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Mehr Transparenz bei der Verbreitung von Medikamenten soll ein neues IT-Tool schaffen.

Bild: Pixabay

Digitalisierung der Pharmalogistik Pharmazeutika sicher von A nach B bringen

05.01.2018

Ein Forschungsprojekt soll mehr Transparenz und Sicherheit in der Pharma Supply Chain schaffen. Ziel ist es, ein webbasiertes Risikomanagement-IT-Tool für Pharmahersteller zu entwickeln.

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Insgesamt 39,5 Milliarden Euro Umsatz verzeichnete die deutsche Pharmaindustrie im Jahr 2016 – und ist damit einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Die zunehmende Globalisierung von Produktion und Vertrieb und die sich stets verändernden Rahmenbedingungen stellen jedoch alle Beteiligten der Pharma Supply Chain – der Lieferkette von der Produktion bis zum Endkunden – vor große Herausforderungen.

Die Rechtslage hat sich in den letzten Jahren verschärft: Die Verantwortung für die Qualität der Produkte in der Supply Chain wurde durch die Good Distribution Practice (GDP)-Richtlinien der Europäischen Kommission allen an der Prozesskette involvierten Parteien bewusstgemacht.

Die Richtlinien fordern ein entsprechendes Qualitätsrisikomanagement von den Pharmaunternehmen ein, mit dem Ziel, mehr Sicherheit und Transparenz entlang der Supply Chain zu erreichen. Als Konsequenz steigt bei Produzierenden, Großhändlern und Logistikdienstleistenden der Wunsch nach einem IT-System, das unter dem Aspekt erhöhter Sicherheit die Transportkette umfassend visualisiert.

Pharma Supply Chain risikobasiert managen

Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) bringt deshalb in einem Forschungsprojekt erstmals Unternehmen aus der Pharmaindustrie mit den an der Logistikkette beteiligten Partnerunternehmen kooperierend an einen Tisch. Ziel ist es, ein webbasierter Risikomanagement-IT-Tool zu entwickeln, mit dem Pharmahersteller die Pharma Supply Chain risikobasiert managen können – von der Netzwerkgestaltung (strategische Ebene) bis zum Monitoring von Einzelsendungen (taktische Ebene).

Das Tool wird von Cynatics Consulting in Kooperation mit der Frankfurt UAS, der Hochschule RheinMain und der Hochschule Fulda, Bayer, Boehringer Ingelheim Pharma, Frigo-Trans und Gefco Forwarding Germany entwickelt und anschließend zur Marktreife geführt. Der im Laufe des Projekts entwickelte Prototyp des IT-Tools soll aIs IT-Dienstleistung in ein eigenständiges neues Unternehmen am Standort Hessen überführt werden.

In dem Projekt wird die Supply Chain mit ihrem komplexen Netz aus unternehmensinternen und externen Schnittstellen zwischen Herstellern, Lieferanten und Kunden im Rahmen eines ganzheitlichen Supply Chain Risk Managements identifiziert, digitalisiert und dabei Risiken minimiert. Ähnliche Risikomodelle gibt es bisher nur im Finanzsektor.

Bisher kein vergleichbares Tool für die Pharmabranche

Aktuell existiert kein vergleichbares IT-Tool in der Pharma- oder Logistikbranche. Mit der entstehenden digitalen Lösung wird der Weg des temperaturgeführten Pharmaproduktes von der Produktion bis zum Kunden nachvollziehbar und langfristig vorausblickend unter den Aspekten Sicherheit, Wachstum und Umsatzsteigerung planbar.

Das fördert die Sicherheit der pharmazeutischen Produkte und schützt damit den Endverbraucher. Das IT-Tool bildet hierfür alle Supply Chain-Rollen und -Instanzen ab. Schlussfolgerungen zu den Risiken in der Supply Chain, etwa bei einem Streik in einem Luftverkehrsunternehmen, bei dem die Fehlerwahrscheinlichkeit für alle weltweiten Stationen dieses Unternehmens steigt, können so gezogen werden.

Das Marktpotenzial umfasst alle in Europa an der pharmazeutischen Distribution beteiligten Unternehmen. Langfristig soll ein Risikomanagement für alle Transportmittel geschaffen werden, da sich das Tool auch um andere Verkehrsträger erweitern lassen könnte.

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