Zukunftsallianz Maschinenbau e.V.

Menschen und Meinungen Forschungspartner für Zukunftstechnologien

03.02.2017

Stimmen aus der Forschung zu Industrie 4.0 und weiteren Zukunftsthemen im Maschinenbau.

Um einen hochwertigen Wissensaustausch über Zukunftstechnologien und innovative Methoden zu gewährleisten, bringen sich verschiedene Forschungspartner regelmäßig in die Innovationsdialoge, das Technologie-Monitoring und die Workshops der Innovations-Werkstatt ein. Eine vollständige Liste finden Sie weiter unten auf der Seite. Im Folgenden kommen Vertreter verschiedener Forschungseinrichtungen zu Wort.

Prof. Dr.-Ing. Christian Brecher, Direktor des Werkzeugmaschinenlabors und Sprecher des Exzellenzclusters Integrative Produktonstechnik für Hochlohnländer an der RWTH Aachen:
„Data Analytics und Machine Learning können produktionstechnische Kompetenz und Erfahrungswissen nicht vollständig ersetzen. Aber nur wer die neuen Möglichkeiten im Entwicklungs- und Produktionsprozess einbezieht, wird zukünftig schnell genug neue Kompetenzen aufbauen können. Die erforderlichen organisatorischen Rahmenbedingungen und IT-Werkzeuge für den Mittelstand werden wir mit dem Internet of Production erforschen und die Ergebnisse in die Zukunftsallianz Maschinenbau einbringen.“

Prof. Dr. Karlheinz Sonntag, Arbeits- und Organisationspsychologie, Psychologisches Institut der Universität Heidelberg:
„Die industrielle Arbeitswelt befindet sich in einem dynamischen evolutionären Wandlungsprozess. Neben den großen Veränderungspotentialen der Digitalisierung gilt es die demografischen Trends sowie den Wandel von Werten und Lebensentwürfen der verschiedenen Generationen bei der Personalentwicklung und der Gestaltung von Arbeitssystemen zu berücksichtigen.“

Prof. Dr.-Ing. Kirsten Tracht, Institutsleiterin des Bremer Instituts für Strukturmechanik und Produktionsanlagen bime der Universität Bremen und Vorstand der Zukunftsallianz Maschinenbau :
„Prozesse in Unternehmen sind das zentrale Vernetzungselement in horizontaler wie vertikaler Richtung. Schnelle Veränderungsprozesse und gleichzeitig weltweite Vernetzung können erfolgreich nur über Prozesse beherrscht werden, die steigende Komplexität und ständige Störungen als selbstverständlichen Teil des Ablaufs begreifen.“

Prof. Dr.-Ing. Michael Schenk, Institutsleiter beim Fraunhofer IFF Magdeburg und Beirat der Zukunftsallianz Maschinenbau:
„Die Digitalisierung der Produktion, der digitale Zwilling von Fabriken und Produkten, verhilft Unternehmen, den Rohstoff der Zukunft zu heben – nämlich die Daten rund um ihre Prozesse, ihre Produkte und deren Verwendung beim Kunden. Wer heute nicht umstellt, dem fehlt morgen die Grundlage für erfolgreiche Geschäftsmodelle.“

Prof. Dr.-Ing. Ansgar Trächtler, Institutsleiter beim Fraunhofer IEM Paderborn und Vorstand der Zukunftsallianz Maschinenbau:
„Die Entwicklung intelligenter technischer Systeme zeichnet sich durch stetig steigende Komplexität und hohe interdisziplinäre Zusammenarbeit aus. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen entwickeln wir am Fraunhofer IEM Entwurfsmethoden, die bereits frühzeitig das komplexe Systemverhalten absichern.“

