Bis zu 10,1 Milliarden US-Dollar mehr für chinesische Solarwirtschaft.

Bild: pixabay; skeeze

Emissionsfreier Solarstrom Mit Solarpower Smog bekämpfen

10.12.2018

Würde China den Smog vehement bekämpfen, könnte das Land die Produktion von Solarstrom massiv erhöhen.

Modellrechnungen von ETH-Forscherinnen und -Forschern zeigen, dass wenn China Smog vehement bekämpfen würde, das Land die Produktion von Solarstrom massiv erhöhen könnte. In Peking ist die Luft oft sehr schlecht. Die Stadt versinkt unter einem braunen Deckel aus Abgasen aus der Industrie, von Autos und Kohlenfeuerungen, die besonders viel schädlichen Feinstaub, Russ, Schwefeldioxid und Stickoxide in die Luft pusten.

Emissionsfreier Solarstrom

Die dreckige Luft schadet der Gesundheit der Menschen massiv. Gemäß der WHO sterben pro Jahr allein in China rund 1,6 Millionen Menschen verfrüht an den Folgen der Luftverschmutzung, weltweit sind es über sieben Millionen. Die Opfer erleiden Hirnschläge, Herzinfarkte oder Lungenkrankheiten.

China hat deshalb und um den CO2-Ausstoß einzudämmen, damit begonnen, aggressive Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung einzuführen. So hat der Staat unter anderem viel in die Produktion von emissionsfreiem Solarstrom investiert und plant, Photovoltaikanlagen in Zukunft noch stärker auszubauen.

Smog verringert Sonneneinstrahlung

Das Problem: Im Moment ist die Luftverschmutzung in China immer noch groß, und der Smog schadet nicht nur der Gesundheit, sondern verringert auch die Sonneneinstrahlung, die den Boden erreicht. Dies wiederum schmälert die Stromproduktion der installierten Photovoltaikanlagen erheblich.

Saubere Luft äußerst profitabel

Von einer sauberen Luft würde deshalb die Solarenergieindustrie stark profitieren, wie die Klimaforscherin Mercè Labordena und ihre Kollegen von der Gruppe für Klimaschutz und -anpassung der ETH Zürich in einer Studie aufzeigen.

Die Forschenden rechneten aus, dass China im Jahr 2040 mit den heutigen und bis dahin neu gebauten Photovoltaikanlagen 85 bis 158 TWh pro Jahr zusätzlichen Strom bereitstellen kann. Dies unter der Voraussetzung, dass es gelingt, die Emissionen aus allen Sektoren – Energie, Verkehr, Industrie, Haushaltungen – ganz zu eliminieren. Die Mehrproduktion wäre somit um mindestens einen Drittel größer als der heutige Strombedarf der Schweiz und brächte der chinesischen Stromwirtschaft bis zu 10,1 Milliarden US-Dollar aus der Solarstromerzeugung mehr ein.

Einstrahlung steigern

Dem Modell zufolge würde sich die Sonneneinstrahlung aufgrund strenger Luftreinhaltemassnahmen im landesweiten Durchschnitt um 11 Prozent verstärken. Dadurch würden die Solarzellen einen Zehntel mehr Elektrizität erzeugen. Allerdings ist das Steigerungspotenzial nicht in allen Landesteilen gleich hoch. So würde die Einstrahlung in Peking nur um 8 Prozent steigen, in den zentralchinesischen Provinzen wie Chongqing jedoch um 26 Prozent.

Übergang zu Erneuerbaren beschleunigen

Von strengen Luftreinhaltemassnahmen würden in naher Zukunft Investoren an der Ostküste am meisten profitieren. Dort wächst derzeit auch die Zahl von Photovoltaikanlagen am schnellsten. Gelingt es den Behörden, die Luftverschmutzung in den Ballungszentren an der Ostküste wirksam einzudämmen, würde sich deshalb nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung bessern, folgert Labordena. Die Luftreinhaltung beschleunigt auch den Übergang hin zu erneuerbaren Energien und den Kampf gegen die globale Klimaerwärmung.

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