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Der Erdgasspeicher in Rehden ist mit einer Kapazität von 4,4 Milliarden Kubikmetern Erdgas der größte Erdgasspeicher in Westeuropa. Bild: astora, Frank Schinski
Erdgasspeicher

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Reserven unter der Erde

Text: Kristina Simons für Gaswinner/Wingas
Erdgasreserven unter der Erde sind ein wichtiger Baustein für die Versorgungssicherheit, denn sie garantieren eine sichere Verfügbarkeit. Mit rund 25 Milliarden Kubikmeter Speicherkapazitäten ist Deutschland Spitzenreiter in der EU.

Die zuverlässige Versorgung mit Erdgas ist eines der zentralen Themen der europäischen Energiepolitik. Die EU strebt daher eine umfassende Strategie für Gas und LNG (liquefied natural gas, Flüssigerdgas) an. „Eine gemeinsame Strategie zur Erdgasspeicherung kann helfen, die Gasspeicher in einem geregelten Gesamtsystem zu verankern“, sagt Ulrich Duda, Geschäftsführer der Initiative Erdgasspeicher (INES). Für die Energieversorgung spielen Speicher eine entscheidende Rolle, so Duda. Denn: „Gas aus Speichern ist schnell, zuverlässig, sicher und verbrauchsnah verfügbar.“

Spitzenreiter innerhalb der EU ist Deutschland: Hier hat die Grasbranche innerhalb der vergangenen Jahre bezogen auf das Arbeitsgasvolumen das größte Speichervolumen aufgebaut. Auch weltweit steht die Bundesrepublik damit gut da, sie belegt Platz vier hinter den USA, Russland und der Ukraine. Bedingt durch das hohe Potenzial wird Deutschland eine wichtige Rolle in der EU zukommen. Deutschland wird mit seinem Speicherpotenzial, das nach derzeitigen Planungen noch ansteigen soll, künftig eine führende Rolle als Erdgasdrehscheibe für Westeuropa einnehmen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG).

Speichernation Deutschland

Erdgas ist beim Heizen in Deutschland nach wie vor die Nummer eins. In der ersten Jahreshälfte 2015 wurde in fast jeder zweiten neugebauten Wohnung eine Erdgasheizung installiert. Auch von den knapp 41 Millionen bereits vorhandenen Wohnungen werden fast 50 Prozent mit Gas beheizt. Die Nutzer nennen hierfür vor allem folgende Gründe: Unter den fossilen Energien ist Erdgas die umweltfreundlichste. Bei seiner Verbrennung werden rund 25 Prozent weniger CO2 freigesetzt als bei der Verbrennung von Heizöl. In Kombination mit Solarthermie oder Bio-Erdgas trägt Erdgas zudem dazu bei, erneuerbare Energien stärker in den Wärmemarkt zu integrieren.

Die Erdgasreserven in Deutschland nehmen allerdings immer weiter ab, entsprechend sinkt auch die Fördermenge – 2014 lag sie bei 10,1 Milliarden Kubikmetern und damit um 5,8 Prozent unter der des Vorjahres. Das deckt etwa zehn Prozent des Verbrauchs von 823 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2014. Der Rest wird importiert. „Erdgasspeicher spielen für die Versorgungssicherheit eine zentrale Rolle, indem sie Importe absichern und saisonale und strukturelle Schwankungen ausgleichen“, sagt Duda. Deutschland verfügt über 59 unterirdische Erdgasspeicher an 37 Standorten. Alle Speicher zusammen können fast 25 Milliarden Kubikmeter nutzbares Gas lagern, das entspricht etwa einem Drittel des jährlichen Verbrauchs und reicht im Schnitt für rund 80 Tage Vollversorgung.

Systemstabilität in zwei Märkten

Die Branchenakteure sind sich einig: Erdgasspeicher tragen nicht nur zu Versorgungssicherheit sondern auch zur Netzstabilität in Deutschland und Europa bei. Die Wingas-Tochter Astora ist einer der wichtigsten Speicherbetreiber in Europa. Die Speichergesellschaft ist verantwortlich für Westeuropas größten natürlichen Erdgasspeicher im niedersächsischen Rehden. Der Standort ist ideal: Der Porenspeicher liegt an einem Knotenpunkt mehrerer deutscher Erdgasleitungen. Allein in Rehden können bis zu 4,4 Milliarden Kubikmeter nutzbares Erdgas gelagert werden. Das sind rund 20 Prozent der in Deutschland insgesamt vorhandenen Speicherkapazität. Genug, um etwa zwei Millionen Einfamilienhäuser ein Jahr lang zu beliefern. Der Betreiber hält zudem Kapazitäten am zweitgrößten Speicher Mitteleuropas in Haidach (Österreich) und errichtet einen weiteren im ostfriesischen Jemgum. Letzterer ist ein neuer Kavernenspeicher, der jeweils einen Zugang zum deutschen und zum niederländischen Markt bietet. „Er sorgt für Systemstabilität in zwei Märkten, indem die Speicherleistung bei Bedarf in dem entsprechenden Land vom Kunden genutzt werden kann“, erklärt Astora-Geschäftsführer Andreas Renner.

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