Interview mit Felix Kleinert „Es geht nicht nur um kurzfristigen Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis“

NETZSCH Pumpen & Systeme GmbH

In einem Interview spricht Kleinert über die vergangenen 25 Jahre bei Netzsch.

Bild: Netzsch
08.08.2023

Ein Vierteljahrhundert CEO von Netzsch Pumpen & Systeme: Felix Kleinert hat einige Höhen aber auch Tiefen in leitender Funktion mit dem globalen Spezialisten für die Förderung komplexer Medien durchlebt. Nach knapp 25 Jahren verabschiedet sich Kleinert in den wohlverdienten Ruhestand.

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Im Interview spricht er über die vergangenen Jahre seit seinem Antritt 1999 sowie die Zukunft für Netzsch und seine privaten Pläne im Ruhestand.

Wenn Sie heute an Ihren ersten Tag zurückdenken, hätten Sie sich vorstellen können, so lange bei Netzsch zu bleiben?

Kleinert

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als Thomas Netzsch und ich damals in Selb den Vertrag unterzeichneten und er mir eine lange Zeit der Zusammenarbeit prophezeite. Ich war bereits bei meinem vorherigen Arbeitgeber neun Jahre tätig und dachte nicht, dass ich noch länger bei einem Unternehmen bleiben würde. Damals war ich der Auffassung, dass ein Geschäftsführer alle zehn Jahre wechseln sollte – so kann man sich irren. Ich habe über die Jahre dazugelernt und es war gut so.

Wie hat sich das Unternehmen seit Ihrem Beginn entwickelt?

Kleinert

Bei meinem Eintritt durchlebte der Geschäftsbereich Pumpen & Systeme schwierige Zeiten. Zum damaligen Zeitpunkt beschäftigten wir etwa 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zehn Gesellschaften. Heute sind es weltweit circa 2.500 in knapp 30 Gesellschaften. Zudem konnten wir den Umsatz von etwa 70 Millionen Euro weltweit und einem Null-Ergebnis auf sage und schreibe 400 Millionen Euro mit einem sehr guten Ergebnis steigern.

Erinnerungen aus knapp 25 Jahren

Was bleibt Ihnen aus den vergangenen 25 Jahren besonders in Erinnerung?

Kleinert

Ich denke immer wieder gerne an den leider zu früh verstorbenen Thomas Netzsch zurück. Wenn ich zu ihm kam und ein größeres Projekt vorstellte, fragte er zunächst, was es koste, was es bringe und wie lange es dauern würde. Nach meinen Antworten gab er meist Zustimmung mit dem Zusatz, ob es nicht auch etwas schneller gehen könne.

Wer hat Sie während Ihrer Zeit bei Netzsch am meisten geprägt?

Kleinert

Besonders geprägt hat mich während unserer gemeinsamen Zeit Thomas Netzsch mit seiner gewinnenden Persönlichkeit und Prof. Michael Gaitanides mit seinem umfassenden Wissen als unser gemeinsamer Freund.

Was unterscheidet Netzsch von anderen vergleichbaren Unternehmen?

Kleinert

Es ist die langfristige Ausrichtung des Unternehmens. Bei Netzsch geht es nicht nur um kurzfristigen Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis, sondern auch um die langfristige, strategische Ausrichtung. Dabei hat man bei Netzsch mehr Durchhaltevermögen. Das ist wichtig, da eben nicht alles immer so schnell funktioniert wie man sich das bei der ursprünglichen Planung gedacht hat.

Netzsch ist Ihnen sicherlich in den vergangenen Jahren ans Herz gewachsen, was wünschen Sie dem Unternehmen für die Zukunft?

Kleinert

Wir haben unseren Weltmarktanteil im Bereich der Exzenterschneckenpumpen auf über 40 Prozent steigern können. Vielleicht erreichen wir irgendwann auch 50 Prozent, aber sicherlich nicht viel mehr, da bei etwa 100 Wettbewerbern weltweit jeder Prozentpunkt Marktanteilszugewinn immer schwieriger wird. Deshalb wurde in den vergangenen Jahren ein neues Business Modell entwickelt.

Worauf freuen Sie sich in Zukunft?

Kleinert

Ich freue mich auf mehr Zeit mit meiner Frau, unseren Kindern und Enkelkindern, mehr Zeit für Haus, Hof und Hund sowie für die eine oder andere private Reise ohne dienstlichen Zeitdruck. Aber ich freue mich auch auf weitere berufliche Herausforderungen als Bei- und Aufsichtsrat in derzeit drei respektablen Industrieunternehmen. Zudem zeichnet sich gerade ein viertes Mandat ab.

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