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Schwarmvögel richten sich an den sieben Mitfliegenden in nächster Umgebung aus. Bei Richtungsänderungen des Schwarms reagiert nicht unbedingt der Leitvogel an der Spitze, sondern jeder Schwarmteilnehmer kann eine Richtungsänderung hervorrufen.

Bild: iStock, ovattpics

Schwarmintelligenz Immer eine Flügellänge Abstand!

07.11.2017

Ein Vogelschwarm ist ein sich selbstorganisierender Organismus. Aber wie genau funktioniert diese Intelligenz in der Vogelschar und wie lässt sich dieses Verhalten auf die Produktion übertragen?

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Im Herbst ist Vogelbeobachter-Hochsaison: Zugvögel sammeln und formieren sich und treten die Reise in wärmere Gefilde an. Manchmal blickt man ihnen neidvoll hinterher und wünscht sich, mit ihnen in den Süden zu ziehen. Dabei fragt man sich – oder besser frage ich mich – wie sie es schaffen, im Schwarm die schnellen Richtungswechsel oder Sturzflüge auf einen nahegelegenen Baum ohne Kollision zu meistern. Und woher weiß der Schwarm, welchen Baum das Kollektiv ansteuert? Heißt es auch hier eine Armlänge... beziehungsweise Flügelspannweite Abstand halten?

Mit Bewegung lösen

Ich habe das mal nachgelesen: Der Physiker und Vogelforscher Andrea Cavagna stellte fest, dass die Schwarmvögel sich an den sieben Mitfliegenden in nächster Umgebung ausrichten. Generell halten sie mindestens eine Flügelspanne Abstand zueinander – also doch. Bei Richtungsänderungen des Schwarms reagiert nicht unbedingt der Leitvogel an der Spitze, sondern jeder Schwarmteilnehmer kann eine Richtungsänderung hervorrufen und die ganze Vogelschar organisiert sich um den Richtungswechselnden. Sie brauchen also keine Kommunikationsschnittstelle, sondern lösen das alles mit gezielten Bewegungen.

Roboter kommunizieren auf der Metaebene

Bei im Schwarm lebenden Robotern einer Produktion gestaltet sich diese Intelligenz natürlich um einiges schwerer. Sie sind keine denkenden Individuen wie Vögel, können aber durch Software ziemlich schlau werden. So geschehen in einer Produktionshalle: Ein gewiefter Herr entwickelte sprachgewandte Roboter, die auf einer Metaebene eigenständig mit den Peripheriegeräten kommunizieren. „Ich halte es für zu zeitaufwändig, eine Standardschnittstelle zu suchen“, kommentiert der Wissenschaftler Stefan Krug. Denn Konfigurationen entfallen mit seinem Plug-and-Produce-System.

Zugvögel wiederum brauchen keine Standardschnittstelle, um miteinander im Schwarm zu kommunizieren. Sie fliegen frei nach dem Motto: immer eine Flügellänge Abstand!

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