Zu den Neuheiten, die das KIT auf der Hannover Messe präsentiert, gehört ein umweltschonendes Verfahren zur Herstellung von Solarfolien.

Bild: KIT

KIT auf der Hannover Messe Energiewende mit Köpfchen

13.04.2017

Organische Solarfolien, eine Anlage, die Kraftstoff aus der Luft erzeugt und ein supraleitender Transformator gehören zu den Highlights, die das KIT auf der diesjährigen Hannover Messe präsentiert.

Am ersten Messetag wird sich die Bundesforschungsministerin Johanna Wanka ab 15:40 Uhr bei einem Besuch am Stand des KIT über die Energieforschung informieren. Dort präsentiert das KIT unter anderem das Konsortium Ensure, das die Bundesregierung als eines von vier Kopernikus-Projekten für die Energiewende fördert. Ziel ist das Entwickeln und Erproben effizienter, zukunftsweisender Netzstrukturen, bei der zentrale und dezentrale Energieversorgung zusammenspielen.

Energy Lab 2.0: Intelligente Testplattform für die Energiewende

Mit dem Energy Lab 2.0 entsteht ein System, das Stromerzeuger, Speicher und Verbraucher erstmals intelligent vernetzt. Der Verbund aus Anlagen an verschiedenen Standorten verknüpft elektrische, thermische und chemische Energieströme sowie neue Informations- und Kommunikationstechnologien – und dient als Testnetz, in dem die Wissenschaftler des KIT und ihre Partner das Zusammenspiel von zentraler und dezentraler Energieversorgung untersuchen.

Voraussetzung für die Energiewende sind zuverlässige Energiespeicher, der intelligente Netzausbau und der Erhalt der Netzstabilität. Das Energy Lab 2.0 bringt die Energiewende voran, insbesondere die Integration erneuerbarer Energien. Partner im Projekt sind die Helmholtz-Zentren Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Forschungszentrum Jülich (FZJ).

Ineratec: Edelkraftstoff aus dem Minireaktor

Kleine Erdgasvorkommen und Gase in tausenden von Ölfeldern, deren Förderung eingestellt wurde, bleiben ungenutzt. Dagegen hat Ineratec eine marktfähige chemische Kompaktanlage entwickelt, die methanhaltige Gase aus solchen Quellen oder die aus Restprodukten bei der Erdölförderung oder der Biogasproduktion entstehen, in flüssigen synthetischen Kraftstoff umwandeln.

Die Anlage kann zudem regenerativen Wasserstoff und treibhausgasaktives Kohlendioxid in Kraftstoffe umwandeln. Kern der neuen Technologie ist ein mikrostrukturierter chemischer Reaktor, den Forscher des KIT entwickelt haben.

Solarzellen: Die vielfältige Generation

Organische Solarfolien könnten die Energiegewinnung revolutionieren.Gegenüber herkömmlichen Silizium-Solarzellen haben sie eine Reihe von Vorteilen: Sie sind leicht, mechanisch flexibel, transparent und lassen sich in verschiedenen Farben fertigen. Das ermöglicht neue Einsatzgebiete – etwa als Solarfenster in Gebäuden oder als Gläser in Sonnenbrillen.

Anwendungen wie diese stellen die Forscher des KIT auf der Hannover Messe vor. Gemeinsam mit MJR Pharmjet haben sie für die Beschichtung und den Druck organischer Solarzellen ein umweltfreundliches, material- und energiesparendes Verfahren entwickelt, das auch zur Reduzierung der Kosten beiträgt. So sind für die Produktion dieser neuen Art organischer Solarzellen keine gesundheitsschädlichen Lösemittel erforderlich. Der Wirkungsgrad entspricht dabei dem von herkömmlichen organischen Solarzellen.

2 in 1: Der supraleitende Transformator

Transformator und Strombegrenzer in Einem: Das gelingt durch die Kombination einer normalleitenden Primärspule mit einer supraleitenden Sekundärspule. Wissenschaftler des KIT stellen den Prototyp eines 2-in-1-Transformators vor, der in Umspannstationen zusätzlich die weiteren Netzkomponenten beim Auftreten von Fehlerströmen schützt.

KIT auf der Hannover Messe vom 24. bis 28. April 2017: Halle 27, Stand H51 und Halle 2, Stand B16

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