ABB AG Turck – Hans Turck GmbH & Co. KG

Vertreter aus der Prozessindustrie geben einen Ausblick auf 2020.

Bild: iStock, GeorgePeters

Branchenumfrage Wie blicken Sie ins Jahr 2020?

29.10.2019

Die Prozessindustrie ist in Bewegung. Dezentrale Systeme, Künstliche Intelligenz und Modularität sind Schlagwörter, die nicht nur die Fachpresse umtreiben. Wir wollten deshalb wissen: Was ist die größte Herausforderung, was der wichtigste Trend für Ihr Unternehmen im kommenden Jahr?

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In unserer Bildergalerie lesen Sie, was verschiedene Unternehmen für das kommende Jahr erwarten:

Bildergalerie

  • Benjamin Bruns, Produktmanagement Ex, Branchenmanagement Prozessindustrie bei Beckhoff: Wir beobachten in der Prozesstechnik ein steigendes Interesse, sich intensiv mit neuen Technologien zu befassen und entsprechende Anwendungen zu evaluieren. Ziel sind Optimierungsansätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette, ohne die grundsätzlichen Anforderungen der Prozessindustrie hinsichtlich Anlagenverfügbarkeit und -bedienbarkeit zu verletzen. Aktuelle Bestrebungen, Anlagen modular aufzubauen, lassen sich mithilfe neuer Technologien oft ohne Schwierigkeiten umsetzen. Dies wird nachhaltig dazu beitragen, hier offene Automatisierungskonzepte zu etablieren. Zudem wird es den Spezialisten im Mittelstand den Weg ebnen, ihre Produkte in prozesstechnische Anlagen einzubringen, da diese sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren lassen.

    Bild: Beckhoff

  • Dr. Martin W. Hoffmann, Forschungsgruppenleiter bei ABB: Künstliche Intelligenz und Autonomie sind derzeit in aller Munde, und auch bei ABB haben wir bereits KI-basierte Lösungen im Angebot. Die Industrie setzt große Hoffnungen in die aus KI folgenden autonomen Systeme. Das Konzept der Autonomie erfüllt dabei alles, was die Industrie seit jeher wünscht: höhere Zuverlässigkeit, bessere Qualität bei niedrigeren Produktionskosten und reduziertem Energieverbrauch. Allerdings liegen trotz der erheblichen Fortschritte bei KI noch große Herausforderungen in ihrer industriellen Anwendung, beispielsweise im Zugang zu relevanten Daten und der Anpassung der KI-Methoden auf kleinere Datensätze. Neben den positiven Auswirkungen, die die industrielle KI haben könnte, wird sie derzeit zumeist nur als neuer Lösungsansatz alter Probleme eingesetzt. Daher bleibt die Automatisierung vorerst das Rückgrat der industriellen Produktion, wobei in Zukunft industrielle KI Automatisierungssysteme funktional erweitern und so deren Autonomie steigern wird.

    Bild: ABB

  • Michael Brosig, Leiter Pressestelle bei Jumo: Die größte Herausforderung für die Prozessindustrie sehen wir in nächster Zeit darin, dass all die Schlagwörter der Digitalisierung endlich mit Leben – sprich mit funktionierenden und vor allen Dingen sinnvollen Beispielen – gefüllt werden müssen. Dabei ist es nahezu unmöglich, auf allen „Hochzeiten“ gleichzeitig zu tanzen. Jumo wird sich deshalb 2020 verstärkt mit einer eigenen Cloud-Thematik auseinandersetzen. Gleichzeitig arbeiten wir mit unserem neuen Automatisierungssystem Jumo Varitron an branchenspezifischen Lösungen für intelligente Sensornetzwerke. Die Künstliche Intelligenz steckt unserer Meinung nach noch zu sehr in den Kinderschuhen. Erst wenn hier von allen Beteiligten die Hausaufgaben in Sachen Cybersecurity und weltweit einheitlicher Standards gemacht worden sind, wird das ein Thema werden.

    Bild: Jumo

  • Peter Ratermann, Projektmanager Prozessindustrie bei Turck: Dezentrale Systeme und Modularität zählen für Turck seit Langem zur Kern-DNA. Als Spezialist für IP67-I/O- und Steuerungslösungen haben wir in der Fabrikautomation jahrelange Erfahrung mit flexiblen I/O-Systemen für modulare Maschinen, sodass wir diesen Trend in der Prozessindustrie heute schon mit bewährten Lösungen unterstützen können. So bieten wir beispielsweise das einzige IO-Link-Master-Modul mit Profinet-S2-Systemredundanz in IP67 an – die perfekte Lösung für die Kontrolle von Aktoren an einem Bioreaktor. Mit Turcks Multiprotokoll-Ethernet-Technology sind I/O-Module und Gateways unserer I/O-Systeme in der Lage, selbstständig ohne Eingriff des Nutzers in Profinet-, Modbus-TCP- und Ethernet/IP-Netzen zu arbeiten. Anwender haben somit maximale Flexibilität in Anlagen mit Steuerungen und Leitsystemen unterschiedlicher Hersteller.

    Bild: Turck

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