Um die Digitalisierung zu meistern, müssen 9 ½ Schritte befolgt werden.

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Den Wandel meistern Der 9 ½-Punkte-Plan zur Digitalisierung

01.03.2019

Digitalisierung fordert die Veränderung interner Prozesse und der IT sowie, im Zuge ihrer disruptiven Ausrichtung, neue Geschäftsmodelle und ein verändertes Angebot. Am wichtigsten ist jedoch die wirkliche Veränderung, heißt die Beobachtung und gelegentliche Umgestaltung der Customer Journey. Hierbei sollte sich allerdings die Frage gestellt werden, wie Maßnahmen nun umgesetzt werden müssen, damit die Digitalisierung gelingt.

Holen Sie die Mitarbeiter an Board!

Laut dem Digitalisierungsexperten Pentalog sollte, gerade bei potentiellen Kunden, grundsätzlich immer davon ausgegangen werden, dass jeder Kontakt ein Kunde ist. Hier gilt es also die Digitalisierung aus der Kundensicht zu betrachten. Um diese erfolgreich zu beschreiten, gilt es 9 ½ Schritte zu befolgen.

Der erste und wichtigste Schritt zu einer erfolgreichen Digitalisierung, ist es die Mitarbeiter abzuholen. An die Mitarbeiter sollten folgende Fragen gerichtet werden:

  • Was bedeutet Digitalisierung für dich?

  • Welche Vorteile könnte die Digitalisierung in deiner Abteilung für dich persönlich bringen?

  • Welche Nachteile könnte die Digitalisierung in deiner Abteilung für dich bringen?

  • Welche Vor- oder Nachteile könnten unsere Kunden durch die Digitalisierung haben?

  • Was könnte passieren, wenn unser Unternehmen sich nicht ändert und wir nicht digital sind?

Im zweiten Schritt sollte darüber hinaus mit allen Mitarbeitern aktiv und offen über die Digitalisierung gesprochen werden. Ein wichtiger Anhaltspunkt sind hierbei die oben genannten Fragen. Anschließend wird aus den Personen, welche sich für die Digitalisierung ausgesprochen haben, im dritten Schritt eine Motivationsgruppe gebildet. Diese Gruppe wird dann wiederum in Personen, die für die interne Digitalisierung und jene die für die disruptive Digitalisierung, die Bildung neuer Geschäftsmodelle und Angebote verantwortlich sind, gegliedert.

Kundenfokussierung für den Erfolg

Wenn die ersten drei internen Schritte erfolgreich absolviert wurden, müssen im vierten Schritt die Kunden in den Fokus gestellt werden. Hierbei sollte klar sein, dass die Kunden eines Unternehmens die eigentliche Zielgruppe der Digitalisierung sind. Zu klärende Fragen können sein, wie die Kunden von geplanten Maßnahmen profitieren und was diese grundsätzlich brauchen. Schlüsselkunden können hierfür wertvolle Informationen liefern.

Wichtig ist es im nächsten und fünften Schritt, stets den eigenen Mitarbeitern die Digitalisierung als Projekt zu verkaufen und sie entsprechend zu schulen. Denn wenn Widerstände auftreten, müssen diese wissen wie zu reagieren ist. Aber auch dabei sollte stets der Nutzen für den Kunden im Vordergrund stehen.

Ressourcenmanagement ist das A und O

Ein wesentlicher und der sechste Punkt der Digitalisierung ist das Ressourcenmanagement. Es sollten auch externe Ressourcen jeglicher Art in Betracht gezogen werden. Eines gilt immer: „Kunden, Daten, und Produkte sowie Dienstleistungen sind das wertvollste eines Unternehmens. Denn eben diese sichern das heute und morgen.“ Hier bietet es sich an, sogenannte Personas für Mitarbeiter und Kunden zu erstellen. Dazu kann ein Ressourcenmanagement-Team gegründet werden.

Auf jeden Fall sollten sich Unternehmen aber damit beschäftigen wo künftig Daten, welche die definierte Zielgruppe betreffen, generiert werden, ob ein Chief Data Officer benötigt wird, was genau mit den generierten Daten geschieht und wie künftige Kunden und Mitarbeiter gewonnen werden können. In diesem Zusammenhang gilt es auch zu überlegen, welche Prozesse oder gar ganze Bereiche automatisiert werden könnten, welche Maschinen dafür benötigt werden und woher die Rohstoffe dafür kommen. Neben dem CDO, sollte auch der CFO in diese Prozesse integriert werden und ein Teil des Ressourcenmanagement sein, vor allem um die Finanzquellen zu überwachen.

Besseres Zeitmanagement durch Agilität

Der siebte und einer der Wichtigsten Checkpoints ist, nicht steif in einer acht-Stunden-Tag-Struktur zu denken. Prozesse sollten agiler gestaltet werden, um so den maximalen Nutzen für das eigene Unternehmen zu erzielen. In einer agilen Welt bekommt die Zeit eine andere Bedeutung, denn hier wird an erreichten Zielen und nicht an Stunden gemessen. Eventuell müssen dazu ganze Abteilungen abgeschafft werden und die Aufgaben auf agile Teams verteilt werden.

Unabdingbar ist zudem im achten Schritt eine Task-Force Innovation, also ein Team aus Mitarbeitern, die neue Technologien entdecken oder sogar erfinden, aber auch bewerten und nutzen können.

Mensch im Mittelpunkt, aber Profit im Fokus

Nicht vergessen werden sollte der neunte Punkt, bei all den disruptiven Maßnahmen, den Mensch in den Mittelpunkt der Strategien, Planungen und Überlegungen, zu stellen. Gleichzeitig müssen aber auch der Umsatz und die Kosten im Blick behalten werden, eben was die Digitalisierung kostet, wie der ROI ist und welche finanziellen Mittel von Stakeholdern zur Verfügung gestellt werden müssen.

Alle diese Maßnahmen zur Digitalisierung werden aber nur Erfolg haben, wenn das Mindset der Mitarbeiter im neunten Schritt geändert werden kann und diese offen für Veränderungen sind. Auch wenn all diese Ratschläge bei der Digitalisierung beachtet wurden, ist diese erst zu 20 Prozent gemeistert. Über die restlichen 80 Prozent entscheiden die Mitarbeiter, denn diese müssen bereit sein die Veränderung zu leben und sich aktiv an der Digitalisierung beteiligen. Nur wenn dass der Fall ist, gelingt die Digitalisierung.

Um ein Mindset derart zu verändern ist es im letzten Schritt notwendig, sowohl den Mitarbeiter als auch der Geschäftsführung, die Vorteile der Digitalisierung näher zu bringen und in den Vordergrund zu stellen. Hierfür muss von traditionellen Wegen abgewichen werden und eben auch mal ein 9 ½-Punkte-Plan gemacht werden, anstelle des klassischen 10-Punkte-Plans.

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