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Vernetzte Landwirtschaft

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Die Milchkuh und das IoT

Früher war der erste Gang eines Milchbauern zum Stall, zu seinen Kühen. Doch der Landwirt von heute setzt sich erst mal vor den Computer. So wie Steffen Hake aus dem niedersächsischen Wagenfeld-Ströhen, der über HealthyCow24 checkt, ob es seinem Vieh gut geht. HealthyCow24 ist eine Internet-of-Things-Lösung (IoT) auf Basis von Windows Embedded Software und Microsoft Azure.

Jeder fünfte Landwirtschaftsbetrieb nutzt laut dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) bereits digitale Anwendungen: Der Mähdrescher, der satellitengesteuert über den Acker navigiert, die Kuh, die eine SMS schickt, wenn sie kalbt (A&D berichtet im Dezember 2012) , oder die Drohne, die Saatgut und Düngemittel verteilt. „Die Digitalisierung verändert auch die Landwirtschaft nachhaltig“, resümiert in der Studie.

Hake hat die Digitalisierung gewagt, obwohl sein Betrieb ganze viereinhalb Mitarbeiter hat: ihn selbst, seinen Vater, einen Nachbar, einen Melker – und den Großvater, der aber nicht mehr voll arbeitet. Nur wenige Kleinbetriebe setzen laut Bitkom auf eine digitale Landwirtschaft. Hake setzt die vom Microsoft-Partner SCR Dairy entwickelte IoT-Lösung vor allem ein, um das Kalben seiner Kühe überwachen zu können – wichtigste Voraussetzung für die Milchproduktion. „Eine Kuh wird nicht einfach besamt und bekommt ein Kalb“, erklärt der Milchbauer. „Sie hat einen Drei-Wochen-Zyklus, den man dadurch erkennt, dass sie unruhig wird.“ Maximal zwölf Stunden später muss die Kuh besamt werden, damit sie trächtig wird. Bei einer größeren Anzahl von Kühen wird das schnell unübersichtlich.

Die vernetzte Kuh spart dem Bauer Zeit

Teil der Lösung von SCR Dairy ist Heatime: Halsbänder mit Bewegungsmeldern, die das Verhalten der Kuh aufzeichnen und Alarm schlagen, wenn die Kuh brünstig ist. Zusätzlich misst der Sensor auch das Fressverhalten. „Wenn eine Kuh zum Beispiel kurz vor dem Kalben weniger frisst als normal, erhalte ich ebenfalls eine Meldung und kann eingreifen“, freut sich Hake. Die Messdaten ruft er aus der Microsoft Cloud sowohl auf dem PC als auch von seinem Smartphone aus ab – wichtig für einen Landwirt, der nur wenig Zeit am Schreibtisch verbringen kann.

Im Ergebnis, so Hake, geht es seinen Kühen besser, er verbraucht weniger Medikamente und verbessert seine Ertragslage. Und er verbringt weniger Zeit im Stall: „Um zu erkennen, ob eine Kuh in der Brunst ist, musste man früher viermal am Tag für 20 bis 30 Minuten im Stall sein“, erinnert er sich. „Die Zeit fällt jetzt weg, und ich kann sie für andere Sachen nutzen.“

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