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Smarte Fassaden mit Energiespareffekt: Das Fassadenelement benötigt keine externe Stromversorgung, weil textile Elemente dank eingebetteter Drähte mit Formgedächtnis sich selbst entfalten, wenn es warm wird.

Bild: Bára Finnsdóttir / Weißensee Kunsthochschule Berlin

Stoff-Jalousie Sonne schließt textile Schattenspender

02.04.2015

Rollos schließen ist schlauer als Sonnenwärme wegkühlen. Wer ohne Strom Schatten erzeugt, spart noch mehr Energie.

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Gläserne Bürobauten gehören zu den großen Energiefressern, weil sie aufwendig klimatisiert werden müssen. Ein von Fraunhofer-Forschern und Designern entwickeltes Fassadenelement für Glasfronten kann den Energieverbrauch senken, indem es Schatten spendet – wofür es nicht einmal Strom benötigt.

Um den Energieverbrauch zu senken, entwickeln Forscher vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Dresden gemeinsam mit dem Fachgebiet Textil- und Flächen-Design der Weißensee Kunsthochschule Berlin Fassadenkomponenten, die autark auf Sonneneinstrahlung und die dadurch entstehende Wärme reagieren.

Ein Demonstrator ist auf der Hannover Messe in Halle 2 am Stand C22 zu sehen. Er besteht aus einer Matrix von 72 einzelnen textilen Bauteilen, die wie Blüten aussehen. In die textilen Module integriert sind Formgedächtnisaktoren. Dabei handelt es sich um dünne, 80 Millimeter lange Drähte aus einer Nickel-Titan-Legierung, die sich an ihre Ausgangsform erinnern, wenn sie erhitzt werden.

Erwärmt sich die Fassade durch die auftreffenden Sonnenstrahlen, werden diese Drähte aktiviert. Sie ziehen sich zusammen und öffnen dadurch geräuschlos die textilen Komponenten. Die offene Fläche des Fassadenelements schließt sich und das Sonnenlicht kann nicht in den Raum eindringen. Verschwindet die Sonne hinter den Wolken, schließen sich die Elemente und die Fassade ist wieder transparent.

Der für großflächige Verglasungen konzipierte Sonnenschutz wird wahlweise an der äußeren Fensterscheibe oder im Zwischenraum einer mehrschichtigen Klimafassade angebracht. Die neuartige Struktur lässt sich problemlos nachinstallieren und bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.

Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler zusammen mit Industriepartnern verschiedene Prototypen für Privat- und Bürogebäude entwickeln, die in Langzeituntersuchungen an einem Einfamilienhaus sowie am Institutsgebäude getestet werden sollen. Geplant sind sowohl Versionen für den Neubau als auch Varianten, um Altbauten nachzurüsten. Mitte 2017 sollen die Systeme marktfähig sein. (kk)