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Immer wieder versprechen Forscher, sie hätten den Super-Akku entdeckt - in der Theorie. Nun soll aber tatsächlich ein effizienterer Akku ab 2018 produziert werden.

Bild: Pixabay
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Höherer Nickelanteil Produktion für neuartige Akku-Kathoden startet 2018

04.12.2017

Kenan Sahin hat mit seiner ersten Firma 1,5 Milliarden Dollar verdient. Jetzt nutzt er seine Ressourcen und seine Erfahrung, um Lithium-Ionen-Kathoden voranzubringen. Dazu hat er die effiziente Batterie „CAMX Power“ entworfen.

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Sahin, 75, hat seine Softwarefirma Kenan Systems für 1,5 Milliarden Dollar an Lucent im Jahr 1999 verkauft. Seitdem hat er einen großen Teil seiner Zeit und seines Vermögens damit verbracht, leise daran zu arbeiten, die Batterietechnologien voranzutreiben. Er rief die Firma Tiax 2002 ins Leben, um vielversprechende Forschungen auf dem Gebiet zu fördern. Das Unternehmen hat von Beginn an Kathodenmaterialien entwickelt und nun mit einer neuen Materialzusammensetzung in der Kathode die Batterie „CAMX Power“ entworfen.

Höherer Nickelanteil in der Kathode

Der Reiz der Verwendung eines höheren Nickelanteils in Lithium-Ionen-Batteriekathoden liegt in der hohen Energiedichte des Metalls. Das bedeutet, dass es viele der Lithium-Ionen speichern und freisetzen kann und Energie über lange Zeiträume zwischen den Ladungen liefern. Die Verwendung von mehr Nickel ermöglicht es auch, deutlich weniger Kobalt zu verwenden, denn das ist selten und teuer.

Aber die meisten Arbeiten an Hochnickelkathoden, einschließlich der Forschung an der gleichen Grundmischung von Lithium, Nickel und Oxid, die CAMX verwendet, sind immer wieder auf Stabilitätsprobleme gestoßen, die die Lebensdauer einer Batterie verkürzen. Das ist ein offensichtlicher Nachteil bei Fahrzeugen, denn niemand will ein 35.000 Dollar teures Auto kaufen, das nur drei Jahre hält.

Weniger Kobalt und dafür in den richtigen Stellen

CAMX hat jedoch eine molekulare Zusammensetzung entwickelt und patentiert, die die Materialien stabilisiert, indem sie kleine Mengen Kobalt in entscheidenden Bereichen platziert. Dieser Fortschritt könnte, laut Sahin, billigere Elektrofahrzeuge mit größerer Reichweite ermöglichen.

Kooperation mit BASF und Johnson Matthey

Doch anstatt das Kathodenpulver selbst herzustellen, hat CAMX mit zwei der weltweit größten Chemieproduzenten, Johnson Matthey aus Großbritannien und BASF aus Deutschland, Verträge geschlossen, um das Material zu produzieren und an Batteriehersteller zu verkaufen.

In einer Investorenpräsentation im vergangenen Monat sagte Johnson Matthey, dass das CAMX-Material eine 25-prozentige Verbesserung der Energiedichte gegenüber den heute in vielen Elektrofahrzeugen verwendeten Nickel-Mangan-Kobalt-Kathodenmaterialien hat. Das Unternehmen kündigte an, dass es rund 260 Millionen Dollar investieren wird, um mit dem Bau der ersten Anlage zur Herstellung der Materialien im nächsten Jahr zu beginnen. Weitere Einzelheiten zu den Plänen seitens der BASF liegen noch nicht vor.

Wird das neue Material auch gekauft?

Doch der Einstieg in die Batterieindustrie ist eine große Herausforderung, auch wenn ein Start-up einen technologischen Vorsprung erreicht hat. Um neue Materialien oder Komponenten auf den Markt zu bringen, sind erhebliche Vorabinvestitionen von Zulieferern, Herstellern und Endkunden erforderlich. Der eigentliche Test für CAMX wird sein, ob Batteriehersteller, Autohersteller und Elektronikfirmen letztendlich genug Potential sehen, um die neuartigen Materialien zum Einsatz zu bringen.

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