Bild: Bizerba
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Verpackung & Kennzeichnung Heinz Busch von Bizerba Busch

27.10.2014

Der Wäge- und Etikettiertechnik-Spezialist Bizerba Schweiz und die Busch-Werke, bekannt für ihre Wäge- und Fördertechnik, bündeln ihre Kompetenzen. Unter dem Namen Bizerba Busch bedienen sie seit Juni 2014 den Schweizer Markt. Heinz Busch, der bisherige Geschäftsführer der Busch-Werke, leitet das Unternehmen und spricht über die Herausforderungen einer solchen Fusion.

P&A:

Warum sind die Busch-Werke nach 95 Jahren eine Fusion mit Bizerba eingegangen, Herr Busch?

Heinz Busch:

Gemeinsam sind wir stärker und schlagkräftiger. Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen können wir eine wesentlich größere Marktpräsenz aufweisen. Das wird sich positiv für unsere Kunden und Geschäftspartner auswirken.

Was verändert sich mit der Fusion für Sie als CEO?

Mit der Fusion verändert sich einiges – nicht nur für mich als CEO. Wir gehören nun zu einem großen, renommierten und weltweit erfolgreichen Konzern mit einem guten Ruf, davon profitieren wir im Schweizer Markt. Gleichzeitig bringt das mehr innerbetriebliche Strukturen und Vorgaben mit sich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch ich müssen sich umstellen. Im Endeffekt sind die Veränderungen aber vorteilhaft – vor allem für unsere Kunden.

Inwiefern sind diese Veränderungen vorteilhaft?

Unsere Kunden und Geschäftspartner profitieren beispielsweise von einem erweiterten Produktportfolio. Das Leistungsangebot der neuen Bizerba Busch AG umfasst Lösungen für das industrielle Wiegen, Preis- und Warenauszeichner, Verfahrens- und Fördertechnik, Inspektionssysteme, Kontrollwaagen, Software und ergänzende Dienstleistungen. Zudem gibt es eine Flächenabdeckung im Service-Bereich mit kurzen Anfahrtswegen, welche zu einer optimalen Verfügbarkeit von Technikern im Servicefall führt. Auch das breitgefächerte Know-How unserer Mitarbeiter wird gebündelt. Dadurch verfügen wir über ein großes Fachwissen, das zu Gunsten unserer Kunden eingesetzt wird. Abschließend lässt sich sagen: Unsere Kunden profitieren vom Besten aus zwei Welten. Bizerba steht für weltweit bewährte Standards, Busch für flexible, kundenspezifische Gesamtlösungen. Diese Kernkompetenzen sind nun vereint unter einem Dach. Das ist für unsere Kunden ein entscheidender Vorteil und bietet eine maximale Investitionssicherheit.

Welches Feedback haben Sie bis jetzt von ihren Kunden er­halten?

Alle unsere Kunden mit denen ich bis jetzt gesprochen habe, haben die Fusion begrüßt. Sie sagen alle, dass sie die Flexibilität der ehemaligen Busch-Werke sehr geschätzt haben, finden es aber gut, dass wir jetzt auf ein größeres Produktprogramm zurückgreifen können.

Welche wesentlichen Änderungen im Produktportfolio wird es künftig geben?

Die momentan größte Änderung im Produktportfolio von Bizerba Busch ist im Bereich Preisauszeichnungs- und Etikettiersysteme zu finden. Bislang hatte Busch die Vertretung für den Hersteller Espera in der Schweiz. Die wurde mit der Fusion hinfällig, da Bizerba ein deutlich breiteres Produktspektrum in diesem Bereich anbieten kann. Ergänzend können wir unseren Kunden nun auch das Verbrauchmaterial Etiketten anbieten. Auch bei Industriewaagen können wir auf ein großes ergänzendes Sortiment zurückgreifen, welches keine Wünsche unserer Kunden offen lässt. Neu hinzukommen die Bereiche Kontrollwaagen (Checkweigher) und Inspektionssysteme sowie Logistikwaagen und die dazugehörigen Karton und Paletten-Etikettierer. Wenn es unsere Kunden in Zukunft wünschen, können wir Fertigungswerke komplett ausstatten, wenn es um Wiegen, Etikettieren und Inspizieren geht. On Top gibt es die richtige Software auch für die Integration in bestehende ERP-Systeme.

Welche Herausforderungen sehen Sie auf diesem Weg?

Die Zusammenführung zweier Unternehmen ist nicht immer nur positiv und sicher nicht einfach. Sie birgt neben vielen Chancen auch Risiken. Die ersten Phasen im Fusionsprozess sind geprägt von Zweifeln, Unsicherheiten und Mehraufwand. Unsere Mitarbeiter spielen in dieser Fusionsphase eine zentrale Rolle. Sie sind besonders gefordert. Denn neben dem Tagesgeschäft müssen alle zusätzliche Aufgaben übernehmen, um den Zusammenschluss aktiv voran zu treiben.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft, wohin soll sich Bizerba Busch entwickeln?

Unsere Vision ist es, dass Bizerba Busch in Zukunft als Lösungsanbieter wahrgenommen wird. Unsere Kunden sollen bei uns nicht nur ein Produkt kaufen, sondern von A bis Z beraten, ausgestattet und unterstützt werden. Eine Art Rundumwohlfühlpaket also. Wir streben vor allem durch die neuen Produktsegmente ein deutliches Wachstum in unserem Schweizer Heimatmarkt an. Für Produkte welche Bizerba durch den Zukauf hinzubekommen hat, speziell in der Förder- und Verfahrenstechnik, werden wir eine Internationalisierung über die bestehende Vertriebs­organisation anstreben, vorwiegend mit Baugruppen in denen unsere Logistikpartner einen deutlichen Mehrwert für sich erkennen. In der Preis­auszeichnungs- und Etikettiertechnik wollen wir weitere, strategisch wichtige Kunden dazugewinnen. Zudem ist die Nachfrage nach Inspektionssystemen sehr groß, da sehen wir erhebliches Potenzial mit unseren Geräten in den Bereichen der Detektion, Röntgen- und Kamerainspektion – insbesondere im Lebensmittelbereich, wo beispielsweise allfällige Produktverunreinigungen schnell zu einem Imageschaden beim Hersteller führen können. Last but not least stehen auch Überlegungen an, inwieweit innovative Produkte in Zusammenarbeit mit der Zentrale entstehen können.

Gibt es einen Leitsatz, den Sie sich mit der Fusion vorgenommen haben?

Wie ich schon zu Beginn gesagt habe: Gemeinsam sind wir stark! Dieser Leitsatz ist der Wegweiser in unserer täglichen Arbeit.

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