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Außenansicht: Die neue Firmenzentrale der Stadtwerke Lübeck in Holzbauweise Bild: Ulrich Hoppe/Stadtwerke Lübeck
Holzneubau im Passivhausstandard

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Europas größtes Verwaltungsgebäude in Holzbauweise bezogen

Die Stadtwerke Lübeck setzen mit ihrer neuen Firmenzentrale Klimaschutz anspruchsvoll und attraktiv um.

2021 sollen Gebäude in Europa werden zum Regelfall, die auf dem eigenen Grundstück nahezu so viel Energie erzeugen, wie seine Nutzer verbrauchen. Die neue Firmenzentrale der Stadtwerke Lübeck entspricht bereits heute dem Passivhaus-Standard. Der Neubau der Firmenzentrale, der rund 430 Mitarbei-tern seit Dezember 2014 ein modernes Arbeitsumfeld bietet, ist zudem in Europa derzeit das größte Verwaltungsgebäude in Holzbauweise. Auf einer Fläche von 13.856 m2 stehen den Mitarbeitern 250 einzelne Büros, Konferenz- und Seminarräume sowie ein Service-Center und ein Restaurant zur Verfügung.

Glas, Grün und Fichten- und Lärchenholz bestimmen die Fassadengestaltung. In den Brüstungs- und Sturzbereichen kam eine geschlossene Vollholzschalung aus Lärchenholz zum Einsatz. Graue Fensterbänder gliedern die Fassade im Rhythmus der vier Geschosse und werden durch grüne Fassadenplatten in regelmäßigen Abständen aufgelöst.

Positive Energiebilanz

Das energieeffiziente Bürogebäude zeigt, dass erneuerbare Energien, gepaart mit Ressourcenschonung und Energieeffizienz, die Grundlage für eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise sind. So setzt das durch die funktionale Leistungsbeschreibung vorgegebene Energiekonzept beispielsweise nicht nur auf die adiabatische Lüftung (ein Lüftungskonzept, bei dem die Kühlung durch Verdunstung erreicht wird), sondern auch auf die Heizung und Kühlung über Fußbodenflächen.

Holz-Alu-Fenster, Sonnenschutz und eine Wärmerückgewinnungsanlage sorgen für ein angenehmes Raumklima. Darüber hinaus werden verschiedene erneuerbare Energiequellen zur Energiegewinnung genutzt. Ein großer Vorteil ist die positive Energiebilanz. Die natürlichen Baustoffe enthalten keine Wohngifte und hinterlassen zudem einen energetisch-ökologischen footprint. Auf einer Stahlbeton-Bodenplatte errichtet, erhielt der Neubau im nordöstlichen Bereich eine Teilunterkellerung für Haustechnik- und Lagerräume sowie für Räumlichkeiten der Restaurantküche.

Statik trifft auf Brandschutz

Eine Besonderheit ist die statische Konstruktion des Neubaus, die ebenfalls als Holzrahmen errichtet wurde. So bilden Stützen und Träger aus Brettschicht-Holz in ihrer Anordnung über dem Grundriss ein Holzskelett.

Brettsperrholz-Elemente, die sich über die Stützen-/Träger-Konstruktion spannen, lassen die Geschossdecken entstehen und steifen das Gebäude in Anlehnung an die Stahlbeton-Treppenhauskerne horizontal aus. Nicht tragende Wände wurden als vorgefertigte Holzrahmenbau-Elemente mit hinterlüfteter Fassade ausgeführt, während alle Trennwände, mit Ausnahme der Brandwände, in Trockenbauweise mit Metallständerwerk errichtet wurden.

Es wurde auf den Einbau von Kompensationsmaßnahmen wie einer Sprinkleranlage verzichtet, was sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit und Lebenszykluskosten des Gebäudes auswirkt. Für den Neubau war eine Feuerwiderstandsklasse von F60 gefordert. Gebäudehohe Stahlbeton-Wandscheiben unterteilen die Gebäudeflügel in jeweils drei Brandabschnitte. Darüber hinaus legte das spezifische Brandschutzkonzept dar, dass die Decken-, Stützen- und Trägerquerschnitte aufgrund ihrer statisch erforderlichen Abmessungen bereits die geforderte Feuerwiderstandsdauer von 60 Minuten erfüllen und der Brandschutz des Holztragwerks auch ohne Beplankung gewährleistet wird.

Bauherr des viergeschossigen Büro- und Verwaltungsgebäudes sind die Stadtwerke Lübeck. Umgesetzt wurde das Projekt vom Generalunternehmer Ed. Züblin, in dessen Auftrag das PBR Planungsbüro Rohling auf Basis der vorgegebenen Konzeptionsplanung des Architekturbüros Klein Architekten die Architektenleistungen der Genehmigungs- und Ausführungsplanung erbrachte.

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