Übersichtlicher und flexibler planen Personalplanung durch Smart Devices verbessern

Keine Zettelwirschaft mehr: mit dem übersichtlicheren System sollen Mitarbeiter und Vorgesetzte immer einfach über Qualifikationen und Aufgaben im Bilde sein.

21.08.2020

Durch in einer App hinterlegte, modulare Anleitungen und Qualifikationsprofilen soll eine übersichtlichere, kompetenzbasierte Personaleinsatzplanung und -schulung in der Produktion ermöglicht werden.

Herkömmliche Produktions-IT-Systeme verfügen bisher nur über wenige Funktionen für die Personaleinsatzplanung. Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen werden Produktionsaufträge oft noch mithilfe von Excel-Tabellen oder sogar auf Papier geplant und anhand von Qualifikationsmatrizen verteilt.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen und das Institut für Fabrikanlagen und Logistik (IFA) der Leibniz Universität Hannover wollen nun in einem Forschungsprojekt die Planungsgrundlagen durch den Einsatz von Smart Devices verbessern und neue Wege der Mitarbeiterschulung erproben. Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe können sich an dem Projekt noch beteiligen.

Modulare und multimediale Anleitungen

Ziel des Forschungsprojekts »reQenrol«, das Anfang 2021 starten soll, ist eine kompetenzbasierte Personaleinsatzplanung und -schulung in der Produktion mithilfe von Smart Devices: Prozesserfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erstellen anhand eines Prozessbaukastens in einer App modulare und multimediale Anleitungen für die typischen Arbeitsschritte des Unternehmens. Die Einsatzplanung der verfügbaren Mitarbeiter soll dann auf Grundlage von Qualifikations- und Kompetenzprofilen erfolgen, die in der App hinterlegt werden.

Je nach Vorwissen der Mitarbeitenden wird die Software individuelle Schulungsunterlagen bereitstellen, die Anwender während ihrer Tätigkeit anleiten und sie individuell mit nützlichen Informationen unterstützen, so die Idee der Wissenschaftler. Durch die wiederholte Ausübung der Tätigkeit erweitert sich automatisch das Kompetenzprofil der Mitarbeitenden.

Ist die Person in ihrer neuen Tätigkeit sattelfest, soll das System die möglichen Einsatzgebiete der Person aktualisieren und dann zukünftig bei der Einsatzplanung auf die neuen Daten zurückgreifen.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen, die mit hoher Variantenvielfalt und in kleinen Stückzahlen produzieren, bietet sich hier eine Chance, mit vergleichsweise geringen Investitionen dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Teilnahme bis 30. September möglich

Das Fraunhofer IPT und das IFA suchen noch bis zum 30. September 2020 nach interessierten Unternehmen, die das Forschungsvorhaben als Anwender oder im Bereich der Softwareentwicklung im projektbegleitenden Ausschuss mitgestalten möchten. Das Projekt mit einer geplanten Laufzeit von zwei Jahren wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Der einmalige Beitrag für die Teilnahme beträgt für KMU 2000 Euro, größere Unternehmen zahlen 4000 Euro. Im projektbegleitenden Ausschuss nehmen die Unternehmen an zwei bis drei Projektsitzungen jährlich Teil, werden in die Definition der Anforderungen an die Software einbezogen und diskutieren die Ergebnisse aus Anwendersicht. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Softwarelösungen mit den geeigneten Smart Devices im eigenen Unternehmen vor Ort zu erproben und einzusetzen.

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