Verbesserte Störungsbehebung Datenbrillen unterstützen bei schwierigen Teamaufgaben

Datenbrillen können Teamwork bei räumlicher Trennung vereinfachen.

22.11.2018

Digitalisierung, Vernetzung und neue Technologien - die Komplexität der modernen Arbeitswelt nimmt zu. Insbesondere bei Störungen in modernen Produktionsanlagen sehen sich Teams den unterschiedlichsten, teilweise neuartigen Situationen ausgesetzt. Dabei sind die Teammitglieder auch räumlich getrennt tätig.

Die jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte Dissertation „Örtlich getrennte Teamaufgaben und neue Technologien – Untersuchung von Passung, Akzeptanz und makrokognitiven Prozessen“ betrachtet umfassend problemlösende Teamaufgaben am Beispiel der Instandhaltung. Dabei geht die Dissertation von Britta Kirchhoff auf den Einsatz von Datenbrillen und deren Auswirkungen auf die Teamprozesse ein.

Als eine mögliche Folge der Digitalisierung zeichnet sich die Zunahme von Aufgaben ab, bei denen Probleme gelöst werden wie beispielsweise Störungen in modernen Produktionsanlagen. Vor allem solch schwierige Aufgaben erledigen Teams in Zusammenarbeit. Dabei werden sie mit den unterschiedlichsten teilweise erstmaligen Situationen konfrontiert, die entweder regel- oder wissensbasiert gelöst werden müssen. Aufgabenmerkmale wie eine räumliche Trennung von Teammitgliedern können die Aufgabenerfüllung erschweren. So halten sich beispielsweise Mitglieder eines Instandhaltungsteams mitunter an verschiedenen Orten auf und müssen dennoch gemeinsam eine Störung beheben.

Räumlich getrennten Kollegen über die Schulter schauen

Datenbrillen können solche Teams in Verbindung mit einer Videokamera und einem Konferenzsystem unterstützen, indem sie räumlich getrennt arbeitenden Kollegen einen Blick über die Schulter ermöglichen. Die bisherigen Forschungsarbeiten der BAuA untersuchten vor allem die körperlichen und psychischen Auswirkungen des Einsatzes von Datenbrillen auf die Beschäftigten. In der nun veröffentlichten Dissertation wurden vier aufeinander aufbauende Studien durchgeführt. Am Beispiel der Instandhaltung sollten die Studien problemlösende Teamaufgaben umfassend betrachten. Zudem wurden die Passung und Akzeptanz von Datenbrillen, mit denen sich das Gesichtsfeld teilen lässt, und deren Auswirkungen auf Teamprozesse untersucht.

Unter anderem zeigte sich, dass sich die Leistung des Teams bei der Störungsbehebung verbessert, wenn Datenbrillen Bilder liefern. Teams, die nur sprachlich über ein Telefon kommunizierten, schnitten schlechter ab. Jedoch zeigten sich bestimmte Eigenschaften der Datenbrillen, wie zum Beispiel die Befestigungsart oder Verzögerungen bei der Videoübertragung, als bedeutsam für die Akzeptanz bei den Beschäftigten. Deshalb sollten diese Aspekte bei der Auswahl einer geeigneten Datenbrille berücksichtigt werden.

Die vollständige Dissertation finden Sie auf der Webseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

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