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Jayesh Goyal, Geschäftsführer von Younicos

Bild: Younicos

Energietrends machen Speicher unverzichtbar Drei D für eine neue Energiewelt

07.11.2017

Wer die Energielandschaft der Zukunft mitgestalten möchte, muss die drei D Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung richtig kombinieren, sagt Jayesh Goyal, Geschäftsführer des Speicher- und Energiemanagement-Anbieters Younicos. Ein Kommentar.

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Der globale Energiesektor befindet sich im Wandel: Althergebrachte Geschäftsmodelle brechen weg, gleichzeitig entstehen neue Chancen. Wie bei allen disruptiven Prozessen ist das Ergebnis schwer vorherzusagen. Eines dürfte jedoch schon jetzt klar sein: intelligente Energiespeicher werden ein wichtiger Baustein des Stromnetzes 2.0 sein.

Drei Megatrends, die Speicher brauchen

Drei Megatrends treiben die globale Neugestaltung der Energielandschaft voran: Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung. Ohne ein gründ­liches Verständnis dieser drei D wird es schwer sein, einen sicheren Pfad durch die sich wandelnde Landschaft zu finden. Aber: Welchen Weg man auch wählt: Speicher geben sowohl Energie­erzeugern als auch -verbrauchern die nötige Flexibilität, um die Reise zu meistern.

Mittlerweile treiben sowohl politische als auch Marktkräfte die Dekarbonisierung voran – und verstärken sich dabei gegenseitig. Die Weltgemeinschaft hat sich Ende 2015 in Paris verpflichtet, die globale Erwärmung auf 2 °C und idealerweise sogar auf 1,5 °C zu begrenzen. Allein das 2°C-Ziel erfordert einen massiven Ausbau von erneuerbaren Energien. Hinzu kommt der Markt: Mit Preisen von unter 3 Cent pro Kilowattstunde sind Wind und solare Photovoltaik längst zur kostengünstigsten Stromerzeugungsmethode geworden.

Dabei ist die geographisch nicht auf sonnenreiche Gebiete beschränkt, wie die jüngste Auktion in Dänemark mit Kosten von 5,38 Cent pro Kilowattstunde eindrucksvoll gezeigt hat. Und wir stehen noch immer am Anfang der Technik­lernkurven für Wind und Solar. Es ist davon auszugehen, dass die Kosten mit jeder Verdopplung der global installierten Leistung weiter um mindestens 20 Prozent sinken werden. Selbst konservativ gerechnet dürfte Solarenergie bereits 2025 auch in wolkigeren Gebieten Europas und Nordamerikas 2 bis 3 Cent kosten.

Dezentralisierung und Digitalisierung

Das zweite D folgt logisch aus dem Ersten: Im Zuge der Energiewende werden zentrale Kohle- oder Gaskraftwerke nach und nach durch saubere Technik wie Windkraft- und Solaranlagen ersetzt. Diese erneuerbaren Energieerzeuger sind kleiner und über eine größere Fläche verteilt. Zwar werden sich einige Erzeugungsanlagen wie Offshore-Windparks an klimatisch besonders günstigen Standorten konzentrieren. Im Großen und Ganzen aber wird die meiste Erzeugung dort stattfinden, wo der Strom auch benötigt wird. Die Dezentralität bringt viele Vorteile: Je verteilter die Erzeugungseinheiten sind, desto stabiler und demokratischer wird das Gesamtsystem. Eine Herausforderung liegt jedoch darin, de­zentrale Ressour­cen zu „synchronisieren“ – sowohl untereinander als auch mit der Gesamtnachfrage im System.

Daraus folgt der dritte Megatrend: die Einbettung der Energiewende in die allgegenwärtige Digitalisierung. Sie wird bei eben dieser Synchronisation des dezentralen Energiesystems eine wichtige Rolle spielen. Intelligente Energiemanagement-Software und die Steuerungsalgorithmen werden die Netze im Gleichgewicht halten. Auf diese Weise werden sie den Einsatz verschiedener dezentraler Ressourcen markt­getrieben verbessern und damit auch das System – vorausgesetzt, der Markt setzt die richtigen Anreize.

Software wird auch helfen, durch partielle Autarkie die Energiekosten großer und kleiner Verbraucher zu verbessern. Sie wird zudem völlig neue Geschäftsmodelle wie Peer-to-Peer-Stromhandel ermöglichen und Verbrauchern helfen, Einnahmen zu generieren, die zumindest einen Teil ihrer Bezugskosten ausgleichen. Im Endeffekt wird intelligente Software die Grenze zwischen Verbrauchern und Produzenten immer mehr verschwimmen und große und kleine Prosumer entstehen lassen.

Ohne Speicher ist Software sinnlos

Toll – doch was haben Batteriespeicher damit zu tun? Bei näherer Betrachtung setzen alle drei Ds intelligente Stromspeicher voraus. Wind und PV erzeugen Strom zwar sauber und kosteneffizient, aber auch schwankend. Sie brauchen Speicher, um stetig Leistung zu liefern. Und auch wenn die Dezentralisierung der Versorgung viele Vorteile bringen wird, wird sie sowohl regionale als auch zeitliche Ungleichgewichte schaffen, die nicht allein durch den Ausbau des Netzes ausgeglichen werden können.Nüchtern betrachtet ist es schon heute oft wirtschaftlich vernünftig, mit intelligenten Batteriesystemen die vorhandene Stromleitungsinfrastruktur effektiver zu nutzen und überdimensionierte Netzinfrastrukturinvestitionen zu vermeiden. Zudem sind Speicher zwingende Voraussetzung, um Software im Stromsystem sinnvoll einsetzen zu können: Auch die intelligentesten Algorithmen können Elektronen nicht kontrollieren, wenn sie nicht die Möglichkeit haben, sie anzuhalten, sprich: zu speichern. All die neuen und aufregenden Geschäftsmodelle, die digital aus dekarbonisierten dezentralen Ressourcen Energie liefern oder handeln wollen, setzen Kontrolle über den Stromfluss voraus. Speicher ermöglichen diese Kontrolle.

Aus diesem Grund ist der Einsatz von Speichern in ganz unterschiedlichen Teilen des Netzes sinnvoll – und für viele verschiedene Marktteilnehmer: Vergleichsweise große Batteriekraftwerke ermöglichen es Versorgern und Netzbetreibern, ihre Netze effektiver zu managen und zu stabilisieren. Unabhängige Stromerzeuger können durch Speicher den Wert von Wind- und Solarstrom maximieren. Industrielle und gewerbliche Energieverbraucher schließlich können mit Plug-and-Play-Batteriesystemen ihren Strombedarf und ihre entsprechenden Kosten optimieren.

Gute Fahrt mit Speichertechnik

Egal ob ein Unternehmen Strom produziert, verteilt oder verbraucht, und egal welchen Weg es entlang der drei D einschlägt: Speicher helfen dabei, die Fahrt sicher und gut zu meistern, indem sie Schocks abfedern, die notwendige Geschwindigkeit halten und das C vermeiden: den Crash.

Bildergalerie

  • Drei Megatrends beeinflussen die Energiewelt der Zukunft und bilden das Stromnetz 2.0, das nur mit Hilfe von Speichern funktionieren kann.

    Bild: Younicos

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