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Die vollautomatische Drohne, ausgestattet mit einem Kamerasystem liefert in Katastrophenfällen Echtzeitbilder und Karten für schnelle humanitäre Hilfe.

Bild: I.S.A.R. Germany

Automatisierter Katastrophenschutz Drohnen helfen im Krisengebiet, Leben zu retten

12.04.2017

Jede Minute zählt: Eine Drohne, ausgestattet mit einem Kamerasystem, liefert vom Krisenort Bilder und Karten in Echtzeit. So finden Rettungskräfte schneller den Weg zu den Opfern.

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Ein Erdbeben zerstört Straßen, Brücken und Wege. Menschen sind verletzt und verschüttet. Einsatzkräfte sind bereits vor Ort, doch müssen sie sich noch orientieren: Wo sind Opfer? Wo können wir lang gehen? Ist der Weg dort sicher? Eine Drohne soll in diesen Situationen helfen. Mit einem aufwendigen Kamerasystem ausgestattet, liefert sie in Echtzeit Bilder und kartiert den Einsatzort. So kann der Katastrophenschutz sofort nach Eintreffen im Gebiet anpacken und die Situation koordinieren.

Testflug erfolgreich

Eine speziell angefertigte Version der MACS-Luftbildkamerasystems (Modular Airborne Camera System) des DLR-Institut für Optische Sensorsysteme kam beim Testflug der Drohne zum Einsatz. Das Kamerasystem bildet das Krisengebiet als interaktive Karte ab - und das in Echtzeit. Dazu werden die Luftbildaufnahmen direkt auf ein weltweit verfügbares Oberflächenmodell der Erde projiziert und als Überlagerung in eine digitale Karte eingeblendet.

Das unbemannte Luftfahrzeug von Germandrones startet und landet vertikal und ist vollautomatisch betrieben. Die Drohne fliegt rasch über das Einsatzgebiet, kartiert anhand der Bilder die Katastrophenstätte und bietet einen Überblick zur Koordinierung für die Rettungskräfte der I.S.A.R. (International Search- and- Rescue) Germany.

Orientierungshilfe für Rettungskräfte

„In einem Krisenfall zählt jede Minute,“ erklärt Thomas Kraft vom DLR-Institut für Optische Sensorsysteme, der diese Testflüge begleitet hat. „Wir konnten zeigen, dass mit der MACS-Kamera und dem unbemannten Luftfahrzeug von Germandrones große Gebiete innerhalb weniger Minuten kartiert werden können.“

Die Karten stehen den Rettungskräften sofort nach Eintreffen zur Verfügung. Der Einsatz lässt sich schneller koordinieren und mehr Leben werden gerettet. Dazu wurden Einzelbilder von zerstörten Bereichen und Übersichtskarten in das Global Disaster Alert and Coordination System (GDACS) der UN eingebunden. Diese tagesaktuellen Informationen können zukünftig auch anderen Hilfsorganisationen über die Koordinierungsstelle zur Verfügung gestellt werden.

Schnell in der Katastrophe zurechtfinden

In besonders schweren Krisen stuft üblicherweise als erstes das Büro der Vereinten Nationen zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) das Ausmaß der Katastrophe ein und koordiniert daraufhin die humanitäre Hilfsaktionen der Mitgliedsstaaten.

Vor Ort baut das OCHA dann verschiedene Einheiten auf, unter anderem das Reception-Departure-Centre (RDC). Dieses ist die erste Anlaufstelle der eintreffenden Helfer. Mit aktuellen Informationen zur Situation werden die Mannschaften von dort ausgesandt. Die an dem Prototyp beteiligte I.S.A.R versucht währenddessen, Hotspots der Zerstörung und Zugangswege ausfindig zu machen. Genau dabei soll in Zukunft die Drohne behilflich sein. Schnellere und effektivere Hilfe aber auch der Schutz der eigenen Hilfsmannschaften ist das Ziel.

Unter Beteiligung weiterer Hilfsorganisationen wird im Mai ein Szenario über mehrere Tage unter realen Bedingungen simuliert. Während dieser Übung werden erneut Testflüge in Kooperation mit Germandrones stattfinden.

Bildergalerie

  • Die interaktive Karte hilft den Hilfsmannschaften, Zugangswege zu den Opfern zu finden.

    Bild: I.S.A.R. Germany

  • Die Echtzeitbilder zeigen die aktuelle Lage der Katastrophe. Hilfsorganisationen wissen dadurch, wo zuerst anzupacken ist.

    Bild: I.S.A.R. Germany

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