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Interview über Ethernet-Spanner TBEN-L von Turck „Ethernet-Grenzen verschwinden“

13.03.2018

Ein neues Block-I/O-Modul in Schutzart IP67 ermöglicht erstmals den Datenaustausch zwischen zwei Ethernet-Netzwerken ohne Schaltschrank direkt im Feld. Was damit genau möglich ist, erläutert Olaf Ophoff, Leiter Produktmanagement Fabrikautomation Systeme bei Turck, im Gespräch mit A&D.

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A&D:

Was war der Grund für die Einführung Ihres neuen Ethernet-Spanners?

Ophoff:

Im Zuge von Industrie 4.0 gewinnt die Kommunikation zwischen Maschinen und Anlagen immer mehr an Bedeutung. Daher ist es notwendig, Vernetzungen von verschiedenen Produktionsbereichen herzustellen und so einen Datenfluss zu ermöglichen. Der Spanner erfüllt genau diese Funktion und erlaubt nicht nur eine Master-Master Kommunikation, sondern ermöglicht darüber hinaus die gleichzeitige Kommunikation verschiedener Industrial-Ethernet-Protokolle untereinander. So verbindet der Spanner beispielsweise eine Profinet-Infrastruktur mit einem Ethernet/IP-basierten Anlagenteil. Darüber hinaus sorgt der Spanner mittels seiner NAT Router-Funktion dafür, dass die IP-Adressräume der verbundenen Netzwerke passend gemappt werden und somit keine Adaption der bestehenden Strukturen notwendig wird.

Für welche Einsatzgebiete empfiehlt sich das TBEN-Spanner-Modul?

Das zunehmend unumgängliche Verbinden von bisher isolierten Fertigungs­einheiten und Anlagenteilen ist ein klassischer Einsatz. Die Kommunikation von Maschinendaten über verschiedene Ethernet-Netzwerke sind ein Enabler von Industrie 4.0 beim Endkunden. Maschinenherstellern erlaubt der Spanner, eine einheitliche IP-Adresskonfiguration zu normieren und diese alleine durch die Spanner-Konfiguration an das jeweils individuelle IP-Umfeld beim Anwender anzupassen.

Worin liegen die Vorteile gegenüber klassischen IP20-Ethernet-Gateways?

Anlagen werden zunehmend dezentraler und somit immer häufiger schaltschrank­los im Feld. Bei einem IP20-Gateway ist eine zusätzliche Leitung zwischen den Schaltschränken notwendig, beim Spanner nicht. Er ist gleichzeitig der jeweils letzte Teilnehmer in der Kette der dezentralen Komponenten, somit wird die bestehende Leitung an der Peripherie in hoher Schutzart hocheffizient genutzt, ohne zusätzliche Leitung. Das Beispiel Fördertechnik verdeutlicht diesen Vorteil: Genau an der physikalischen Übergabestelle zweier unterschiedlicher Förderstrecken unterschiedlicher Hersteller fungiert der Spanner hier als das Bindeglied zur Übergabe von Daten zum Fördergut. Eine Maschine mit bereits integriertem Spanner ist für fast jede Kommunikation offen, ohne Probleme interner IP-Adresskonflikte.

Planen Sie neben Ethernet/IP, Modbus TCP und Profinet die Unterstützung weiterer Protokolle?

Die drei Protokolle sind Bestandteil unserer Multiprotokoll-Plattform, die in nahezu allen Modulen von Turck Anwendung findet. Ein Modul, drei Protokolle, auch gleichzeitig, Autodetectfunktion und weitere Möglichkeiten bieten dem Anwender höchste Flexibilität und Offenheit. Die Multiprotokoll-Plattform wird nach den Marktanforderungen weiterentwickelt.

Sind derzeit noch weitere Varianten des Ethernet-Spanners geplant?

Ja, die Wünsche der Anwender und Marktanforderungen sind da und werden bewertet. Generell deckt schon die Multiprotokoll-Plattform so viele Möglichkeiten in einem Gerät ab, aber eine Weiterentwicklung wird immer mehr Anforderungen im Sinne von Industrie 4.0 erfüllen.

Weitere Informationen finden Sie unter industr.com/2309978.

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