Trends in der Getränkeindustrie „Die Branche steht vor stetigen Veränderungen“

„Die Vielfalt an unterschiedlichen Getränken, die produzierten Mengen sowie nachhaltige Verpackungsausführungen und unterschiedliche Behältnisse haben zugenommen“, weiß Michael Heid, Vice President Business Food, Beverages and Packaging bei Schaeffler.

Bild: Schaeffler
07.02.2024

Die Getränkeproduktion muss effizienter werden und gleichzeitig Kosten reduzieren. Die P&A sprach mit Michael Heid, Vice President Business Food, Beverages and Packaging bei Schaeffler, über neue Wege für geringere Produktionskosten und wie der Anwender hier unterstützt werden kann.

Welche Trends beobachten Sie aktuell im Beverage-Bereich?

Der Bedarf an Getränken ist gestiegen. Neben der wachsenden Weltbevölkerung spielen neue Ess- und Trinkgewohnheiten eine Rolle und beeinflussen die gesamte Getränkeproduktion. In diesem Kontext werden die Automatisierungstechnik und die Robotik immer wichtiger. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf einer sicheren und hygienischen Getränkeherstellung. Zusätzlich beeinflussen Themen wie Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Energieeffizienz die Branche. Signifikant ist gegenwärtig aber auch der hohe Kostendruck, der durchaus positive Auswirkungen auf die Getränkeherstellung hat. So werden bestehende Anlagen überdacht und neu konzipiert, um kosteneffizienter zu arbeiten.

Aus welchen Gründen ist der Getränkebedarf gestiegen?

Der gestiegene Bedarf lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Wie bereits erwähnt, spielt einerseits der gestiegene Bedarf durch das Bevölkerungswachstum eine Rolle, andererseits haben sich die Herstellungs- und Vertriebsmethoden verändert.

Inwiefern haben sich diese Methoden verändert?

Die Gewohnheiten der Verbraucher haben sich deutlich verändert, sowohl in Bezug auf die Auswahl der Getränke, als auch auf die Orte, an denen sie konsumiert werden, und die Art und Weise, wie sie genossen werden. Die Vielfalt an unterschiedlichen Getränken, die produzierten Mengen sowie nachhaltige Verpackungsausführungen und unterschiedliche Behältnisse haben zugenommen. Es werden immer mehr moderne Getränkesorten wie aromatisiertes Wasser, Bio-Shots, Gesundheits-Drinks, isotonische Durstlöscher und Energy-Drinks angeboten. Auch steigt der Absatzmarkt alkoholfreier Biere und Fassbrausen aufgrund des gestiegenen Gesundheitsbewusstseins der Verbraucher stetig; das Angebot in diesem Sektor wächst enorm. Dieser gesellschaftliche Wandel spiegelt sich in der vermehrten Produktion alkoholfreier Brausen und anderen Produkten wider.

Eines der Trendthemen ist Energieeffizienz. Wie unterstützt Schaeffler die Anwender hier?

Wir begleiten den gesamten Projektlebenszyklus: vom Engineering, der Auslegung und Dimensionierung der Komponenten bis zur Zustandsüberwachung und vorausschauenden Wartung der eingesetzten Produkte. Der Einsatz innovativer Wälzlagersysteme trägt wesentlich zur Energie- und Ressourcenschonung bei. Neue Antriebskonzepte ermöglichen eine höhere Leistung und Effizienz. Zudem kann durch den Austausch konventioneller Getriebemotoren durch Direktantriebe Platz eingespart und der CO2-Footprint verbessert werden. Um unerwartete Ausfallzeiten zu minimieren und die Gesamtkosten einer Anlage zu reduzieren, bieten sich Lösungen für die vorausschauende Wartung durch Condition-Monitoring-Elemente an. Schaeffler bietet hierfür verschiedene Systeme an, von einfachen Plug-and-Play-Sensoren bis zu integrierten Systemen, die den Gesamtschwingungszustand der Anlage überwachen. Diese Systeme ermöglichen eine vorausschauende Wartung und minimieren unerwartete Ausfallzeiten. Der Einsatz von einfachen Sensoren, wie dem Optime-Sensor, erlaubt eine schnelle Überwachung von bewegten Teilen in Echtzeit. Diese kostengünstige Lösung ist leicht integrierbar und bietet klare Informationen über den Zustand von Anlagenelementen.

Und wie begegnet Schaeffler dem Trend der Nachhaltigkeit?

Zunächst einmal muss man festhalten, dass Wälzlager und Lagersysteme grundsätzlich Reibung bei Bewegung reduzieren und so zur Energieeffizienz beitragen. Im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit verbessert Schaeffler kontinuierlich die Produktlösungen. Die Systeme werden leistungsfähiger, was dazu führt, dass ein Downsizing erfolgen kann und der Energiebedarf reduziert wird. Es werden aber auch wartungsfreie rotative Systeme und Linearführungen entwickelt, um Ressourcen wie Betriebsstoffe zu schonen. Ferner setzt Schaeffler auf neuartige Antriebskonzepte wie Direktantriebe, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Diese Antriebe bieten eine höhere Leistung und Effizienz im Vergleich zu konventionellen Antrieben. Der Fokus liegt auf umweltfreundlichen Technologien, die einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Sind nachhaltige Lösungen denn auch wirtschaftlich?

Ja, nachhaltige Lösungen können durchaus wirtschaftlich sein. Durch die Neugestaltung bewährter Systeme und den Einsatz innovativer Technologien können die Total Cost of Ownership (TCO) reduziert werden. Durch die Leistungsfähigkeit, die höhere Effizienz und optimale Abstimmung der nachhaltigen Lösungen kann, wie bereits erwähnt, ein Downsizing realisiert werden: Bauteile und Baugruppen können kleiner und wirtschaftlicher ausgeführt werden. Die Umstellung auf neue Konzepte führt auch zu Einsparungen in Betriebskosten und Ressourcen, was langfristig wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. Schaeffler selbst setzt auf eine CO2-freie Produktion und zeigt, dass nachhaltige Praktiken auch ökonomische Vorteile bieten können.

Die Getränkeproduktion ist geprägt von Themen wie Effizienzsteigerung gepaart mit Nachhaltigkeitsforderungen und Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit. Wie kann dieser Spagat gelingen?

Die Herausforderung besteht darin, Effizienzsteigerung mit Nachhaltigkeit und Lebensmittelsicherheit zu vereinen. Schaeffler setzt auf geprüfte Materialien und innovative Lösungen, die den Anforderungen an Lebensmittelsicherheit gerecht werden. Der Einsatz von Dichtungen, die Schmierstoffverluste minimieren und gleichzeitig die Reibung reduzieren, trägt beispielsweise zur Effizienzsteigerung und Ressourcenschonung bei. Dieser Spagat wird durch die kontinuierliche Weiterentwicklung von Technologien und Materialien bewältigt.

Welche Trends könnten in Zukunft auf die Lebensmittelbranche zukommen?

Die Lebensmittelbranche steht vor stetigen Veränderungen, insbesondere im Bereich der Produktion, Verpackung und Lieferung von Lebensmitteln. Trends wie Convenience, Online-Shopping und nachhaltige Verpackungen werden weiter an Bedeutung gewinnen. Die Essgewohnheiten der Verbraucher ändern sich ebenfalls, mit einer zunehmenden Tendenz zu Zwischenmahlzeiten anstelle der traditionellen drei Mahlzeiten am Tag. Die Branche muss sich auf diese Entwicklungen einstellen und ihre Produktionsmethoden entsprechend anpassen.

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