Dr. Olaf Munkelt ist einer der Mitbegründer von MVTec Software und seit der Gründung 1996 ebenso einer der Geschäftsführer des Unternehmens. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Unternehmensentwicklung und das klassische Business Development. Seit 2006 ist er zudem Mitglied im Vorstand der Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung im VDMA.

Bild: MVTec

Kommentar Die Zukunft der IBV gestalten

30.10.2019

Die industrielle Bildverarbeitung (IBV) spielt als wichtige „Enabling Technology“ für die Megatrends Industrie 4.0 und Smart Factory eine herausragende Rolle. Die Zukunftspotenziale und Bedeutung von IBV in einer hochautomatisierten und digitalisierten Welt sind deshalb sehr hoch.

Dr. Olaf Munkelt war mit diesem Beitrag im A&D-Kompendium 2019/2020 als einer von 100 Machern der Automation vertreten.

Aufgrund der rasend schnellen Entwicklungen im gesamten Digitalisierungsumfeld verändern sich auch die Anforderungen an die IBV deutlich. Auch 2019 reagiert die Branche darauf mit neuen, wegweisenden Technologien. So wandelt sich die IBV mit hohem Tempo zu einem Türöffner für ganz neue Automatisierungsszenarien, welche die industrielle Fertigung nachhaltig und tiefgreifend verändern.

Auch Flaggschiff-Produkte stets weiterentwickeln

MVTec greift diese Entwicklung auf und leistet mit seiner Machine-Vision-Software einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung in der digitalisierten Welt. Seit Langem gelten wir am Markt als Technologieführer. Und diese Position bauen wir mit der konsequenten und kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer Flaggschiff-Produkte MVTec Halcon und MVTec Merlic weiter aus.

Dabei fließen stets neue, zukunftsweisende Technologien in die laufenden Software-Updates ein. Ein wichtiges Thema sind hierbei innovative Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI), genauer gesagt: Deep Learning, Machine Learning und Convolutional Neural Networks (CNNs).

Wir nutzen diese Verfahren in den Einsatzgebieten Klassifizierung, Objektdetektion sowie semantische Segmentierung und haben dafür in Halcon praktikable Funktionen integriert. Dadurch lassen sich nicht nur die Erkennungsraten deutlich steigern. Auch bieten wir Unternehmen mit unseren vortrainierten Deep-Learning-Netzen die Möglichkeit, mit wenig Aufwand und geringen Kosten von den Vorteilen der KI-Technologie zu profitieren.

Zudem verwenden wir Deep-Learning-Methoden, um bessere Resultate bei der optischen Zeichenerkennung (Optical Character Recognition / OCR) zu erzielen. Somit lassen sich Objekte präziser anhand von Buchstaben- und Zahlenkombinationen in der industriellen Fertigungskette identifizieren. Wobei noch anzumerken ist, dass die Stärken von Deep-Learning-Verfahren erst dann richtig zum Tragen kommen, wenn sie mit bestehenden Bildverarbeitungsverfahren kombiniert werden.

Neue Felder durch Embedded Vision

Ein weiteres zentrales Zukunftsthema ist Embedded Vision. Denn es wird immer wichtiger, dass Bildverarbeitungsalgorithmen auch auf Embedded-Plattformen laufen und dafür optimiert sind. Im Rahmen von Industrie 4.0 nimmt der Einsatz von kompakten Geräten mit integrierter Embedded-Software deutlich zu (Edge Processing). Dazu zählen insbesondere Smart-Kameras, mobile Vision-Sensoren, Smartphones, Tablets und Handhelds.

Embedded Vision wird der Bildverarbeitungsindustrie neue Anwendungsfelder eröffnen – sei es in der Fabrik der Zukunft, bei Smart-City-Anwendungen, im Einzelhandel, Consumer- oder Medizinbereich. Viele Visionen der Zukunft sind nur mit „eingebetteter Bildverarbeitung“ in der Praxis zu realisieren.

Und schließlich wird auch die Usability, also die Einfachheit und Nutzerfreundlichkeit von IBV-Systemen, in den Märkten der Zukunft immer mehr gefragt sein. Wir sind hier mit unserer Standardsoftware Merlic gut aufgestellt. Die Lösung erlaubt es, anspruchsvolle und professionelle Machine-Vision-Anwendungen nahezu ohne Bildverarbeitungs- und Programmierkenntnisse zu erstellen.

Ein Quantensprung in der Branche – denn jetzt ist das Thema IBV nicht mehr den Profi-Entwicklern und Machine-Vision-Experten vorbehalten. Vielmehr ermöglichen wir dadurch einem größeren Anwenderkreis den Zugang zu dieser Technologie.

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