ANSYS Germany GmbH Conrad Electronic SE

Verschiedene Vertreter aus der Elektronikbranche wagen einen Blick in die (nicht allzu ferne) Zukunft.

Bild: iStock, GeorgePeters

Umfrage zu Elektroniktrends Quo vadis, Elektronik?

19.02.2021

Die Welt der Elektronik befindet sich im Umbruch. Das Internet of Things, neue Technologien und der Zwang zur Digitalisierung nötigen Unternehmen, neue Wege zu gehen. In diesem Kontext stellen wir die Frage: Welche Trends müssen Elektronikentwickler 2021 auf ihrer Agenda haben?

Sponsored Content

In unserer Bildergalerie lesen Sie, was Elektronikhersteller auf die Frage „Quo vadis, Elektronik?“ geantwortet haben:

Bildergalerie

  • Matt Commens, Principal Product Manager, Ansys: Herausforderungen bei der Entwicklung von integrierten Schaltungen durch die für 5G und autonomes Fahren benötigten hohen Datenraten erfordern ganzheitliche Gehäuse- und EM-Kopplungsanalysen mithilfe von Simulationstechnologie. Üblicherweise werden durch hohe Datenraten resultierende Signalverluste in integrierten Schaltungen (ICs) durch Verkleinerung der Baugruppenfläche reduziert. Kürzere Übertragungswege reduzieren den Signalverlust, erhöhen aber die Wahrscheinlichkeit unerwünschter elektromagnetischer (EM) Kopplung und Übersprechen. Zuverlässige Vorhersage und Vermeidung der parasitären Kopplungseffekte erfordern eine hochgenaue „IC-Gehäuse“-EM-Simulation. Zudem werden bei IC-Designs oft Single-Ended-Signale anstelle von differenziellen Signalen verwendet, um den Flächenbedarf und den Stromverbrauch zu reduzieren. Unerwünschte EM-Kopplung ist die Folge. Auch hier lassen sich die Vorteile der reduzierten IC-Größe nur durch den Einsatz von High-Fidelity-EM-Kopplungsanalysen via Simulation realisieren.

    Bild: Ansys

  • Ralf Bühler, CEO, Conrad Electronic: Insbesondere für Embedded-Entwickler wird 2021 bezogen auf die Supply Chain spannend, und es ergeben sich Chancen, neue Wege zu gehen: Anlässlich umfassender Digitalisierungsmaßnahmen setzen Unternehmen vermehrt auf Embedded-Produkte. Die Folge: Die Verfügbarkeit etablierter Komponenten ist nicht immer gewährleistet, gegebenenfalls müssen andere Hersteller einbezogen werden. Glücklicherweise sind in den letzten Jahren im Embedded-CPU- und zum Beispiel mit Nvidia auch im Embedded-Board- oder Computer-Segment vielversprechende Lieferanten hinzugekommen. Dementsprechend bietet auch Conrad ein ständig wachsendes Sortiment und unterstützt mit seinem umfangreichen Beschaffungsservice.

    Bild: Conrad

  • Andreas Pauly, Bereichsleiter Messtechnik, Rohde & Schwarz: Die Corona-Pandemie hat sich auch auf die Messlabore ausgewirkt: Cloud Computing für HF-Messtechnik wird weiterhin ein Thema sein. Die Messdatenauswertung in der Cloud ist eine besonders flexible Lösung für verteilte Teams, um Daten und Messtechnik gemeinsam zu nutzen. Damit lässt sich die Effizienz von Tests steigern und über Standorte verteilte Messtechnik besser nutzen. Rohde & Schwarz bietet dafür R&S Cloud4Testing für On-Demand-HF-Tests aus der Cloud. Anwender können jederzeit von überall mit einem gängigen Webbrowser auf vordefinierte Analysesoftwarepakete zugreifen. Neben etablierter Software zur Signalanalyse und Wellenformgenerierung gibt es auch Pakete zur Analyse von 5G- oder NB-IoT-Signalen. Gerade in Zeiten von Budgetkürzungen ist eine Software-as-a-Service-Lösung ein großer Vorteil.

