Röntgentechnik von Ishida erhöht die Qualität von Fruchtriegeln.

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Effiziente Detektion Präzise Qualitätskontrolle von Fruchtriegeln

21.02.2019

Bevor Fruchtriegel in den Taschen der Verbraucher landen, sollten sie einer sorgfältigen Fremdkörperkontrolle unterzogen werden. Der Thüringer Hersteller Viba sweets hat jetzt die Röntgenprüftechnik ausgetauscht. Für eine effizientere und genauere Detektion wurde ein Röntgenprüfsystem IX-EN von Ishida installiert. Die neue Maschine entdeckt neben Fremdkörpern auch andere Qualitätsmängel wie Bruch, Deformierungen oder Doppelbefüllungen.

Viba sweets ist vor allem als Hersteller von Nougat- und Schokoladenspezialitäten bekannt. Als fettarme Alternative zu diesen Produkten entwickelte das ostdeutsche Unternehmen schon 1967 den Fruchtriegel. Seitdem erweist sich der Trockenobstsnack im Convenience-Format als praktischer Begleiter beim Sport oder unterwegs. Heute fertigt Viba sweets auf einer imposanten 40 m langen Produktionslinie eine große Vielfalt von Fruchtriegeln.

Insgesamt werden 64 Rezepturen in 10 Verpackungsformaten mit Füllgewichten zwischen 8 g und 50 g hergestellt. Vor der Endverpackung durchlaufen die Fruchtriegel eine Fremdkörperkontrolle mit Röntgenprüftechnik. Damit eliminiert der nach IFS Food Standard „Higher Level“ zertifizierte Hersteller ein Risiko. Die trockene Fruchtmasse zwischen den Oblaten kann nämlich als Naturprodukt Verunreinigungen wie beispielsweise kleine Steine oder Glasstücke enthalten.

Fremdkörperkontrolle als Flaschenhals

Ein bis vor kurzem eingesetztes Röntgenprüfsystem konnte den Ansprüchen von Viba sweets aus verschiedenen Gründen nicht mehr genügen. Der Prozess- und Projektingenieur Francisco Taberner erläutert: „Weil die Fruchtriegel sehr leicht sind, wurden ihre Positionen und Abstände auf dem Förderband durch die Vorhänge am Einlass der Prüfkammer verändert.“ Um beanstandete Verpackungen sicher ausschleusen zu können, mussten häufig Prozessverzögerungen hingenommen werden.

Die Fremdkörperkontrolle wurde so zum Flaschenhals der Hochleistungslinie mit einem maximalen Ausstoß von mehr als 500 Fruchtriegeln pro Minute. Außerdem bestand Bedarf nach mehr Informationen für die Bestimmung der Fremdkörperart und bei ihrer Lokalisierung im Produkt für die Ursachenforschung. Viba sweets entschied sich daher für einen Austausch des Röntgenprüfsystems. Vor der Investition wurden die Maschinen mehrerer Anbieter intensiv mit den eigenen Fruchtriegeln getestet und am Ende stand die Entscheidung für das Modell IX-EN von Ishida.

Seit der Installation im August 2018 arbeitet das System mit Hochgeschwindigkeit im Zwei- und Dreischichtbetrieb. Beanstandete Verpackungen werden zuverlässig ausgeschleust, ohne dass es dabei zu Verzögerungen im Betrieb kommt. Die filigranen Edelstahlvorhänge an der Prüfkammer des Geräts sind so leichtgängig, dass die Fruchtriegel durch den Kontakt mit ihnen nicht beeinflusst werden. Zusätzliche Sicherheit gibt eine Software zur Auswurfgegenkontrolle, die das System direkt stoppt, wenn eine als kontaminiert eingestufte Verpackung nicht in einem festgelegten Zeitfenster durch einen Sensor im Auswurfbehälter erfasst wird.

Eignung für eher homogene Produkte

Das Röntgenprüfsystem IX-EN eignet sich gut für die Fruchtriegel, weil es extra für die Kontrolle von leichten, dünnen und vergleichsweise homogenen Produkten entwickelt wurde. Zur Fremdkörperkontrolle misst das System die Dichte. Das Röntgenlicht wird durch die Fruchtriegel geleitet und von Fotodioden aufgenommen. Abhängig vom Niveau der empfangenen Röntgenstrahlung entsteht ein Graustufenbild. Sind Einschlüsse vorhanden mit einer größeren Dichte als das Produkt selbst, erscheinen diese auf dem Bild als dunkle Flecken. „Auf dem Touchscreen der Maschine ist sofort ersichtlich, um welche Art von Fremdkörper es sich handelt und wo genau im Produkt er sich versteckt“, sagt Francisco Taberner.

Die Anforderung der erhöhten Genauigkeit erfüllt das Ishida Röntgenprüfsystem ebenfalls. „Die Software ist deutlich leistungsstärker als bei der Vorgängermaschine und auch besser als bei den anderen Maschinen, die wir ausprobiert haben“, berichtet Francisco Taberner. Die patentierte Technik des Ishida Röntgenprüfsystems IX-EN basiert auf einer Software mit einem lernenden Genetischen Algorithmus. Durch die Bilddatenanalyse über mehrere Generationen hinweg erreicht das Gerät eine sehr hohe Genauigkeit. Da in der Lebensmittelherstellung zumeist wiederkehrende Kontaminationen auftreten, lässt sich mit jedem Prüfvorgang ein präziseres Protokoll für den Abgleich erstellen. Für die Kalibrierung genügt es, ein Prüfobjekt zwei bis drei Mal zu durchleuchten.

Alle Detektionsvorgaben erfüllt

Viba sweets erreicht mit dem Röntgenprüfsystem IX-EN sehr gute Detektionsraten für Stein, Glas, Kunststoff und Metall. Auch bei Hochgeschwindigkeit werden beispielsweise Steine ab 1 mm und Glasstücke ab 1,5 mm sicher gefunden. Darüber hinaus nutzt das System eine Gewichtskontrollfunktion als Indikator für weitere Qualitätsmängel, die früher unentdeckt geblieben wären. Deformierte und gebrochene Fruchtriegel lassen sich identifizieren und versehentlich doppelt befüllte Verpackungen können aus dem Verkehr gezogen werden. Ungefähr 0,5 Prozent defekter Fruchtriegel sortiert das Röntgenprüfsystem aus.

Eine Datenprotokollierung sammelt alle wichtigen Informationen, damit später der Nachweis über einwandfreie Produktionsvorgänge geführt werden kann. Außerdem helfen die Berichte bei der Ursachenforschung und bei der Beseitigung wiederkehrender Fehlerquellen. Die Erfüllung der Detektionsvorgaben überwacht Viba sweets durch regelmäßige Funktionskontrollen mit präparierten Testkörpern.

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