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Bild: Pixabay
Internationaler Stromhandel

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Energie ohne Grenzen?

Reibungsverluste im Stromhandel sind vorprogrammiert, wenn die Regeln der Strommärkte in Zentralwesteuropa stark voneinander abweichen. Diese Unterschiede bremsen die Flexibilität der Stromsysteme.

Eine Studie im Auftrag von Agora Energiewende ging den Gründen für die Ineffizienz des Stromhandels über Landesgrenzen hinweg auf den Grund. Diese steht im Widerspruch zu den gemeinsamen Energie- Zielen von Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz. Diese Länder arbeiten im so genannten Pentalateralen Energieforum an einer besseren Integration der zentralwesteuropäischen Strommärkte. Dabei geht es vor allem darum, die steigenden Flexibilitätsanforderungen, die mit dem Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen einhergehen, zu erfüllen.

Jeder kocht sein eigenes Süppchen

Besonders betroffen sind die Märkte für Regelenergie. Das ist kritisch, denn genau hier gleichen sich die Differenzen zwischen geplanten und tatsächlichen Angebot und Nachfrage aus. In diesem Punkt verfolgen die Energieforum-Mitlgliedsländer unterschiedliche Ansätze, die nicht nur inkompatibel sind, sondern auch zu Preisunterschieden für die Regelenergie führen. Darin spiegeln sich die Diskrepanzen der jeweiligen Marktregeln in den verschiedenen Ländern wider.

Ähnlich sieht es in den Märkten für den untertätigen Stromhandel aus. So muss in den Niederlanden, Belgien und Frankreich eine Leistung von einer Megawattstunde Strom am Intra-Day-Markt in Stundenblöcken angeboten werden. In Österreich, der Schweiz und Deutschland hingegen sind auch Angebote für Viertelstunden möglich. Durch diesen Unterschied kann zwar Strom aus Erneuerbaren Energien von Frankreich nach Deutschland und umgekehrt gehandelt werden, allerdings nur wenn die Leistung mindestens eine Stunde lang bereitgestellt werden kann. Die für Windkraft und Photovoltaik viel relevantere Vermarktung über Viertelstunden bleibt damit letztlich nur auf ein abgegrenztes Marktgebiet beschränkt.

Miteiander statt gegeneinander

„Miteinander harmonierende Marktregeln sind eine wesentliche Voraussetzung für den Strommarkt über Ländergrenzen hinweg“, sagt Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. „Denn nur damit lassen sich die in Zentralwesteuropa vorhandenen Flexibilitätspotenziale nutzen.“ Graichen ist überzeugt: Um Erneuerbare Energien günstig ins europäische System zu integrieren, müssen die Marktregeln in den verschiedenen Ländern angeglichen werden. Nur so kann bis 2030 der Anteil der Erneuerbaren Energien in Europa auf die gewünschten 50 Prozent ansteigen.

In der Studie beschreibt Agora Energiewende nicht nur die Problematik, sondern zeigt auch Lösungen auf, wie sich die Strommärkte vereinheitlichen ließen. Die Stunde steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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