Oft ist der Mitarbeiter die erste Hürde, die Cyberkriminelle überwinden müssen, um ins Unternehmen einzudringen.

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Cybersecurity in Unternehmen Wenn der Mitarbeiter mit dem Hacker kooperiert

25.07.2017

Nicht Hacker oder Viren sind laut einer globalen Studie die größten Cyber-Sicherheitsrisiken für ein Unternehmen - sondern die eigenen Mitarbeiter.

Fast die Hälfte aller Cybersicherheits-Vorfälle - 46 Prozent - werden von Mitarbeitern verursacht, zeigt eine weltweite Studie von Kaspersky Lab. Noch schlimmer: Bei 40 Prozent der weltweit befragten Unternehmen versuchen Mitarbeiter, selbst verschuldete Cybersicherheitsvorfälle zu vertuschen. Gerade gezielte Attacken haben es oftmals auf die mangelnde Sorgfalt oder Aufmerksamkeit der Mitarbeiter abgesehen. Denn für Cyberkriminelle sind Mitarbeiter das am einfachsten zu überwindende Einfallstor für Angriffe auf das Unternehmen.

Sicherheitsrisiko: Gutgläubige Mitarbeiter

Laut Studie von Kaspersky Lab wurden im vergangenen Jahr 28 Prozent aller zielgerichteten Attacken über Phishing beziehungsweise Social Engineering durchgeführt. Ein Beispiel: Eine E-Mail enthält eine schädliche als Rechnung eines Lieferanten getarnte Datei; wird diese von einem sorglosen Buchhalter geöffnet, kann das Unternehmensnetzwerk bereits infiziert sein. Eine ebenfalls verbreitete Masche ist der sogenannte CEO Fraud, dem vergangenes Jahr beispielsweise ein namhafter Kabelhersteller zu Opfer gefallen ist.
„Mitarbeiter öffnen Cyberkriminellen oftmals die Türen zur Infrastruktur eines Unternehmens“, erklärt David Jacoby, Sicherheitsforscher bei Kaspersky Lab. „Das Angriffsspektrum reicht von Phishing-Mails über zu schwache Passwörter bis zu vermeintlichen Anrufen des IT-Supports. Eine weitere Masche sind scheinbar verlorene und kompromittierte Speicherkarten, die gezielt auf dem Firmenparkplatz oder im Sekretariat platziert und dann von gutmeinenden Kollegen gefunden und ausgelesen werden.“

Mitarbeiter vertuschen Cybersecurity-Pannen

Aus Angst vor möglichen Konsequenzen halten sich Mitarbeiter bei der Meldung von Cybersicherheitsvorfällen zurück– laut der Kaspersky-Studie geschieht dies bei 40 Prozent der Unternehmen. Die Folgen sind gravierend, denn Sicherheitsexperten müssen Cybersicherheitsvorfälle so schnell wie möglich identifizieren, um sie adäquat bekämpfen zu können. Statt mit strengen Regeln und Konsequenzen zu drohen, sollten Unternehmen daher die Aufmerksamkeit und den Kooperationswillen fördern.

Das schwächste Glied der Kette stärken

„Cybersicherheit ist nicht nur eine Frage der Technologie, sondern auch eine Frage der Unternehmenskultur. Das sollte auch dem Top-Management und den Personalabteilungen bewusst sein“, so Slava Borilin, Security Education Program Manager bei Kaspersky Lab. „Wenn Mitarbeiter Vorfälle vertuschen, hat das gute Gründe: zu strenge und unklare Richtlinien, zu viel Druck oder die Suche nach Schuldigen. Das alles bringt Mitarbeiter dazu, aus Angst die Wahrheit zu vertuschen. Weit bessere Ergebnisse bringen eine positive Kultur der Cybersicherheit, die auf Awareness-Bildung und Informationsfluss setzt und von der Unternehmensleitung vorgelebt wird.“

Unternehmen wissen inzwischen um die Bedeutung der Mitarbeiter für ihre Sicherheit. Jedes zweite (52 Prozent) sieht im Personal das schwächste Glied der IT-Sicherheitskette und jedes dritte Unternehmen (35 Prozent) möchte aus diesem Grund Weiterbildungsmaßnahmen durchführen. Das ist die zweithäufigste Maßnahme für mehr Sicherheit nach dem Einsatz besserer Software (43 Prozent).

Technik und Mitarbeiter gleichermaßen schützen

Der Königsweg für die Vermeidung von menschlichen Cybersicherheitsfehlern liegt in der Kombination von technischen und personellen Maßnahmen.

  • Personelle Maßnahmen: Sicherheitstrainings, klar und knapp formulierte Richtlinien, Weiterbildungs- und Motivationsmaßnahmen sowie ein positives Betriebsklima.

  • Technologische Lösungen: Über Endpoint-Sicherheitslösungen lassen sich menschliche Fehler von Mitarbeitern eindämmen. Über vorkonfigurierte Schutzmaßnahmen und erweiterte Sicherheitseinstellungen können hierbei auch spezielle Anforderungen von kleinen und mittleren Unternehmen sowie Konzernen berücksichtigt werden.

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