Phoenix Contact Deutschland GmbH

Bild: BallBall14, iStock; Phoenix Contact

Displays & HMI Kleine Klemmen für große Aufgaben

29.02.2016

MAN fertigt in München seine schweren Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 18 bis 41 Tonnen. Während die Fahrzeuge in puncto Größe Rekorde brechen, kommt es bei ihrer Produktion an vielen Stellen aufs Kleine an. So spielen zum Beispiel Miniaturklemmen mit Push-in-Technik bei der Herstellung von Achsgetriebeteilen eine wichtige Rolle.

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MAN Truck & Bus mit Sitz in München ist die größte Sparte innerhalb der MAN-Gruppe und stellt Nutzfahrzeuge und Transportlösungen her. Hierfür setzt das Unternehmen auf eine hohe Fertigungstiefe am Standort – und produziert dort auch die angetriebenen Achsen und Verteilergetriebe für die Lkw.

Testfall Modernisierung

Damit die Produktionsanlagen stets störungsfrei laufen, gibt es ein eigenes Instandhaltungsteam. „Nach der spanenden Bearbeitung werden die Bauteile unserer Achsen und Verteilergetriebe gehärtet“, erklärt Ioannis Saltzis aus dem Team der Instandhaltung Elektrik. „Mittels einer Wärmebehandlung erhält die Verzahnung der Bauteile eine harte, verschleißfeste Oberfläche bei zähem Kern.“

Die kohlenstoffhaltige Atmosphäre in den Öfen sorgt dafür, dass die Randschicht der Bauteile mit Kohlenstoff angereichert wird. Durch diesen Diffusionsprozess ergibt sich über den Verzahnungsquerschnitt ein definiertes Kohlenstoffprofil. Der Kohlenstoffgehalt nimmt entsprechend dem Profil von der Oberfläche aus zum Kern hin ab. Der Prozess erfolgt bei hohen Temperaturen von bis zu 920 °C und dauert bis zu
15 Stunden.

Bei der Modernisierung der Brennersteuerung über den sechs Kammeröfen der Härterei – nach einem Brenner-Betrieb von 80.000 Stunden – wurde auch der Brennerkasten neu konzipiert und verdrahtet. „Die Brennersteuerung, die die Ventile zur Gaszufuhr öffnet und schließt, befindet sich auf dem Kammerofen“, so Saltzis. In Schaltkästen von Unterverteilungen und dezentralisierten Steuerungen ist Platz Mangelware.

Daher entschied sich MAN bei der Erneuerung der Brennersteuerung für den Einsatz der Miniatur-Reihenklemme MPT 1,5/S von Phoenix Contact in den Verteilerkästen. Vorher befand sich dort eine 5,2 mm breite Schraubklemme mit Schraubbrücke. „Bei der Umrüstung haben wir eine kompakte Miniklemme mit 3,5 mm Teilung auf die 15-mm-Hutschiene gerastet“, erklärt Saltzis. „Der so gesparte Platz hat uns das Verlegen der Schaltdrähte enorm erleichtert.“ Jetzt kann man Schaltdrähte bis 1,5 mm² anschließen.

Das Push-in-Anschlussprinzip der Miniklemme arbeitet mit geringen Einsteckkräften. „Als ich die Klemme zum ersten Mal getestet habe, musste ich mehrmals am Leiter ziehen, um mich zu vergewissern, dass er auch fest sitzt“, erinnert sich Saltzis. „Aber da wackelte nichts.“

Miniklemmen mit hohem Bedienkomfort

Verdrahtet wird bei MAN meist ohne Aderendhülse. „Mit meinem Schraubendreher muss ich nur den integrierten Pusher betätigen“, beschreibt Saltzis seine Erfahrung mit der Push-in-Anschlusstechnik. „Mit dem Pusher erreiche ich die Klemmstelle aus verschiedenen Winkeln – so stört der Schraubendreher nie.“ Gerade bei vielen Verdrahtungen erleichtert das selbsterklärende Pusher-Prinzip die Arbeit.

Die Reihenklemmen mit Push-in-Technik bieten dem Anwender einen hohen Bedienkomfort. Leiter mit Ader-
endhülse oder starre Leiter lassen sich direkt in die Klemmstelle stecken – mit nur einer Hand. Zudem liegen die Einsteckkräfte gegenüber anderen Direktsteck-Anschlüssen um 50 Prozent niedriger. Selbst kleinste hochflexible Leiter ab 0,25 mm2 kann man direkt und werkzeuglos verdrahten – was besonders bei schwer zugänglichen Stellen hilfreich ist. Verdrahtungszeiten und Arbeitsermüdung sind deutlich reduziert, und der Bedienkomfort ist erstmals unabhängig von Leitertyp und Querschnitt.

Unter beengten Platzverhältnissen ist es auch von Vorteil, dass das Anschließen des Leiters, das Brücken der Klemmen sowie das Markieren aus der Draufsicht erfolgen können. „Das ermöglicht es uns, die Klemmenleiste ziemlich nah an den Gehäusewänden zu positionieren“, fährt Saltzis fort. „So konnten wir die Leiter zwischen Klemmen und Gehäusewand verlegen.“

Bei der Suche nach einer geeigneten Reihenklemme im Zuge der Modernisierung der Brennersteuerung spielte neben den beengten Platzverhältnissen auch die hohe Umgebungstemperatur eine Rolle: Etwa 75 °C misst das Thermometer in den Verteilerkästen über den Öfen. „Auch das müssen die Klemmen aushalten“, so Saltzis.

Prüfen, Brücken, Beschriften – alles ganz einfach

Dass die Modernisierung bei MAN zügig und zur Zufriedenheit aller über die Bühne ging, dazu haben auch die Miniklemmen beigetragen: „Wir mussten auf keinerlei Komfort verzichten“, resümiert Saltzis. „Wir rasteten die Klemmen auf, steckten die Brücke in den Schacht und legten die Markierung darüber. Und schon konnten wir mit dem Verdrahten beginnen.“ Das Zubehörmaterial ist identisch mit dem der anderen Klemmen, die MAN einsetzt. Ein Pluspunkt bei Lagerhaltung und Kosten. Und mit Hilfe des integrierten 2,3 mm starken Prüflochs sind auch Messungen kein Problem.

Bildergalerie

  • Die Kammeröfen gehören nach 80.000 Betriebsstunden noch lange nicht zum alten Eisen, da lohnt sich die Modernisierung der Steuerung, die auf dem Ofen sitzt.

    Bild: Phoenix Contact

  • Verteilerkasten mit Miniklemme: Über dem Brennofen ermöglicht die Mini-Reihenklemme MPT 1,5/S mit ihrer Push-in-Anschlusstechnik eine komfortable Verdrahtung auf engstem Raum.

    Bild: Phoenix Contact

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