Melden Sie sich kostenfrei an, um Artikel vollständig zu lesen...
News und Promotion-Beiträge sind ohne Registrierung kostenfrei zu lesen
Login

Passwort vergessen?
Registrieren
   

Passwort ist zu kurz (mind. 8 Zeichen).
Stromversorgung stabil

1 Bewertung

Atomausstieg: So sieht die Halbzeit aus

Trotz des Atomausstiegs wird die deutsche Stromversorgung immer stabiler: Neun Reaktoren mit einer Leistung von rund 10 GW wurden durch erneuerbare Energien ersetzt, und trotz wetterabhängigen Schwankungen sinkt die Zahl der Ausfälle deutlich.

Das ist das Ergebnis einer Kurzstudie des Analyseinstituts Energy Brainpool im Auftrag des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy. Seit 2011 mussten Netzbetreiber immer seltener Ungleichgewichte mit Regelleistung ausgleichen. Energy Brainpool führt dies auf eine bessere nationale und internationale Zusammenarbeit der Übertragungsnetzbetreiber sowie auf eine Stärkung des kurzfristigen Stromhandels zurück.

Stabil ohne Atomstrom

Für die Bewertung der Versorgungssicherheit hat Energy Brainpool mehrere Faktoren betrachtet: Laut dem von der Bundesnetzagentur jährlich erhobenen Index SAIDI summierte sich die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung hierzulande im Jahr 2014 auf rund zwölf Minuten - deutlich kürzer als vor dem Atomausstieg: 2010 fiel der Strom noch knapp 15, im Jahr 2006 mehr als 21 Minuten aus. „Ein hoher Anteil konventioneller Erzeugungsleistung - etwa aus Kernkraft - garantiert kein hohes Niveau an Versorgungssicherheit“, so das Fazit von Studienleiter Thorsten Lenck.

Auch im internationalen Vergleich mit klassischen Atomländern schneidet Deutschland mit seinem relativ hohen Anteil erneuerbaren Stroms gut ab: Frankreich (81 Prozent Atom) und Ungarn (36 Prozent) kamen 2013 auf Ausfallzeiten von jeweils rund 68 Minuten. In Großbritannien (19 Prozent) fiel der Strom im Schnitt für 55 Minuten aus.

Ein Wermutstropfen

Jedoch bleibt der Atomausstieg ein Tauziehen: Derzeit planen zahlreiche europäische Staaten den Bau von Atomkraftwerken. Großbritannien will im Herbst endgültig über den Bau des AKWs Hinkley Point C entscheiden, Ungarn plant am Standort Paks einen Reaktorbau mit russischer Beteiligung. Dass der Atomausstieg ein Mammutprojekt ist, zeigt eine spannende Reportage.

Firmen zu diesem Artikel

Nach oben