Am 22. August fiel in Terre Haute, USA, der Spatenstich für die weltweit größte Recyclinganlage für Reifen.

Bild: Zeppelin
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Rückgewinnung von Carbon Black Weltweit größte Recyclinganlage für Altreifen

29.08.2017

Abgefahrene Reifen landen meist auf Deponien. Doch das ist fatal, denn in ihnen stecken noch wertvolle Rohstoffe. Diese sollen nun in der bisher größten Anlage recycelt werden, um nicht nur das Carbon Black wieder herauszubekommen.

In Terre Haute, USA, entsteht eine Reifenrecyclinganlage für Pyrolyx. Planung und Ausführung der 30 Millionen US-Dollar schweren Gesamtanlage übernimmt der Zeppelin Konzern.
Der Auftragswert beträgt rund 17,6 Millionen US-Dollar. In der hochmodernen Anlage wird Carbon Black, Industrieruß, aus Altreifen zurückgewonnen. Damit wird der Wertstoffkreislauf von Carbon Black geschlossen und die Umwelt dauerhaft entlastet. Bereits am 22. August fiel der Spatenstich in Terre Haute, der finale Baubeginn der Recovered-Carbon-Black(rCB)-Produktion ist am 5. September.

Guido Veit, Business Unit Manager Plastics & Rubber Plants beim Zeppelin-Konzern: „Wir freuen uns, Pyrolyx mit unserer Expertise als Marktführer im Bereich Anlagenbau zur Reifenherstellung zu unterstützen und die gesamte Anlage zu planen sowie als Generalunternehmer auszuführen“. Damit leistet auch der Zeppelin-Konzern einen wichtigen Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Vier Millionen Reifen recycelt

Die Reifenrecyclinganlage in Terre Haute soll ca. 12.900 Tonnen rCB sowie Pyrolyseöl und Stahl produzieren. Dafür werden etwa 4 Millionen Altreifen pro Jahr verwertet, die bisher deponiert oder verbrannt wurden. Dabei werden gegenüber einer herkömmlichen Carbon-Black-Produktion circa 2,5 Tonnen CO2 pro Tonne rCB jährlich eingespart. Zeppelin setzt es sich als Ziel im Geschäftsbereich Anlagenbau nicht nur Anlagen zur Reifenproduktion zu bauen, sondern diese Reifen am Ende ihrer Nutzungszeit auch einer sinnvollen Verwertung zuzuführen. Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin GmbH, unterstreicht: „Nachhaltiges Wirtschaften ist fest in der Strategie des Zeppelin-Konzerns verankert. Unsere Lösungen sollen entscheidend dazu beitragen, eins der weltweit größten Umweltprobleme zu beseitigen.“

Allein in Deutschland fallen jährlich rund 650.000 Tonnen Altreifen an. Diese werden auf Deponien abgelagert oder in Brennöfen der Zementindustrie verheizt. So werden kostbare Rohstoffe verschwendet. Damit das in Zukunft nicht mehr der Fall ist, wurde gemeinsam mit Pyrolyx ein Verfahren entwickelt, mit dem der Hauptbestandteil von Reifen, Carbon Black, aus Altreifen zurückgewonnen werden kann. Geschredderte Reifen werden dabei mittels Pyrolyse in Rohstoffe zerlegt und somit ein hochwertiges Carbon Black hergestellt. Damit wird der Verwertungskreislauf für Altreifen geschlossen, und das zurückgewonnene Carbon Black kann zur Produktion neuer Reifen verwendet werden.

Auch Gas, Öl und Stahl werden zurück gewonnen

Neben dem Industrieruß Carbon Black werden bei der Pyrolyx-Technologie auch Gas und Öl freigesetzt. Das freigesetzte Gas kann in Gasmotoren weiter verwertet werden und den größten Teil der für den Prozess notwendigen Energie liefern. Das Öl kann gereinigt und auf verschiedene weitere Methoden einer Verwertung zugeführt werden. Außerdem wird wertvoller Stahl aus den Reifen zurückgewonnen. Bereits seit fast neuen Jahren sind der Experte für die Rückgewinnung von Recovered Carbon Black aus Altreifen Pyrolyx und der Zeppelin-Konzern Kooperationspartner.

Umgekehrt kann Recycling auch angewendet werden, indem aus Essensresten Reifen produziert werden.

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