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Bild: BMUB/Dominik Ketz
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UN-Klimakonferenz zu Gast in Deutschland COP23: Deutschland im Mittelpunkt der Klimapolitik

08.11.2017

Knapp zwei Wochen lang wird Bonn zum Zentrum der Klimapolitik. Neben wichtigen Verhandlungen stehen dabei auch Technologien und Forschung rund um das Klima im Fokus.

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Bis zum 17. November 2017 findet die 23. Weltklimakonferenz in Bonn statt. Unter der Präsidentschaft Fidschis treffen sich Verhandlungsgruppen aus 195 Staaten, um an der Umsetzung des Pariser Abkommens zu arbeiten. Insgesamt werden bis zu 25.000 Teilnehmer erwartet. Neben den Delegationen werden Vertreter von rund 500 Nichtregierungsorganisationen – darunter auch Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und Forschungseinrichtungen – den Verhandlern auf die Finger schauen.

Konferenz der Premieren

Zum ersten Mal tagen die Delegationen unter dem Vorsitz eines kleinen Inselstaats: Fidschi ist eines der Länder, die bereits heute vom Klimawandel akut bedroht sind. Damit rücken nun auch die verwundbarsten Staaten in den Mittelpunkt der Klimadiplomatie. Zudem ist die COP23 die erste Klimakonferenz nach der Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, aus dem Pariser Abkommen auszusteigen. Auch wenn der Austritt erst 2020 wirksam würde, wollen Deutschland und andere Länder ein klares Signal senden, dass am Pariser Abkommen nicht gerüttelt werden darf.

Veranstaltung setzt eigene Maßstäbe

Während die Gäste der Konferenz Tacheles reden, setzt die Bonner Weltklimakonferenz nebenbei Maßstäbe für umweltfreundliche Veranstaltungen: Alle Umweltauswirkungen der Veranstaltung werden analysiert, negative Folgen so weit wie möglich verringert. Den Maßstab dafür bildet das international anerkannte Prüfsystem EMAS, das besonders hohe Ansprüche an die Umweltverträglichkeit von Dienstleistungen stellt. CO2-Emissionen, die nicht vermieden werden können, etwa durch An- und Abreise von Delegierten, sollen anschließend
ausgeglichen werden.

Die umweltfreundliche Konferenzorganisation umfasst zum Beispiel den Papierverbrauch, die Verwendung von Recyclingmaterial, eine überwiegend vegetarische Verpflegung mit hohem Bio- und Regionalanteil, die Getränkeversorgung, das Abfallaufkommen, Mobilität, Energie- und Wasserverbrauch sowie die Zeltbauten. Aber auch die Sensibilisierung aller Mitarbeitenden und Teilnehmenden der Konferenz gehört dazu.

So wird etwa – wo immer möglich – Recyclingmaterial oder recyclingfähiges oder wiederbenutzbares Material eingesetzt. Dieses Ziel erstreckt sich auf die temporären Bauten genauso wie auf Konferenzmaterialien vom Namensschild bis zu Trinkflaschen.

Außerdem stehen auf dem gesamten Gelände fast 50 kostenfreie Trinkwasserbrunnen zur Verfügung. Jeder Konferenzteilnehmer bekommt seine eigene Trinkflasche. Dadurch können allein über eine halbe Million Plastikbecher eingespart werden. Die Konferenz setzt darüber hinaus weitgehend auf elektronische Dokumente und vermeidet so das Drucken von Konferenzunterlagen. Auch bei der Verpflegung soll auf
Abfallvermeidung gesetzt werden.

Alle Innenräume sollen auf einer durchschnittlichen Temperatur von 21 Grad Celsius und nicht wärmer gehalten werden. Die Teilnehmenden und freiwilligen Helferinnen und Helfer werden einbezogen und um energiesparendes Verhalten gebeten. Dazu gehört etwa, die Raumbeleuchtung und IKT-Geräte auszuschalten, wenn sie nicht benutzt werden.

Die COP-Organisatoren sorgen neben der Maximierung der Energieeffizienz dafür, dass die Energie, die in Gebäuden zum Einsatz kommt, möglichst aus erneuerbaren Quellen stammt. Der Strom für die Elektro-Shuttles der Stadtwerke Bonn wird mit 100 Prozent erneuerbaren Energien erzeugt. Für die Konferenzversorgung sind mindestens 80 Prozent erneuerbare Energien angestrebt.

Spannende Nebenschauplätze

Es wird aber nicht nur klimafreundlich verhandelt: Viele Unternehmen und Verbände nutzen die COP23, um auf Entwicklungen, Technologien und Herausforderungen rund um das Klima und den Klimawandel aufmerksam zu machen. So hat das Forschungszentrum Jülich eine Website eingerichtet, die über seine Klimaforschung informiert. Interessierte erfahren zum Beispiel, wie sich Passagierflugzeuge als fliegende Labore nutzen lassen.

Auch das Wuppertal Institut stellt in begleitenden Veranstaltungen auf der COP23 seine Forschung vor und diskutiert konkrete Wege für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Zusätzlich finden zahlreiche Side-Events zu zentralen Zukunftsthemen statt, mit denen das Wuppertal Institut Impulse geben wird.

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