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Immer mehr Unternehmen in Deutschland zahlen leichtfertig Lösegeld nach Ransomware-Angriffen, jedoch ist das laut Michael Heuer, Country Manager für Zentraleuropa bei Mimecast, nicht die richtige Vorgehensweise.

Bild: Pixabay

Ransomware-Angriffe auf deutsche Unternehmen Cybercrime: Leichtfertige Zahlung von Lösegeld

05.12.2017

Angriffe mit Ransomware infizieren regelmäßig Millionen von Computern weltweit. 61 Prozent der Unternehmen in Deutschland wurden im Jahr 2017 bereits Opfer einer Ransomware-Attacke, bei der zumindest ein Teil der Firmen-Daten von der Erpresser-Software gesperrt wurde.

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Petya, WannaCry, Bad Rabbit – 37 Prozent der betroffenen Unternehmen zahlten das geforderte Lösegeld (Ransom), um die Daten zu entsperren. Das sind die Ergebnisse einer von Mimecast beauftragten Umfrage des Marktforschungsunternehmens Vanson Bourne unter 100 deutschen Konzernen und Mittelständlern mit mindestens 1.000 Mitarbeitern.

Ransomware-Angriffe finden immer häufiger statt

Organisationen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern werden häufiger mit Ransomware-Angriffen konfrontiert als kleinere Unternehmen. In 5 Prozent der Fälle wurden alle Daten verschlüsselt, in 18 Prozent der größte Teil und in 38 Prozent zumindest eine geringfügige Menge. Zwischen den Branchen Dienstleistungs-, Einzelhandels-, Logistik-, Finanz- und Produktionsunternehmen gibt es nur unwesentliche Unterschiede, inwieweit sie Ransomware-Attacken ausgesetzt sind. Am seltensten (50 Prozent der Unternehmen) ist die IT-Industrie betroffen. Insgesamt haben Ransomware-Angriffe in den vergangenen zwölf Monaten nach Angaben von 37 Prozent der Unternehmen zugenommen.

Präventionsstrategien sind notwendig

„Ransomware-Attacken erfolgen überwiegend durch E-Mails und infizierte Anhänge – irgendwann ist trotz der besten Abwehrmaßnahmen ein Angriff erfolgreich“, erklärt Michael Heuer, Country Manager für Zentraleuropa (DACH) bei Mimecast. „Es ist deshalb notwendig, eine Cyber-Resilience-Strategie zu entwickeln, die Maßnahmen zur Abwehr von Cyber-Angriffen enthält und definiert, wie Unternehmen weiterarbeiten können, falls sie Opfer einer Cyber-Attacke werden.“ Im Durchschnitt gaben die Unternehmen an, es würde fünf Tage dauern, bis alle Daten wiederhergestellt würden. 44 Prozent der Firmen sagten, sie bräuchten mehr als eine Woche, um den ursprünglichen Stand zu erreichen.

Unternehmen sollen Lösegeld nicht zahlen

29 Prozent der Firmen, die eine Ransomware-Attacke verzeichneten, entschieden sich dafür, das Lösegeld zu zahlen. Sie hielten diese Maßnahme für einfacher und günstiger als die gesperrten Daten per Backup wiederherzustellen. Weitere 8 Prozent gaben an, sie würden über keine Backup-Lösung verfügen und hätten schnell wieder Zugriff auf ihre Daten benötigt. „Wir raten davon ab, das Lösegeld zu zahlen. Häufig sind die Daten trotzdem weg und das Geld dann ebenfalls. Nachahmer fühlen sich durch die Zahlung zudem motiviert, weitere Ransomware-Angriffe durchzuführen“, erklärt Michael Heuer, Country Manager für Zentraleuropa (DACH) bei Mimecast. Er empfiehlt Unternehmen stattdessen, betroffene Systeme umgehend zu isolieren und zu analysieren, wie und von wo der Angriff erfolgt ist, welche Daten betroffen 1 sind und ob sie vollständig wiederhergestellt werden können. Immerhin 43 Prozent der befragten Unternehmen sagen, sie würden niemals Lösegeld für die Freigabe ihrer Daten entrichten.

Software, Backups und Mitarbeitersensibilisierung

E-Mails und Anhänge sind für Unternehmen besonders sensibel. „Mitarbeiter gilt es entsprechend zu schulen, dass sie Anhänge von ihnen unbekannten Absendern nicht öffnen. Unternehmen benötigen zudem Sicherheitslösungen, die eingehende E-Mails in Echtzeit scannen, alle aufgerufenen Links unmittelbar überprüfen und verhindern, dass verdächtige E-Mails an Mitarbeiter weitergeleitet werden. Anhänge sollten automatisch in einer Sandbox geöffnet oder in sichere Formate umgewandelt werden“, rät Heuer.

Personaldaten, Geschäftszahlen, Informationen über Auftragseingänge und Kunden – zahlreiche Daten sind für Unternehmen zum Aufrechterhalten ihres täglichen Geschäftsbetriebs absolut notwendig. Diese Informationen befinden sich häufig in E-Mails oder Anhängen. „Diese wichtigen Daten für den täglichen Geschäftsverkehr müssen deshalb in einem Third-Party-Archive gesichert sein. So lassen sie sich schnell wiederherstellen“, erklärt Heuer. „Mit verschlüsselten Backup- und Cloud-Lösungen lässt sich sicherstellen, dass Mitarbeiter trotz Server-Downtime auch per E-Mail weiterarbeiten können.“ Zudem sollten Unternehmen mit einem Continuity-Plan darauf vorbereitet sein, trotz Server-Downtime weiterhin E-Mails versenden und empfangen zu können, um so den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten.

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