Mit der Sensorik eines Schweizer Unternehmens lassen sich Messwerte in Abwasseranlagen zuverlässig erfassen.

Bild: Pixabay, PellissierJP

Inline-Sensoren Toleranzabweichungen im Abwasser sofort erkennen

19.05.2020

Für eine hohe Bakterienaktivität in Belebtschlammverfahren sind neben dem Sauerstoffgehalt zwei weitere Werte im Abwasser entscheidend. Um diese immer zuverlässig zu kennen, bietet ein Hersteller für jede Messung die passende Sensorik an.

„Die Überprüfung der Sauerstoffkonzentration ist beispielsweise beim Belebtschlammverfahren in Abwasseranlagen von Bedeutung“, weiß Dr. Knut Georgy, Senior Market Segment Manager Process Analytics bei Hamilton Bonaduz. „Der Schlamm im Belebungsbecken wird mit Abwasser angereichert, es erfolgt eine Belüftung desselben, wodurch der Sauerstoffgehalt erhöht und die Bakterienaktivität gefördert wird.“

Für solche Einsätze sind die Inline-Sauerstoffsensoren von Hamilton ausgelegt. Der VisiWater DO wird als Edelstahlvariante in Armaturen oder Rohren eingesetzt, sein Pendant aus Kunststoff direkt in Becken oder Teichen. Dafür hat das Unternehmen speziell die Variante VisiWater DO P entwickelt: Sie besitzt einen Kunststoff-Schaft, der selbst bei dauerhaftem Einsatz in aggressiven Abwässern nicht korrodieren soll.

Das Funktionsprinzip der beiden Sensoren ist identisch. Ein Mikrotransmitter im Sensorkopf stellt eine direkte Kommunikation zum Prozessleitsystem via 4...20 mA oder Modbus sicher und speichert sowohl Kalibrierungs- als auch Diagnoseinformationen. Die Konfigurierung und Kalibrierung kann im Labor mithilfe der ArcAir-Software vorgenommen werden, sodass Anlagenbetreiber von verschiedenen mobilen Endgeräten auf die relevanten Daten zugreifen können. Der Sensor liefert laut Hersteller robuste Signale und ermöglicht so lange Übertragungswege bis zum Leitsystem.

pH-Sensoren für Abwasserbehandlungen

Um die Mikroorganismen im Belebtschlammbecken zu kultivieren, ist eine erfolgreiche biologische Abwasserbehandlung notwendig. Diese sollte mittels pH-Sensoren überprüft werden. Liegen die Werte nicht im erforderlichen Rahmen, kann das beispielsweise ein Hinweis auf eine Störung im Kanalnetz sein.

Zur Messung eignet sich etwa der Polilyte Plus HF mit einem Messbereich von pH 0 bis 14. Die darin verbaute Fluorwasserstoff-resistente Glaselektrode weist einen geringen elektrischen Widerstand auf, wodurch sie kalten Abwässern standhält.

Daneben soll der Referenzelektrolyt Polisolve Plus zur Langlebigkeit beitragen und reproduzierbare Messungen gewährleisten. Die von Hamilton entwickelte Single-Pore-Technologie verhindert Verschmutzungen, stellt stabile Messwerte sicher und ermöglicht eine leichte Reinigung.

Leitfähigkeit als aufschlussreicher Wert

Zu guter Letzt spielt die Leitfähigkeit des Abwassers eine wichtige Rolle. Sie ist ein Maß für den Verschmutzungsgrad und lässt eine Aussage über den Gesamtgehalt an gelösten Salzen zu. Denn je mehr Salz, Säure oder Basen vorhanden sind, desto höher ist die Leitfähigkeit.

Zum Einsatz kann hier der Zwei-Pol-Sensor Conducell 2DC kommen. Er ist robust und einfach reinigbar ausgelegt und verfügt über ein 5 m langes Fixkabel, das ein Untertauchen ermöglicht.

„Dank unserer Sensoren werden Messwerte außerhalb der Toleranzgrenzen sofort erkannt“, sagt Georgy. „Daraufhin können die Mitarbeitenden umgehend entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.“

Bildergalerie

  • Der Sauerstoffsensor VisiWater DO P Arc FC10 kann in Wässern unterschiedlichster Zusammensetzung eingesetzt werden.

    Bild: Hamilton

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