Prof. Dr.-Ing. Claus Emmelmann, Institut für Laser- und Anlagensystemtechnik (iLAS) der TU Hamburg-Harburg und Geschäftsführer bei LZN Laser Zentrum Nord:
„Die Additive Fertigung ermöglicht es uns, digitale Daten werkzeuglos in dreidimensionale, hochintelligente, leichte und bionisch gestaltete Bauteile umzusetzen und ist damit die ideale Technologie zur Umsetzung der Industrie 4.0 durch Verschmelzung von virtueller und realer Welt. Selbst komplizierte Werkstücke können so mit geringstem Materialeinsatz, einfacher und leichter hergestellt werden, als in der konventionellen Fertigung. Aber auch die Kombination von konventioneller Fertigung in der hybriden Produktion mit dem 3D-Druck ist möglich.“

Prof. Dr. Thomas Tröster, Lehrstuhl für Leichtbau im Automobil LiA an der Universität Paderborn:
„Werkstoffe bilden einen der wichtigsten Treiber für neue Produkte. Tatsächlich basieren etwa zwei Drittel aller neuen Produkte auf innovativen Werkstoffen. Ein prominentes Beispiel bildet der Leichtbau. Die Forderung nach beanspruchungsgerechten und damit leichten Strukturen verlangt neue Konzepte, wie hybride Werkstoffsysteme, die z.B. Metalle und Kunststoffe kombinieren und damit überragende Eigenschaften erzielen können.“

Prof. Dr. Jochen J. Steil, Institutsleiter des Instituts für Robotik und Prozessinformatik an der Technischen Universität Braunschweig:
„Moderne Leichtbaurobotik ist einer der Technologietreiber für flexible Produktion. Sie erlaubt Anwendungen neuen Typs, auch durch sichere Zusammenarbeit von Roboter und Menschen ohne Schutzzaun. Intuitive Programmierung, neue Softwarekonzepte in der Steuerung digitalisierter Anlagen und innovative Services sichern dabei Wandlungsfähigkeit und damit auch Wirtschaftlichkeit der Robotik im Mittelstand.“

Prof. Dr. rer. nat. Sabina Jeschke, Head of Insitute, Cybernetics Lab IMA/ZLW & IfU der RWTH Aachen University und Beirat der Zukunftsallianz Maschinenbau:
„Die vierte industrielle Revolution ist eine Revolution vernetzter künstlicher Intelligenz. Die Maschinen durchbrechen gerade die „Schallgrenze“ zu lernenden, sich selbst steuernden und sogar zu Kreativität fähigen Systemen. Vor diesem Hintergrund ändert sich die industrielle Produktion – ebenso wie die gesamte Gesellschaft – umfassend und äußerst schnell.“

Mitglieder der Zukunftsallianz aus der angewandten Forschung

Bremer Institut für Strukturmechanik und Produktionsanlagen BIME, Universität Bremen

Cybernetics Lab IMA/ZLW & IfU, RWTH Aachen, RWTH Aachen

Direct Manufacturing Research Center DMRC, Universität Paderborn

Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnik IAPT, Hamburg

Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM, Paderborn

Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Magdeburg

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT, Aachen

Institut für industrielle Informationstechnik (inIT), Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Institut für Integrierte Produktion Hannover IPH

Institut für Management und Information IMI, FH Zwickau

Institut für Produktionstechnik und Logistik IPL, Universität Kassel

Institut für Robotik und Prozessinformatik IRP, TU Braunschweig

Lehrstuhl für Kulturtheorie und Management, Private Universität Witten/Herdecke GmbH

Lehrstuhl für Leichtbau im Automobil LiA, Universität Paderborn

Laser Zentrum Nord LZN, Hamburg

Linz Center of Mechatronics, (Austria)

Psychologisches Institut der Universität Heidelberg, Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie

Tampere University of Technology (Finland)

Werkzeugmaschinenlabor WZL, RWTH Aachen

Bildergalerie

  • Prof. Dr. Karlheinz Sonntag

  • Prof. Dr.-Ing. Christian Brecher

  • Prof. Dr.-Ing. Michael Schenk

  • Prof. Dr. Jochen J. Steil

  • Prof. Dr. rer. Net. Sabina Jeschke

  • Prof. Dr.-Ing. Claus Emmelmann

  • Prof. Dr.-Ing. Kirsten Tracht

    Bild: Universität Bremen

  • Prof. Dr.-Ing. Ansgar Trächtler

  • Prof. Dr. Thomas Tröster

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