    Bild: Rohde & Schwarz

  • Boris Adlung, Vertriebs- und Marketing-Manager, Rigol Technologies: Für den Elektronikentwickler sind in den letzten Jahren bei den Messgeräten neben den grundlegenden Basics auch zusätzliche Aufgaben wie die Datenerfassung und die Dokumentation der Messdaten immer wichtiger geworden. Ein wichtiger Trend im neuen Jahr sind Messgeräte, die eine hybride Funktionalität aufweisen und die zu entwickelnden Komponenten mit ihren immer komplexeren Anforderungen vollumfänglich vermessen können, ohne dabei Kompromisse in der Spezifikation, der Verlässlichkeit, der Qualität und im Preis eingehen zu müssen. Da sich der Trend zu mehr Homeoffice entwickelt, werden Remote-Control-Lösungen immer mehr gefragt sein.

    Bild: Rigol

  • Heino Brose, Geschäftsführer, Synostik: Ein Trend ist die steigende Digitalisierung in IoT- und Industrie-4.0-Systemen. Durch diese steigt die Vernetzung von elektronischen Systemen. Und es sind nicht nur die Systeme selbst, sondern auch deren Anbindungen an vor- oder nachgelagerte technische Systeme, die zu erhöhter Komplexität führen. Einen weiteren Trend sehen wir in der „intelligenten Instandhaltung“, genauer: einen Wandel von vorausschauender hin zur intelligenten Instandhaltung. Diese wird mit einer kundenorientierten Entwicklung im Rahmen der Systemdiagnostik erreicht. Einen dritten Trend sehen wir in Produktlebenszyklus-orientierten Content-Management-Systemen. Hierzu werden immer mehr standardisierte Methoden für Anforderungen, Tests, Fehleranalysen, Fehlersuchen und Reparatur entwickelt, die über intelligente Human Machine Interfaces (HMI) bereitgestellt werden.

    Bild: Synostik

  • Harald Maier, Business Development Manager, TQ-Systems: Edge Computing gewinnt 2021 für neue Produkte und Lösungen aufgrund großer Datenmengen und Reaktionsgeschwindigkeit wieder mehr an Bedeutung. Somit müssen neue Geräte intelligenter und leistungsfähiger werden und über die passenden Kommunikationsschnittstellen mit ausreichend Bandbreite und Sicherheit verfügen. Dabei spielt in vielen Fällen auch Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle, um Aufgaben intelligenter und effizienter zu lösen. Diesen Trends folgen auch die Prozessor- und Embedded-Modul-Hersteller mit neuen Ausstattungsmerkmalen. Um den entscheidenden Performance-Boost sichtbar zu machen, ist es für Entwickler jedoch wichtig, diese zu kennen und möglichst geschickt zu nutzen.

    Bild: TQ-Systems

  • Detlef Fritsch, Geschäftsführer, Weco Contact: Wir sehen keinen einheitlichen Entwicklungstrend im Bereich der Steckverbinder, aber höchstes Interesse an der Zuverlässigkeit und der guten Qualität der Produkte. Diese Zuverlässigkeit erstreckt sich auch auf die schnelle Verfügbarkeit, und daher haben Kunden ein größeres Interesse an Lieferanten aus dem Umfeld ohne Einsatz von zeitintensiven Containerbewegungen. Das Interesse an SMD-Produkten befindet sich weiterhin in ständigem Wachstum, da diese Technologie auch eine anhaltende Miniaturisierung der Bauteile auf einer Platine ermöglicht. Dennoch bleiben auch die konventionellen Lötprodukte dank ihrer guten Etablierung weiterhin ein fester Bestandteil in modernen Anwendungen.

    Bild: Weco

Verwandte Artikel