Sichere Windkraft: Lösung wurde als valide erklärt Drohnensystem inspiziert Rotorblätter und Blitzschutzsysteme

Über die Jahre hinweg durchgeführt, ermöglicht das Drohnen-Monitoring der Oberflächenbeschaffenheit der untersuchten Komponenten eine detaillierte Grundlage für vorausschauende Instandhaltung.

Bild: iStock, luckystep
04.03.2024

Das mehrstufige Drohnensystem soll den technischen Zustand und die Funktionalität des Blitzschutzsystems der Rotorblätter erfassen und deren Risiken in Hinsicht auf die Verkehrs- und Standsicherheit beurteilen können. Dies wurde nun erstmalig unabhängig nachgewiesen: Der TÜV Nord erklärt die Lösung der Inspektionsstelle Deutsche Windtechnik als valide. Damit ist das Drohnensystem mit dem Namen „CU-RE“ auch für die Wiederkehrende Prüfung (WKP) geeignet.

„Die Validierung durch den TÜV Nord bestätigt, dass die Drohnentechnologie der Inspektionsstelle Deutsche Windtechnik für die Durchführung der wichtigsten Prüfanlässe herangezogen werden kann, wie zum Beispiel die WKP oder die ZOP. In Zeiten von Fachkräftemangel und stark wachsendem Anlagenbestand ist dies eine sehr gute Nachricht für die gesamte Branche, da mit der Drohne Arbeits- und Stillstandszeiten deutlich minimiert werden können. Hier wird eine Lücke geschlossen, denn der Gesetzgeber hat noch keine verbindlichen Vorgaben für den Einsatz von Drohnen in der Windenergie verabschiedet“, ordnet Matthias Brandt, Vorstand der Deutschen Windtechnik, das Ergebnis ein.

Darüber hinaus bietet die Inspektion mit Drohnen langfristig den Vorteil einer kontinuierlichen Datenanalyse: Über die Jahre hinweg durchgeführt, ermöglicht das Monitoring der Oberflächenbeschaffenheit der untersuchten Komponenten eine detaillierte Grundlage für vorausschauende Instandhaltung.

Erste unabhängige Validierung für Drohnensystem einer Inspektionsstelle

Michael Lange, Leiter der Konformitätsbewertungsstelle für Windenergie nach ISO 17029 bei TÜV Nord, erläutert: "Die Validierung des Inspektionsverfahrens erfolgte nach unserem neuen TÜV-Nord-Standard. Dieser legt Kriterien und Prüfpunkte fest, nach denen Verfahren zur Inspektion mit Drohnen bewertet werden können.

Für die Validierung wurde die Verlässlichkeit der Prozesse durch Dokumentationsprüfungen bewertet. Dazu gehören neben Vorgaben für das eingesetzte Equipment auch Festlegungen zum Befliegen und zur Qualitätssicherung. Die erfolgreiche Validierung gilt nur für die Drohnentechnologie der Deutschen Windtechnik. Andere Drohnensysteme auf dem Markt können ebenfalls nach dem neuen Standard überprüft werden. Mit dem TÜV-Nord-Standard TN-P-V01-001 haben wir auf den zunehmenden Einsatz von Drohnen reagiert und eine einheitliche Bewertung für die Sicherheit der Windenergieanlagen geschaffen."

Risikoanalyse entscheidet, ob Drohnensystem starten kann

Ob das Drohnensystem oder die Seilzugangstechnik für das Prüfungsziel am besten geeignet ist, wird in jedem Fall im Rahmen einer vorgeschalteten auftragsspezifischen Risikoanalyse von der Inspektionsstelle geprüft und entschieden. Fällt diese zugunsten der Drohnentechnik aus, wird im nächsten Schritt das nun komplett validierte Drei-Stufen-Modell mit dem Namen „CU-RE“ (für „Close-Up and Review“) herangezogen. Dieses orientiert sich an den hohen und bewährten Inspektionsvorgaben der EASA (European Union Aviation Safety Agency) aus der Luftfahrt.

Die erste Stufe des CU-RE-Systems sieht eine allgemeine Sichtprüfung mittels eines automatisierten Drohnenfluges vor. Er scannt 100 Prozent der Außenfläche eines Rotorblatts, um ersichtliche Schäden, Fehler oder Unregelmäßigkeiten zu identifizieren. Die erste Stufe kann bei Bedarf auf der zweiten Stufe durch punktuell eingesetzte, manuell geführte Drohnentechnik ergänzt werden. Sollte zudem eine intensivere Untersuchung erforderlich sein, greift die dritte Stufe mit den Optionen weiterer spezialisierter Drohnentechnik oder einer Seilzugangstechnik.

„Unsere Sachverständigen entscheiden, ob eine weitere Inspektionsstufe notwendig ist, um die gefunden Abweichungen eindeutig identifizieren zu können“, beschreibt Aeneas Noordanus, Sales Manager für Inspektionsdienstleistungen bei der Deutschen Windtechnik, das Vorgehen. „Durch eine Steigerung des Detailgrades der Inspektion je Stufe wird sichergestellt, dass sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Risiken berücksichtigt werden. Am Ende können mit dem nun validierten CU-RE-Drohnensystem der Inspektionsstelle Deutsche Windtechnik alle Schäden des Rotorblattes korrekt identifiziert werden, um deren Einfluss auf die Standsicherheit gewährleisten zu können.“

Bildergalerie

  • Das Drohnen-Prüfsystemwurde als erstes Verfahren vom TÜV Nord für die Inspektion von Rotorblättern und Blitzschutzsystemen validiert.

    Das Drohnen-Prüfsystemwurde als erstes Verfahren vom TÜV Nord für die Inspektion von Rotorblättern und Blitzschutzsystemen validiert.

    Bild: Deutsche Windtechnik

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