika und Asien Customer Innovation Center auf, deren Experten unsere Kunden schulen, gemeinsam mit ihnen Design- und Kompatibilitätstests durchführen und auf Wunsch auch deren Netzwerk betreiben. Somit müssen sich Unternehmen nicht mehr darum kümmern, wie ihre Daten von A nach B kommen, sondern sich ganz auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren.

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