EXpressure-Gehäuse sorgen bei Explosionen für Druckentlastung, außen deckt eine Berstscheibe die Entlastungselemente schützend ab.

Bild: R. Stahl

Explosionsschutz für Steuerungen Druckanstieg in Gehäusen unterdrücken

06.06.2018

Die EXpressure-Technologie von R. Stahl führt Explosionsdruck in Steuerkästen, Energieverteilungen und anderen Gehäusen über Strömungskanäle in mehrlagigen Edelstahldrahtgeweben sicher nach außen ab. Durch den reduzierten Druck kommen die Gehäuse mit geringerer Wanddicke aus.

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Die kontrollierte Gasströmung und Wärmeabsorption durch spezielle Drahtgewebeelemente verringert den inneren Druckanstieg nach einer Explosion. Müssen in einer konventionellen druckfesten Kapselung Explosionsdruckspitzen von 7 bis 12 bar aufgefangen werden, beträgt der maximale Innendruck in einem EXpressure-Gehäuse deutlich weniger als 1 bar. Waren vorher Wandstärken von 10 bis 20 mm erforderlich, kommen EXpressure-Gehäuse mit Wänden von etwa 3 mm aus.

EXpressure ist als „Druckfeste Kapselung Ex d“ zertifiziert und damit für die meisten Anwendungen in gasexplosionsgefährdeten Bereichen geeignet. Die Konstruktion erlaubt die einfache und schnelle Projektierung und Herstellung von explosionsgeschützten Steuerungen und Verteilungen.

Große Betriebsmittel unterbringen

Anstelle wie bisher die elektrische Gesamtfunktion auf mehrere kleine, dickwandige und druckfest gekapselte Gehäuse aufzuteilen, die durch aufwendige Techniken elektrisch und mechanisch miteinander verbunden werden müssen, reicht damit ein einziger großer Einbauraum für die gesamte Steuerung oder Verteilung aus. Für den Anwender bietet das unter anderem den Vorteil, fertige Projektierungen aus dem sicheren Bereich ohne große Modifikationen direkt für die Ex-Anwendungen übernehmen zu können. Die interne Verdrahtung wird übersichtlich, die Zugänglichkeit zu Inspektions- und Wartungszwecken wird drastisch verbessert.

Nachträgliche Änderungen und Ergänzungen an den Steuerungen und Verteilungen sind nach Herstellerangaben ohne nennenswerte Umbaumaßnahmen möglich. Große Betriebsmittel wie Frequenzumrichter, die bisher überhaupt nicht oder nur mit einem hohen technischen Aufwand in Ex-Bereichen eingesetzt werden konnten, stehen nun eingekapselt in EXpressure-Gehäusen zur Verfügung.

Schlankere Bauformen möglich

Die kompakte Bauweise der EXpressure-Gehäuse macht leichtere und schlankere Lösungen möglich. Gegenüber vergleichbaren Schaltgerätekombinationen lassen sich mit ihnen Einsparungen von circa 30 bis 50 Prozent beim Gewicht und 25 Prozent bei den äußeren Abmessungen erzielen.

Andererseits ist es jetzt auch möglich, druckfest gekapselte Schaltschränke mit sehr großen Abmaßen zu bauen, die aus dem sicheren Industriebereich bekannt sind. Die durchgängige Verwendung von Edelstahl sorgt dabei für entsprechende Korrosionsfestigkeit. Die Druckentlastungselemente werden gegen Umgebungseinflüsse durch Berstscheiben geschützt (IP66).

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